Lebensdaten
1913 bis 1973
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Marina di Pietra Santa (Toskana)
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11861083X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schröder, Horst

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Zitierweise

Schröder, Horst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861083X.html [25.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fritz, Bankbeamter in B.;
    M Irma Weißgerber;
    Bremen 1940 Ursula (* 1916), Dr. phil., T d. Heinrich Friedrich Wegener u. d. Margarethe Vogel;
    3 S Joachim (* 1942), Dr. phil., Karsten (* 1944), Dr. rer. nat., Wolf (* 1947), Schriftst.

  • Leben

    Nach einem Jurastudium in Münster, München und Genf wurde S. 1937 in Münster mit einem arbeitsrechtlichen Thema zum Dr. iur. promoviert; zum Arbeitsrecht legte er später eine weitere wegweisende Abhandlung über „Streik und Strafrecht“ (1953) vor. Seit der Habilitation 1939 in Münster mit seinerauch heute noch viel beachteten Habilitationsschrift „Unwahrer und unwahrhaftiger Eid“ (1939) wandte er sich dem Strafrecht zu, dem neben dem eine Zeit lang noch mitgepflegten Prozeßrecht fortan sein Hauptinteresse galt. 1943 wurde er Professor in Graz, 1948 in Kiel und 1955 in Tübingen. Seit der 7. Aufl. 1954 führte er den 1942 von Adolf Schönke (1908–53) begründeten, bis heute maßgeblichen Kommentar zum Strafgesetzbuch fort, den er zu einem viel gerühmten Vermittler von Wissenschaft und Praxis machte und der nach wie vor unter seinem Namen erscheint (272006). S.s nebenamtliche Tätigkeit als Richter am Oberlandesgericht in Schleswig, später in Stuttgart fand in einer ungewöhnlich großen Zahl von Urteilsanmerkungen ihren Niederschlag. Auch seine Abhandlungen über Grundsatzprobleme, wie v. a. seine Kieler Rektoratsrede über „Gesetz und Richter im Strafrecht“ (1953) fanden große Beachtung, ähnlich wie er auch rechtspolitisch durch umfangreiche Untersuchungen, wie etwa zur „Vereinheitlichung von Strafen und sichernden Maßnahmen“ für den 6. Internationalen Strafrechtskongreß (1953 in Rom) oder zu den kriminalpolitischen Aufgaben der Strafrechtsreform (f. d. 43. Dt. Juristentag 1960) hervortrat. Bei ausgeprägtem Sinn für die Praxis und den konkreten Einzelfall beschränkte er sich nicht auf enge Fragestellungen, sondern berücksichtigte eine Vielzahl von Problemen, v. a. (wie im Bereich von Betrug u. Erpressung oder zu d. Rücktrittsvorschrr.) hinsichtlich der Strukturierung unübersichtlicher Regelungsverhältnisse.

  • Werke

    Weitere W Anwendbarkeit d. Normen v. Betriebsordnung u. Tarifordnung auf d. Verhältnis Unternehmer – Gefolgsmann, Diss. Münster 1937;
    Die Herrschaft d. Parteien im Zivilprozeß, 1942;
    A. Schönke, Lehrb. d. Zivilprozeßrechts, 8. Aufl. neu bearb. v. H. S. u. W. Niese, 1956;
    Die Teilnahme im internal. Strafrecht, in: ZStW 61, 1942, S. 57-130;
    Der Aufbau d. Tötungsdelikte, in: Süddt. Jur.ztg. 5, 1950, S. 560-69;
    Tatbestands- u. Verbotsirrtum, in: Mschr. f. dt. Recht 5, 1951, S. 387-90;
    Die Not als Rechtfertigungs- u. Entschuldigungsgrund, in: Schweizer. Zs. f. Strafrecht 76, 1960, S. 1-17;
    Grundprobleme d. Rücktritts v. Versuch, in: Jur. Schulung 2, 1962, S. 83-87;
    Abstrakt-konkrete Gefährdungsdelikte, in: Jur.ztg. 22, 1967, S. 522-25;
    Zur Verteidigung d. Rechtsordnung, ebd. 26, 1971, S. 241-44;
    Urteilsanmm., 1971.

  • Literatur

    E. Dreher, in: Jur. Rdsch. 25, 1973, S. 461 f., Th. Lenckner, in: Jur.ztg. 28, 1973, S. 799 f.;
    W. Stree, H. S., Leben u. Werk 1913-1973, in: Gedächtnisschr. f. H. S., hg. v. W. Stree u. a., 1978, S. 1-16 (P);
    P. Cramer, in: Jur. im Porträt, 1988, S. 671-76;
    Wi. 1967.

  • Autor/in

    Albin Eser
  • Empfohlene Zitierweise

    Eser, Albin, "Schröder, Horst" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 566 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861083X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA