• Genealogie

    V Franz, Landwirt, Gde.rechner in Heldenbergen;
    M Maria Fuhr;
    1927 1938 Käte v. Schab, geb. Brehm (1904–85);
    1 S Karl-Ernst (1928–68, ⚭ Erika v. Garnier, * 1932), zuletzt in Windhoek (Namibia).

  • Leben

    Nach dem Abitur 1918 in Offenbach/M. und kurzem Kriegsdienst als Kanonier studierte S. in Frankfurt/M. Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Schon vor der Promotion (1922) war er Deutschland-Referent einer schweizer. Finanzgruppe in Basel. Zunächst tätig in der Stahlbauindustrie bei den Firmen „Hein“, „Lehmann & Co. AG“ Düsseldorf, „Hilgers AG“ Rheinbrohl sowie der „Steffens & Nölle AG“ Berlin, wurde er 1925 in Berlin Juniorpartner und Direktionssekretär bei dem Investor Siegfried Arndt, dessen Basisunternehmen die „Kohlensäure-Industrie AG“ (KI-AG) war. Seit 1932 Teilhaber von Arndt, übernahm S. die Führung des Konzerns, der seine Beteiligungen auf die chemisch-pharmazeutisch-kosmetische Industrie ausgedehnt hatte. 1931 erfolgte die Übernahme und von S. durchgeführte Sanierung der Dresdner „Lingner-Werke“. Mit der Emigration Arndts 1933 in die Schweiz, später in die USA, übernahm S. die Firmenanteile seines jüd. Partners, wahrte dessen Interessen bis zu dessen Rückkehr 1945 und baute anschließend mit der Führungsmannschaft der zunächst nicht enteigneten Lingner-Werke (ODOL) das Unternehmen mit nunmehrigem Sitz in Düsseldorf neu auf. Nach dem endgültigen Rückzug Arndts aus dem Konzern 1955 führte S. die Firmengruppe KIAG mit Hilfe von Bankbeteiligungen weiter. Neben zahlreichen Aufsichtsratsmitgliedschaften war er 1949-68 Präsident der IHK Düsseldorf und 1963-69 Präsident des Dt. Industrie- und Handelstages; 1956 initiierte er die C. Rudolf Poensgen-Stiftung (bei der IHK Düsseldorf) zur Förderung des Führungsnachwuchses. Nach dem Tod seines einzigen Sohnes 1968 verkaufte er seine Konzernanteile 1970 an die „Preussag AG“, Hannover. S., passionierter Kunstsammler, konnte einen Teil seiner Sammlungen von Porzellan, Fayencen und moderner Malerei vor den sowjet. Truppen aus der Lausitz retten. Er trat als Förderer und Mäzen hervor, u. a. war er Mitbegründer der Kunstsammlung NRW, Kuratoriumsmitglied des Wallraf-Richartz-Museums Köln und des Folkwang-Museums Essen. Einen Großteil seiner Sammlung Meißener Porzellans, weltweit der bedeutendsten außerhalb des Dresdner Zwingers, stiftete S. dem Bayer. Nationalmuseum (Schloß Lustheim).

  • Auszeichnungen

    Gr. goldenes Ehrenzeichen d. Rep. Österr. (1960); Gr. Ehrenring d. Stadt Düsseldorf (1960); Gr. BVK mit Stern (1964), Schulterband u. Stern (1969); Dr. med. h. c. (Düsseldorf 1961); Ehrenkommandeur d. Ordens v. Brit. Empire (1965); Prof. e. h. (NRW 1966); Alexander-Rüstow-Medaille (1969); Bayerischer Verdienstorden (1970); „Ernst Schneider IHK Medien-Preis“ d. dt. IHK e.V. f. herausragende wirtsch.bezogene Rundfunk- bzw. Fernsehproduktionen (1971); Ehrenbürger v. Nidderau; Ernst-Schneider-Brunnen in Nidderau-Heldenbergen (1983).

  • Literatur

    W. Throm u. R. Altmann, E. S., Marktwirtsch. u. pol. Rationalität, FS z. 75. Geb., 1975 (P);
    Einsichten, Für Dr. E. S., Präs. d. DIH 1963-1969, hg. v. DIH, 1969 (P);
    Keramos, H. 78, 1977;
    A. Mahn, in: IHK-Ztg. Düsseldorf 20, 2000, S. 1, 18-20;
    S. Heym, A. Sommers u. M. Grigat, Meißener Porzellan d. 18. Jh. in Schloß Lustheim, 2004;
    Wi. 1967-1973;
    Munzinger;
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  • Quellen

    Qu DIH-Archiv; Archiv d. IHK Düsseldorf (beide Stiftung Rhein.-Westfäl. Wirtsch.archiv Köln).

  • Portraits

    Büste (IHK Düsseldorf);
    Ölgem. v. H. Luckner (IHK Düsseldorf).

  • Autor/in

    Jürgen Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Jürgen, "Schneider, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 287-288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123431557.html#ndbcontent

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