Lebensdaten
1894 bis 1950
Geburtsort
Vilshofen/Donau
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
Mineraloge ; Maschinenfabrikant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 1013790693 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scholz, Adolf Franz Ludwig
  • Scholz, Adolf
  • Scholz, Adolf Franz Ludwig
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Zitierweise

Scholz, Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1013790693.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1860–1931), Fabr., Mitgl. d. Wirtsch.beirats d. BVP, 1924 bayer. KR (s. Rhdb.; Wenzel), S d. Ludwig (1828–99), Zeugschmied, Inh. e. Eisenwarenhandlung in Straubing/Donau, u. d. Anna Schmaus (1831–1907), aus Schwarzach (Bayer. Wald);
    M Louise (1863–1923), T d. Franz Joseph Schlageter (1831–92), aus St. Blasien (Baden), gründete 1863 e. Masch.fabrik in V., u. d. Louise v. Voithenberg (um 1841–68);
    Schw Louise (* 1890, ⚭ Julius Schneider, aus Kirchheimbolanden, Dr. med., prakt. Arzt), Emma (1892–1971, Franz Schwäbl, 1890–1951, aus R., Dr.-Ing., 1919 städt. Bavirat in Ingolstadt, 1928 Oberbaurat);
    Lorsch (Hessen) 1930 Elisabetha Maria (1900–91), T d. Bartholomäus Neundörfer, Zigarrenfabr. in Lorsch, u. d. Juliana Gärtner; kinderlos.

  • Leben

    S. besuchte die Oberrealschule in Passau und seit 1908 in Regensburg, wohin die elterliche „Maschinen-Fabrik Vilshofen F. J. Schlageter“ verlegt wurde. Nach Bestehen der Reifeprüfung 1914 rückte er freiwillig zum Heer ein und immatrikulierte sich gleichzeitig an der TH München. Nach einjährigem Kriegsdienst verwundet und als heeresuntauglich entlassen, widmete sich S. dem Maschinenbaustudium, übernahm aber bereits im Dez. 1916 eine Baustelle der Siegfriedstellung (Frankreich) und rückte im Juni 1917 neuerdings zum Heer ein. Anfang 1919 an die TH zurückgekehrt, wurde er vom „Zentralrat der Bayr. Republik“ als Studentengeisel verhaftet; nach der Haftentlassung nahm er im Mai 1919 mit der „Sengmüller-Kompanie“ an der Zerschlagung der Räterepublik teil. 1920 wechselte S. an die TH Aachen, kehrte 1921 nach München zurück und erwarb 1923 das Ingenieurs-Diplom. Mit der Arbeit „Zur Kenntnis der bayer. Pegmatite, Ein Beitrag zur Mineralogie und Lagerstättenkunde Bayerns“ wurde S. im folgenden Jahr an der TH München zum Dr.-Ing. promoviert. Nach dem Tod der Mutter wurde S. 1924 Teilhaber der vom Vater geführten „Bayer. Maschinenfabrik Regensburg F. J. Schlageter“, einer Spezialfabrik für Gerberei- und Lederfabrikationsmaschinen. 1925 besuchte er die Dt. Gerberschule in Freiberg (Sachsen). Nach dem Tod des Vaters wurde S. 1931 Alleininhaber der Maschinenfabrik, die er trotz der schweren wirtschaftlichen Krise erfolgreich führte.

    S. war ein hervorragender Kenner seltener Mineralien und einheimischer Mineralvorkommen. Er trug eine der bedeutendsten Sammlungen bayer. Mineralien zusammen und stellte seine Proben Geowissenschaftlern des In- und Auslands zur Untersuchung zur Verfügung. So ermöglichte er 1924 den ersten Nachweis von „Uranpecherz“ (Pechblende) in Wölsendorf (Oberpfalz) durch F. Henrich. Auch das 1950 von M. L. Lindberg beschriebene Phosphat „Hühnerkobelit“ stammte aus der Sammlung S.s. Teile der ursprünglich über 5000 Stücke umfassenden „Sammlung Scholz“, die v. a. durch die Vielzahl und Vollständigkeit der belegten Vorkommen wissenschaftlich wichtig ist, befinden sich heute in der Mineralogischen Staatssammlung München (ca. 2300 Stücke), in der TU Berlin und in Privatbesitz. S.s Fachpublikationen werden noch heute zitiert. Nach dem 2. Weltkrieg belebte S. den „Naturwissenschaftlichen Verein Regensburg“ und war maßgeblich am Neuaufbau der 1945 zerstörten Sammlungen des Vereins beteiligt. Die Phosphat-Mineralien Scholzit und Parascholzit erinnern an seine Verdienste um die Mineralogie.

  • Werke

    Unterss. über Minoralführung u. Mineralgenese d. bayer. Pegmatite, in: Jb. d. Naturwiss. Ver. Regensburg 1924, 1925, S. 1-46;
    Sur les minéraux uranifères (pechblende, ianthinite, kasolite etc.) découverts à Wölsendorf (Bavière) et sur un nouveau minéral d'uranium. in: Bull. de la Soc. Belge Géol., 41, 1931, S. 71-75 (mit A. Schoep);
    Identität v. Kreuzbergit mit Fluellit, in: Zbl. f. Mineral., 1940, Abt. A, S. 133-37 (mit H. Strunz);
    Neues Tatsachen-Material u. krit. Bemerkungen über d. Rolle einiger d. sog. leichtflüchtigen Stoffe in pegmatit. Restmagmen, in: Fortschritte d. Mineral. 27, 1950, S. 56-60.

  • Literatur

    F. Henrich, Über e. Vorkommen v. Uranpecherz in Bayern, in: Zs. f. Angew. Chemie 37, 1924, S. 667;
    M. L. Lindberg, Arrojadite, Hühnerkobelite, and Graftonite, in: The American Mineralogist 35, 1950, S. 59-76;
    H. Strunz, in: Acta Albertina Ratisbonensia 20, 1952, S. 76 (W-Verz.);
    L. Pongratz. Naturforscher im Regensburger u. ostbayer. Raum, ebd. 25. 1963, S. 144 f. (W-Verz., P);
    U. Hauner, Zur Gesch. Mineralog. Slgg. in Regensburg, ebd. 42, 1984, S. 191-234 (P);
    Wenzel; |

  • Quellen

    Qu Archiv d. Bm. Passau; Forsch.inst. f. Leder u. Kunststoffbahnen|(FILK) Freiberg; Stadtarchive Ingolstadt, Regensburg u. Straubing; Standesämter Bischofsheim (Rhön), Lorsch, Regensburg u. Vilshofen.

  • Autor/in

    Thomas Sperling
  • Empfohlene Zitierweise

    Sperling, Thomas, "Scholz, Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 455-456 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1013790693.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA