Lebensdaten
1915 bis 1986
Geburtsort
Duisburg
Sterbeort
Düren-Gürzenich
Beruf/Funktion
Sänger ; Tenor
Konfession
-
Normdaten
GND: 118758829 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schock, Rudolf Johann
  • Schock, Rudolf Johann
  • Schock, Rudolph

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Zitierweise

Schock, Rudolf, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118758829.html [27.08.2016].

CC0

Schock, Rudolf Johann

Tenor, * 4.9.1915 Duisburg, 13.11.1986 Düren-Gürzenich.

  • Genealogie

    V Rudolf ( 1923), aus Nieder-Sommerkau b. Dirschau (Westpreußen), Hafenarbeiter; M Anna Rick (um 1881–1968), aus Danzig, Putzfrau u. Garderobenfrau am Stadttheater in Duishurg; 3 B Alwin (Ps. Alwin Hendriks), Opernsänger, 1950 an d. Staatsoper in Berlin engagiert, später in e. Kaufhaus in Berlin tätig, Helmut (v. 1915-60), Bariton, an d. Dt. Oper in Dortmund engagiert, Gerhard (* n. 1915, 1] Madlon Harder, Opernsängerin, 2] N. N., Tänzerin an d. Theatern in Brandenburg u. Cottbus), Tenor, Opernsänger an d. Theatern in Brandenburg u. Cottbus, 1 Schw Elfriede ( Dr. Helge Petzhold, Theaterarzl in Hannover-Kirchrode), Opernsängerin; – Hannover-Linden 1940 Gisela Behrends, Tänzerin, T e. Beamten d. Stadt Oberhausen, als SPD-Mitgl. nach 1933 zwangspensioniert u. einige Jahre inhaftiert, nach 1945 wieder Stadtverordneter; 2 T Isolde (1941–83, Wolfgang Dehn, Sozialpäd.), Opernsängerin, Dagmar (* 1945, Johny Müller, Werbefachmann), Musiklehrerin.

  • Leben

    Nach dem frühen Tod des Vaters in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erlernte S. das Friseurhandwerk. 1934 erhielt er ein erstes Engagement als Chorsänger am Stadttheater seiner Heimatstadt und nahm Unterricht bei Gustav Pilken; 1936 wirkte er erstmals als Chorsänger in Bayreuth mit. 1937 an das Landestheater (später Staatstheater) Braunschweig engagiert, konnte er seine Technik bei dem Tenor Laurenz Hofer in Bayreuth vervollkommen. 1940 wurde S. zum Militärdienst eingezogen und konnte nur einmal kurzzeitig an der Wiener Oper (Sept. 1940) und an der „Dt. Oper“ in Berlin (1943/44) auftreten. Nach Kriegsende wurde er noch im Herbst 1945 an das Staatstheater Hannover und 1946 an die Berliner Staatsoper verpflichtet.

    1947 wechselte S. an die Hamburger Staatsoper (Ensemblemitglied bis 1956). Seit 1948 war er immer wieder auch bei den Salzburger Festspielen zu hören, u. a. als Mozarts „Idomeneo“ (1951) und 1954 in der Uraufführung von Rolf Liebermanns Oper „Penelope“. Als erster dt. Sänger nach dem Krieg hatte er 1948/49 ein Engagement an die Royal Covent Garden Opera in London erhalten; 1949 absolvierte er eine Australien-Tournee – mit dem Programm, das für den 1948 verstorbenen Richard Tauber, zeitlebens das große Vorbild S.s, vorgesehen gewesen war. Gastverpflichtungen führten S. mehrmals an die Dt. Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an die Münchner Staatsoper. Seit 1951 war er Mitglied der Wiener Staatsoper; 1952 wirkte er bei den Festspielen Edinburgh mit. Einen Höhepunkt seiner Karriere bildete 1959 die Rolle des Stolzing in Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen. Zuvor schon hatte er 1956 die „Meistersinger“ für die Schallplatte aufgenommen, eine Radioaufnahme des „Lohengrin“ und ein Engagement in dieser Partie am Staatstheater Braunschweig folgten.

    Neben seiner Operntätigkeit, die er 1976 mit dem „Belmonte“ aus der „Entführung aus dem Serail“ beendete, machte sich S. insbesondere auf dem Gebiet der Operette einen Namen. Seine Partnerin war oftmals Margit Schramm (1935–96), mit der er in zahlreichen Konzerten sowie 1963 in Berlin als „Graf von Luxemburg“ auf der Bühne stand und eine Vielzahl von Operetten-Auszügen aufnahm. Auch an einer Reihe von Fernsehproduktionen arbeitete S. mit, so in Opern- und Operetteninszenierungen, etwa „Tiefland“ (mit José Carreras, 1963), „Giuditta“ (mit Teresa Stratas, 1970) oder „Die Zirkusprinzessin“ (mit Ingeborg Hallstein, 1969) und trat in populären Fernseh-Sendungen auf. Außergewöhnlich erfolgreich auch als Filmsänger, übernahm er Hauptrollen u. a. in „Du bist die Welt für mich“ (in der Rolle Richard Taubers) (1953, Regie: Ernst Marischka), „Der Fröhliche Wanderer“ (1955) und „Der Csárdáskönig“ (1958).

    S. verfügte über eine lyrische Tenorstimme mit strahlender Höhe und einem besonderen|Schmelz, der ihn auch im italien. Fach brillieren ließ. So sind seine Leistungen auf dem Gebiet der Oper u. a. als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ und als Nemorino in Donizettis „Liebestrank“ zu sehen. Mit insgesamt über 75 Rollen war S. einer der bekanntesten dt. Tenöre in der zweiten Hälfte des 20. Jh.

  • Auszeichnungen

    österr. Kammersänger (1954); Goldener Electrola-Ring (1961); Goldener Bildschirm (1967 u. 1970); Goldene Schallplatte mit Brillanten (1968); Mercator-Medaille d. Stadt Duisburg (1971); Preis d. Robert-Stolz-Stiftung (1973); Hermann-Löns-Medaille (1985); BVK (1985).

  • Werke

    u. a. Autobiogr.: „Ach ich hab in meinem Herzen …“, Erinnerungen aufgezeichnet v. R. Ulrici, 1985, 1988 (zahlr. Rollen- u. Privatfotos); Verz. d. Bühnen- u. Konzertrepertoires , zus.gestellt v. F. Holle, ebd., S. 385-172;  – Discographie: ebd., S. 410-67;  – Filme: König der Manege, 1954 (Regie: Ernst Marischka);  Schön ist d. Welt, 1957 (Regie;  Geza v. Bolvary);  Das Dreimäderlhaus (Regie: E. Marischka), 1958;  Gfn. Mariza (Regie: Rudolf Schündler), 1958;  – Filmographie, zus.gestellt v. H. Holba. ebd., S. 473 f.

  • Literatur

    F. Herzfeld, R. S., 1962;  G. Rohde, Volkes Stimme, in: FAZ v. 15.11.1986;  K. Schumann, Der Tenor aus d. Kohlenpott, in: SZ v. 15.11.1986 (P);  R. S. & die Roelens, Der Tenor u. das Fräulein, Ausst.kat. Köln, Theaterwiss. Slg. d. Univ. zu Köln, hg. v. E. Buck, 2005 (P)Riemann mit Erg.bd.;  Munzinger;  Kutsch-Riemens;  J. Kesting, Die gr. Sänger, 1986;  Hist. Lex. WienNew GroveMGG2Nordrhein-Westfalen.

  • Autor

    Daniel Hirschel
  • Empfohlene Zitierweise

    Hirschel, Daniel, "Schock, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 351-352 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118758829.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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