Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Meißner Adelsfamilie
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 121101746 | OGND | VIAF: 45148694
Namensvarianten
  • Schönberg, Freiherren von (seit 1897)
  • Schomberg, von
  • Schomburg, von
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Zitierweise

Schönberg, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121101746.html [21.04.2021].

CC0

  • Leben

    Die Familie erscheint in der Mark Meißen erstmals urkundlich 1282 mit Sifridus de Schonenberc, benannt nach der Burg Schönberg (jetzt Roth-Schönberg) bei Wilsdruff, und war in der Folgezeit im sächs. Hof- und Militärdienst zahlreich vertreten. Drei Angehörige der Familie gelangten auf den Bischofsstuhl von Meißen: Dietrich ( 1370, s. Gatz IV) starb noch im Jahr seiner Ernennung, Caspar (um 1395–1463) und sein Bruder Dietrich (um 1400–76, beide s. Gatz III) leiteten das Bistum seit 1451 bzw. 1463. Zwei weitere wurden Bischöfe von Naumburg: Dietrich ( 1492), ein Neffe Caspars, 1481, Johannes ( 1517) 1492, nachdem er bereits seit 1483 als Koadjutor gewirkt hatte (beide s. Gatz III). Nikolaus (1472–1537) trat 1498 in Florenz in den Dominikanerorden ein, dessen Generalprokurator er 1508-15 war. Danach fungierte er als päpstl. Legat in verschiedenen Ländern. 1520 wurde er zum Erzbischof von Capua ernannt, 1535 zum Kardinal (s. LThK3; Altpreuß. Biogr. II; BBKL). Sein Bruder Dietrich (1484–1525, s. L), der 1515-20 in Diensten des Hochmeisters Albrecht stand und 1524 mit dem franz. Heer nach Oberitalien zog, fiel in der Schlacht bei Pavia. Sein Sohn Anton ( 1552/54, s. ADB 32), seit 1516 Mitglied des Dt. Ordens, schloß sich der Reformation an und leitete 1539 kurze Zeit die sächs. Regierung.

    Sifrids Urenkel Hanns (erw. 1422/48) und Nikol (erw. 1435, vor 1476), beide sächs. Räte und Hofmeister, bildeten die beiden Stämme der F'amilie. Kaspar ( 1489), Sohn des Hanns, war sächs. Hofmeister, Hofrichter und Geheimer Rat sowie Landvogt und Verweser in Meißen. Seine Söhne Hanns ( um 1523), Vorsteher der Ritterschaft des erzgebirg. Kreises, und Wolf ( 1546), sächs. Rat, Amtmann in Meißen und Oberhauptmann von Glauchau, bildeten die beiden Linien (Börnichen bzw. Thammenhain) des I. Stammes, Wolf (1500–68), sächs. Rat und Hauptmann von Rochlitz, und Moritz (1522–95), auf Börnichen, die Söhne des Hanns, Äste der I. Linie. Wolfs Sohn Hanns Wolf (1539–1603) war sächs. Hofmeister und Hauptmann von Stolpen und Radeberg. Caspar (1540–99, s. 1) wurde als franz. Rat und Marschall zum „Comte de Nanteuil et de Schomberg“ erhoben; sein Sohn Henri (1575–1632), 1625 Marschall von Frankreich, gehörte als „Surintendant des Finances“ zu den wichtigsten Personen der franz. Staates, ebenso sein Enkel Charles (1601–56), Comte de Nanteuil et de Durestal, Marquis d'Epinay, Duc de Haluin, als Marschall und Pair von Frankreich. Hans Friedrich (1543–1614, s. ADB 34) war Hofrichter in Wittenberg, Wolfs Urenkel Christian Johann (1608–72) Landesältester des Kreises Bautzen. Johann Friedrich Gf. (1691–1762, 1741 Reichsgf.) und dessen Sohn Adolf Heinrich Gf. (1737–95) wurden sächs. Konferenzminister und Wirkl. Geheime Räte, Gottlieb Ludwig Gf. (1726–91) franz. Feldmarschall und Inhaber des Dragoner-Rgt. Schomberg, deren Cousin Karl Friedrich Rudolf (1734–1806) sächs. Generalmajor. Ein Nachfahre des Moritz ( 1595) aus dem Haus|„Geußnitz“, Moritz Haubold (1770–1860), preuß. Wirkl. Geheimer Rat und Oberpräsident der Provinz Schlesien, heiratete Luise (1771–1856, s. ADB 32), Tochter des Christian Friedrich Gf. zu Stolberg-Wernigerode (1746–1824, s. ADB 36), die durch ihre schriftstellerische und karitative Tätigkeit hervortrat. Zwischen 1558 und 1761 leiteten fast ununterbrochen Vertreter der Familie das Oberbergamt Freiberg, 1542-57 Wolf zu Neusorge, 1558-84 Wolf zu Neusorge, 1584-88 Lorenz auf Oberreinsberg, 1588-1616 Heinrich auf Rechenberg, Purschenstein und Frauenstein, 1616-28 Caspar Rudolph auf Wilsdruff und Maxen, 1628-50 George Friedrich auf Mittelfrohna und Pfaffroda, 1650-76 Caspar auf Mittelfrohna, Pfaffroda und Dörnthal, 1676-1711 Abraham (1640–1711, s. 2) auf Wittgensdorf und 1734-61 Curt Alexander auf Oberschöna. Ein Nachfahre aus dem Haus „Börnichen“, Curt Alexander (1703–61, s. L), war sächs. Oberberghauptmann und russ. Generalbergdirektor. Kaspar ( 1666), Nachfahre des Wolf ( 1546), war Oberberg- und Amtshauptmann in Freiberg und Grillenburg. Nachfahre Adolf (1864–1927), auf Thammenhain, päpstl. Geheimkämmerer, verheiratet mit Josepha (1874–1945), Tochter des preuß. Diplomaten Karl Friedrich v. Savigny (1814–75, s. NDB 22), wurde 1897 in den sächs. Freiherrenstand erhoben. Adolfs Sohn Karl Friedrich Frhr. (1903–75) war mit Renata (1907–63), der Tochter des Generaldirektors der Fa. Villeroy & Boch Roger v. Boch-Galhau (1873–1917), verheiratet, seine Enkel sind Dr. iur. Rüdiger Frhr. (* 1940), Richter am Bundesfinanzhof, und der Diplomvolkswirt Friedrich Frhr. (* 1945); die Enkelin Maria-Josepha (* 1932) ist mit dem Brigadegeneral Hubert Bung (* 1920) verheiratet, Brigitta (* 1933) mit dem Diplomlandwirt Uve Gf. v. Wedel (* 1925), der bei der Internat. Arbeitsorganisation der UNO beschäftigt war, Christiana (* 1937) mit dem EU-Abteilungsleiter Otto Gf. v. Schwerin (* 1939). Adolfs Tochter Dr. phil. Angela (1906–91), Oberstudiendirektorin, war mit Rittmeister Johann Albrecht Gf. v. der Schulenburg (1898–1945 ⚔) verheiratet.

    Nikols ( vor 1476) Sohn Hanns ( um 1508) war sächs. Rat und Landvogt in Meißen, sein Urenkel Kaspar (1526–86) Präsident des Oberkonsistoriums. Dieses Amt bekleidete seit 1668 auch Hans Dietrich (1623–82, s. ADB 36), Sohn des sächs.-altenburg. Hofrats Anton ( 1638); 1672 wurde er sachsengotha. Geheimer Rat und Kanzler. Kaspars Enkel Kaspar Dietrich (1599–1673), auf Limbach, Roth-Schönberg, Bornitz und Saalhausen, und Hanns Uz ( 1657), auf Maxen, bildeten die beiden Linien des II. Stammes, Hanns Wolf (1648–1712), auf Ober- und Nieder-Reinsberg, Tanneberg und Bornitz, und Hanns Dietrich (1662–1726), auf Roth-Schönberg, die beiden Äste der I. Linie. Die II. Linie (Reichstädt u. Purschenstein) ist inzwischen im Mannesstamm erloschen. Christian Ferdinands Enkel Wolf (1780–1838) war sächs. Oberforstmeister, Bernhard (1827–1902, s. L) sächs. Oberrechnungskammerpräsident, Friedrich (1826–1903) sächs. Generalleutnant, Karl (1872–1914 s. L) als Kapitän Kommandant des Kreuzers „Nürnberg“, Walther (1861–1926) preuß. Generalmajor. Theda Camp v. S. (* 1923) ist mit Eberhard v. Kuenheim (* 1928), dem ehem. Vorstandsvorsitzenden der BMW AG, verheiratet.

  • Literatur

    A. Fraustadt, Gesch. d. Geschl. v. S., I, 1869-78;
    Bernhard v. Schönberg, dass., II, 1878;
    F. Wecken, Stammtafeln d. Geschl. v. S., 1925;
    Mitt. d. Roland 24, 1939, S. 33-39;
    K. E. Fritsch, Die S.porträts d. Bergak. Freiberg, in: Die Bergak. 14, 1962, S. 311 ff.;
    Wolf Erich v. Schönberg, Erinnerungen aus Alten Chroniken d. v. S.sehen Geschl., 1973;
    Nachrr.bl. d. Verbandes Der Sächs. Adel 7, 1976, S. 64-67;
    M. Sahrer v. Sahr v. Schönberg u. a., Die Gesch. d. Fam. v. S., Ausst. d. v. Schönbergschen Stiftung, 2004 (P);
    Stamm-Tafel d. Meißn. Geschl. v. S., 1994;
    Rößler-Franz;
    Adeliges Tb. 1904;
    GHdA 111, 138 (Adelige Häuser A XXIV, XXVIII), 1996, 2005, 13, 30, 74 (Frhrl. Häuser A II, V. XII), 1956/63/80, 107 (Frhrl. Häuser XVII), 1994, 128 (Adels-Lex. XIII), 2002 (L); – zu Dietrich
    ( 1525);
    K. Forstreuter, Vom Ordensstaat z. Fürstentum, 1950, S. 60-98;
    Altpreuß. Biogr. II;
    zu Curt:
    F. E. Matthes, C. v. S. u. seine Bemühungen um d. russ. Montanind. 1736-1742, in: Der Anschnitt 21, 1969, Nr. 6, S. 7-23;
    zu Karl:
    G. Wiechmann (Hg.), Vom Auslandsdienst in Mexiko z. Seeschlacht v. Coronel, Kpt. z. S. K. v. S., Reisetageb. 1913-1914, 2004 (P).

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Schönberg, von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 386-387 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121101746.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA