Lebensdaten
1912 – 1991
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Sankt Pölten
Beruf/Funktion
Ordensfrau ; Pädagogin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128598093 | OGND | VIAF: 30593188
Namensvarianten
  • Schörl, Margarethe Maria Leopoldine
  • Mater Margarete
  • Schörl, Margarete
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Zitierweise

Schörl, Margarete, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128598093.html [26.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Hans (1858–1916), aus W., Juwelier, Schätzmeister, Dir. d. Versteigerungshauses Dorotheum in W.;
    M Leopoldine Hörmann (1884–1922, 2] N. N., in Bad Ischl).

  • Biographie

    Nach der Volksschule in Bad Ischl besuchte S. 1929-32 die Höhere Lehranstalt für Frauenberufe am Institut der Engl. Fraulein in Krems. 1933 trat sie in deren Orden ein und legte 1940 die Ewigen Gelübde ab. 1937 absolvierte sie als Externe am Kindergärtnerinnenseminar der Armen Schulschwestern in Amstetten die Fachprüfung zur Kindergärtnerin und war anschließend als Privaterzieherin tätig. Nach Ende des 2. Weltkriegs begann S., in den Räumen des Kremser Instituts einen Kindergarten aufzubauen, der 1948 vom Bundesministerium für Unterricht in Wien zum „Versuchskindergarten für Erziehungsreform“ erklärt wurde. Dabei entwickelte sie ihre sozialpädagogische Methode der Spielführung, das „Raumteilverfahren“, das in der Folge bereichert und ausdifferenziert wurde und noch heute in Regelkindergärten praktiziert wird. Dieses Verfahren teilt den Gesamtspielraum in mehrere kleinere Spielräume (z. B. Puppenwohnung, Bauplatz, Bilderbuchplatz, Küche), denen jeweils entsprechende Materialien zugeordnet sind. So soll den Kindern die spontane Gesellung zu kleinen Spielgruppen ermöglicht werden; zudem sollen sie ihrem Bedürfnis nachgehen können, zeitweise für sich allein zu spielen. Diese pädagogische Anschauung war innovativ, da sich die herkömmliche Kindergartenpädagogik durch „Massenlenkung“ auszeichnete. Der Kremser Institutskindergarten und sein Raumteilverfahren wurden weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Damit begann für S. eine rege Vortrags- und Schulungstätigkeit, die sie u. a. immer wieder auch nach Deutschland, Holland und in die Schweiz führte. Ebenfalls erfolgreich war S. als Fachpublizistin; ihre gemeinsam mit Margarete Schmaus (1903–88) verfaßten Bücher „Bildungsarbeit der Kindergärtnerin“ (1958, ⁵1985), „Die sozialpädagogische Arbeit der Kindergärtnerin“ (1964, ⁶1986) und „Erneuerung der Glaubenserziehung im Kindergarten“ (1968) avancierten zu Standardwerken und beeinflußten Praxis und Theorie der Kindergartenpädagogik in Deutschland über viele Jahre hinweg. 1960-80 leitete S. die „Kommission für Vorschulerziehung“ im „Internationalen Kath. Büro für das Kind“ als Präsidentin. 1982 zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Berufsleben zurück.

    Im Mittelpunkt von S.s Pädagogik steht das Kind, das nicht Objekt der Vermittlung von Werten und Verhaltensweisen ist, sondern dessen jeweils besonderes Verhalten von den Erziehenden respektiert und gefördert wird. Grundlage ihrer pädagogischen Auffassung blieb für S. das Evangelium und der Glaube an die Einmaligkeit jedes Menschen; oberstes Gebot war ihr die Erziehung zur Mitmenschlichkeit.

  • Literatur

    M. Rumpel, in: Unsere Kinder 1992, H. 4. S. 91;
    M. Berger, ebd., 1997, H. 4, S. 100 f. (P);
    ders., Führende Frauen in soz. Verantwortung, Mater M. S., in: Christ u. Bildung 2004, H. 3. S. 27 (P);
    Mitarbeiterinnen d. Paulus-Kindergartentagesstätte Wolfsburg, Die Chance d. Offenheit in d. Kindergartenpäd. d. Mater S., in: G. Regel u. A. Jan (Hg.), Offener Kindergarten konkret, 1993, S. 143-59;
    B. Riedel, Selber denken macht gescheit, Päd. arbeiten im Kindergarten, Ein Facharb.buch z. Schörlpäd., 2003 (P); BBKL 23 (W, L);|

  • Quellen

    Qu Ida-Seele-Archiv z. Erforsch, d. Gesch. d. Kindergartens, d. Soz.arb./-päd. (u. ihrer Bezugswiss.) sowie d. Frauenbewegung, Dillingen/Donau (P).

  • Autor/in

    Manfred Berger
  • Zitierweise

    Berger, Manfred, "Schörl, Margarete" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 435 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128598093.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA