Lebensdaten
1881 bis 1945
Geburtsort
Krefeld
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 130373958 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schneppenhorst, Ernst

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Zitierweise

Schneppenhorst, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130373958.html [18.09.2019].

CC0

  • Leben

    Nach einer Tischlerlehre (1895–98) und von Wanderschaft geprägten Berufsjahren wirkte S. 1906-18 als Geschäftsführer des Holzarbeiterverbands in Nürnberg. Daneben engagierte er sich in der örtlichen SPD, in deren Vorstand er bald aufstieg (1911-18). Als bayer. Landtagsabgeordneter (1912–20) und pazifistischer Linkssozialist gehörte er im Krieg zu den führenden Parteivertretern in Nürnberg mit hohem Ansehen v. a. in der jüngeren Generation. Auf dem Parteitag der bayer. SPD Mitte Okt. 1918 in München forderte er den Sturz der Monarchie, eine Verurteilung des Kronprinzen durch das Kriegsgericht und die Wiedervereinigung mit den „abtrünnigen“ Unabhängigen Sozialdemokraten. Am 9. November wurde er vom Nürnberger Arbeiter- und Soldatenrat zum Leiter des Generalkommandos des III. Armeekorps, eines der drei in Bayern stationierten Heeresteile, ernannt. Seine radikalen Forderungen zur Demokratisierung des Heeres trafen auch auf|Widerstand in der Revolutionsregierung. Sein erfolgloser Versuch, nach der Ermordung Eisners mit Truppen des III. Armeekorps die Situation in München in den Griff zu bekommen, war bestimmt von seiner radikaldemokratischen Ablehnung der „Reaktion“ wie des „Bolschewismus“, nicht von vielfach unterstellten gegenrevolutionären Absichten. Der seit dem 17.3.1919 amtierende Ministerpräsident Johannes Hoffmann berief ihn zum Minister für militärische Angelegenheiten. S. vermochte jedoch kein klares Konzept für die Organisation der angestrebten „Volkswehr“ zu entwickeln. Anfänglich votierte er womöglich für die Münchner Räterepublik, die am 7.4.1919 ausgerufen wurde, um die Spaltung der Arbeiterschaft zu verhindern, dann bekämpfte er sie jedoch als Militärminister und überzeugter Parlamentarier.

    Nach dem Übergang des bayer. Heeres an das Reich und seinem dadurch bedingten Ausscheiden aus der Regierung (22.8.1919) war S. bis zur Enteignung 1933 durch die Nationalsozialisten Inhaber eines optischen Instituts in Nürnberg. Das Festhalten an seinen demokratischen Idealen äußerte sich in seinem Engagement als Nürnberger SPD-Vorsitzender 1931–33, als Vorsitzender der Eisernen Front in Nürnberg und als Reichstagsabgeordneter 1932/33. Seit 1933 verfolgt und 1938 vorübergehend in Polizeihaft, wurde er 1944 im Zusammenhang des 20. Juli erneut verhaftet und kurz vor Kriegsende im Berliner Gefängnis Lehrter Straße von SS-Leuten ermordet.

  • Literatur

    P. Kritzer, Die bayer. Soz.demokratie u. d. bayer. Pol. in den J. 1918 bis 1923, 1969;
    Klaus-Dieter Schwarz, Weltkrieg u. Rev. in Nürnberg, 1971;
    D. Rossmeissl, Arbeiterschaft u. Sozialdemokratie in Nürnberg 1890-1914, 1977;
    Schumacher, M. d. R. (P);
    W. H. Schröder, Soz.dem. Parlamentarier in d. dt. Reichs- u. Landtagen 1867-1933, 1995;
    J. Merz (Bearb.), Die Protokolle d. Bayer. Min.rats 1919-1945, Das Kab. Johannes Hoffmann I (März-Mai 1919) (im Druck);
    Stadtlex. Nürnberg;
    – eigene Archivstud. (Bayer. HStA u. StA München).

  • Autor/in

    Johannes Merz
  • Empfohlene Zitierweise

    Merz, Johannes, "Schneppenhorst, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 321-322 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130373958.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA