Lebensdaten
1605 oder 1606 – 1672
Geburtsort
Köntopf bei Dramburg (Pommern)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
brandenburgischer Diplomat ; Festungsbauingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128847093 | OGND | VIAF: 18286860
Namensvarianten
  • Döge, Matthias
  • Dogen, Matthias
  • Dögen, Matthias
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Zitierweise

Dögen, Matthias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128847093.html [21.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Elias (1581–1626), Prediger in Köntopf, seit 1611 Diakonus in Dramburg;
    M Gertrud, T des Otto Boetticher, Insp. des Falkenburger Kirchenkreises, u. der Bürgermeisterstochter Anna Schultz aus Gartz/Oder;
    ⚭ Maria Vermeule;
    1 S.

  • Biographie

    D. bezog bereits 15jährig die Universität Frankfurt/Oder, studierte hier Mathematik, dann in Leiden technische Wissenschaften. Durch den holländischen Schiffs- und Festungsbau angeregt, trat er mit kleineren Arbeiten auf diesen Gebieten an die Öffentlichkeit und gewann dadurch bald ein Amt in der Amsterdamer Admiralität. Seine größeren Werke hatten eine so nachhaltige Wirkung, daß Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg beschloß, die nach dem veralteten Lynarschen System errichteten Berliner Festungswerke nach der D.schen Methode zu erneuern. Blieb D. als Festungsbauingenieur im wesentlichen ein Theoretiker, der am Bau der Berliner Festungswerke nur beratend mitwirkte, so war er Praktiker auf diplomatischem Gebiet. 1641 ernannte der Kurfürst den damaligen „Kommissar der Convoyen und Licenten in der Admiralität zu Amsterdam und Fürstlich Orangischen Rat“ D. zum Agenten in Den Haag, bald darauf zum Rat und Residenten für Amsterdam; denn hier am Orte seines früheren Wirkens war er besser am Platze. Seine Aufgaben waren: Liquidierung der vom damaligen Kurprinzen Georg Wilhelm als Statthalter von Kleve 1615 von dem Generaleinnehmer des Admiralitätskollegiums Peter Höfyser aufgenommenen Schuld von 100 000 holländischen Gulden, Herbeiführung einer Allianz mit den Generalstaaten und Erwirkung einer Anleihe. Seine diplomatische Tätigkeit fand ihre Krönung durch den Abschluß der Allianz mit den Generalstaaten im Juli 1655, an deren Zustandekommen er 8 Jahre gearbeitet hatte. Im August 1662 verließ er Amsterdam und verbrachte den Rest seines Lebens als Privatmann in Berlin.

  • Werke

    Architectura militaris moderna variis historiis tam veteribus quam novis confirmata et praecipuis totius Europae monumentis ad exemplum adductis exornata, Amsterdam 1647;
    Architecturae militaris modernae Theoria et Praxis, ebd. 1648.

  • Literatur

    ADB V;
    H. Saring, M. D., in: Zs. d. Ver. f. d. Gesch. Berlins, NF 3, 1942, S. 118 ff.

  • Porträts

    in Hauptbibl. d. Franckeschen Stiftung Halle/S.

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Zitierweise

    Saring, Hans, "Dögen, Matthias" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 17 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128847093.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Dogen: Matthias D., geb. 1605 oder 1606 in Dramburg, einem damals zur Neumark, jetzt zur Provinz Pommern gehörigen Städtchen, trat schon in frühen Jahren in niederländische Dienste und bekleidete in Amsterdam 35 Jahre ein Amt in der das Seewesen leitenden Admiralität, beschäftigte sich dabei mit der Kriegsbaukunst und gelangte mit dem Statthalter Friedrich Heinrich von Oranien in nähere Verbindung, mit dessen Unterstützung er 1647 im Verlage Ludwig Elzevir's in Amsterdam ein lateinisches mit bildlichen Darstellungen, namentlich vieler damaliger niederländischer Festungen ausgestattetes Werk unter dem Titel: „Architectura militaris moderna variis historiis tam veteribus quam novis confirmata et praecipuis totius Europae munimentis ad exemplum adductis exornata“, herausgab, welches, 1648 auch in französischer und deutscher Uebersetzung veröffentlicht, sich einer ausgedehnten Anerkennung erfreute. Damals (1647) stand D. bereits seit längerer Zeit zum Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, welchem er jenes Werk widmete, in einem Dienstverhältniß, zunächst als sein diplomatischer Agent, der ihm wöchentliche Berichte über die Vorgänge in Amsterdam lieferte, später auch, wo er den Titel eines kurfürstlichen Rathes führte, für fortificatorische Arbeiten in Anspruch genommen. So sind namentlich die neuen Festungswerke der Stadt|Berlin in den J. 1658 und 1659 nach seinen Vorschlägen ausgeführt worden. Auch beim Flottenbau bediente sich der Kurfürst seiner Mitwirkung. D. ist in Berlin am 24. Febr. 1672 gestorben. Witte, Diarium biograph., Gedani 1688. Das Dedicationsexemplar der Architectura befindet sich auf der königl. Bibliothek in Berlin.

  • Autor/in

    Th. , Hirsch.
  • Zitierweise

    Hirsch, Theodor, "Dögen, Matthias" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 294-295 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128847093.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA