Lebensdaten
1698 – 1752
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
schlesischer Volksführer ; Soldat ; Schuhmacher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135697964 | OGND | VIAF: 43060947
Namensvarianten
  • Döblin, Johann Christian
  • Döblin, Johann Christian
  • Döblin, Christian

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Döblin, Johann Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135697964.html [22.05.2024].

CC0

  • Biographie

    Döblin: Johann Christian D., geb. 1698 zu Krossen, 9. Aug. 1752 zu Breslau; Schuhmacher und Volksführer zur Zeit der preußischen Besitzergreifung. In Breslau hatte auf die Nachricht von dem Einrücken der Preußen die Regierung von dem Rathe verlangt, er solle zur besseren Vertheidigung kaiserliche Truppen, welche ein eifersüchtig bewachtes Privileg sonst von den Mauern Breslau's ausschloß, ausnahmsweise aufnehmen, und der Rath hatte, wenn auch widerstrebend, eingewilligt, ward aber am 14. Dec. 1740 durch den tumultuarischen Widerspruch der Zünfte unter Führung Döblin's gezwungen, den Beschluß zurückzunehmen, um die Stadt aus eigenen Mitteln zu vertheidigen, was dann in seinen Consequenzen wesentlich dazu beigetragen hat, die befestigte Hauptstadt so leicht in preußische Hände kommen zu lassen. D. hat zu seiner Haltung nicht religiöser Eifer bestimmt (wie Friedrich der Große irrthümlich angibt), denn er war katholisch, noch auch preußische Sympathie, sondern wesentlich die Erinnerung an die im 30jährigen Kriege von der Stadt zu ihrem Heile glücklich bewahrte Neutralität. Der Erfolg seiner Agitation hat ihm den erbitterten Haß der österreichisch Gesinnten, die sogar eine Spottmedaille auf den Schuster, der Breslau regiert habe, schlagen ließen, dagegen auch die Gunst König Friedrichs eingetragen, der ihm 2000 Thlr. schenkte und von ihm Nachrichten über die Stimmung in Breslau sich bringen ließ. D. ist dann, als er im September 1741 dem preußischen Heere Lebensmittel zuführen wollte, verwundet worden. Zur Entschädigung hat der König 1742 ihn, der früher nur „Beischuster“ war, zum Hofschuhmacher ernannt und ihm das Recht zum Lederausschnitt verliehen. Eine politische Rolle hat er nicht weiter gespielt und auch die Rathsherrnstelle, um die er 1742 den König bittet, schwerlich erhalten.

    • Literatur

      Grünhagen, Zwei Demagogen im Dienste Friedrichs des Großen, Breslau 1861, in den Abhandlungen der schlesischen Gesellschaft und eine nachträgliche Bemerkung dazu in der Zeitschrift des schlesischen Geschichtsvereins XI. Heft 2.

  • Autor/in

    Grünhagen.
  • Zitierweise

    Grünhagen, Colmar, "Döblin, Johann Christian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 274 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135697964.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA