Lebensdaten
1902 bis 1993
Geburtsort
Merkendorf (Mittelfranken)
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 11750677X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmidt, Hermann Karl

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Zitierweise

Schmidt, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11750677X.html [24.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1859–1946), Pfarrer in Aufkirchen (Mittelfranken); M Anna Düring (1886–1939); Aufkirchen 1930 Edith Hanke (1905–88); 2 S, 2 T.

  • Leben

    S. besuchte die Internatsschule in Öttingen und legte 1920 in Ansbach das Abitur ab. Danach studierte er 1920-24 Mathematik und Physik an der Univ. und der TH München, u. a. bei Oskar Perron (1880–1975). 1927 wurde er mit einer Arbeit promoviert (Theorie d. linearen Differentialgleichungen mit Koeffizienten aus e. algebraischen Funktionenkörper), die einen Fakultätspreis erhielt. Seit 1927 Hilfsassistent bzw. Assistent bei Robert König (1885–1979) in Jena, mit dem eine fruchtbare Zusammenarbeit bestand, hahilitierte sich S. 1931 (1939 apl. Prof.). Während des Kriegs war S. als dienstverpflichteter wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sternwarte in Berlin-Babelsberg tätig. 1945 wurde er von der amerik. Besatzungsmacht nach Süddeutschland verbracht. Erst 1947 konnte er an der TH Braunschweig, zunächst auf einer Assistentenstelle, dann auf einer Diätendozentur wieder wissenschaftlich arbeiten. Seit 1951 war er o. Professor für Mathematik und Astronomie an der Univ. Würzburg (1970 em.). S. baute das dortige mathematische Institut nach dem Krieg sowohl in personeller Hinsicht als auch durch Errichtung eines Institutsgebäudes wieder auf, zunächst allein, seit 1953 zusammen mit Hermann Ludwig Schmid (1908–56) und Herbert Bilharz (1910–56). Mit beiden gründete er 1953 eine mit Drittmitteln finanzierte Forschungsstelle zur Förderung junger Mathematiker für deren inhaltliche Ausgestaltung er viel Zeit aufwandte.

    Als Wissenschaftler war S. ungewöhnlich vielseitig. Er galt als Kenner der klassischen Analysis und bearbeitete Themen auf den Gebieten der Analysis einer (reellen oder komplexen) Veränderlichen, der gewöhnlichen Differentialgleichungen, der Algebra|und Zahlentheorie. Seine bedeutendsten Arbeiten auf dem Gebiet der Analysis sind seine Habilitationsschrift (1931) und seine Arbeit über asymptotische Entwicklungen (1937). Mit ersterer schloß er eine Lücke in der Systematik der speziellen Funktionen (Darstellbarkeit als Periodenintegrale über Funktionen aus Riemannschen Klassen), mit der zweiten brachte er modernes strukturelles Denken als ordnendes Prinzip in ein Gebiet ein, das er lediglich als Sammlung heuristischer Rezepte vorfand. Damit etablierte sich S. als international anerkannter Experte für asymptotische Entwicklungen. Seine zahlentheoretischen Publikationen reichen von den Kettenbrüchen bis zur Konkretisierung und Exemplifizierung zeitgenössischer Methoden und Resultate.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung (1927) u. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1965); BVK (1991).

  • Werke

    Über multiplikative Funktionen u. d. daraus entspringenden Differentialsysteme (Habil.schr.), in: Math. Ann. 105, 1931, S. 325-80; Btrr. zu e. Theorie d. allg. asymptot. Darstellungen, ebd. 113, 1937, S. 629-56; Zur Approximation u. Kettenbruchentwicklung quadrat. Zahlen, in: Math. Zs. 52, 1948, S. 168-92.

  • Literatur

    J. Stoer, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1993, S. 256 f. (P); A. Bergmann u. H. W. Knobloch, in: Jber. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 101, 1999, S. 60-71 (W-Verz., P); Pogg. VI, VII a.

  • Autor

    Artur Bergmann, Hans Wilhelm Knobloch
  • Empfohlene Zitierweise

    Bergmann, Artur; Knobloch, Hans Wilhelm, "Schmidt, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 192-193 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11750677X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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