Lebensdaten
1861 bis 1927
Geburtsort
Steinhagen (Westfalen)
Sterbeort
Steinhagen (Westfalen)
Beruf/Funktion
Brennereibesitzer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139554777 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schlichte, Otto Robert
  • Schlichte, Robert
  • Schlichte, Otto Robert

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Zitierweise

Schlichte, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139554777.html [13.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1829–68), Kaufm., Brennereibes. in S.;
    M Luise Schwengebeck (1837–94);
    Ov Eduard (1833–76), führte nach Wilhelms Tod dessen Brennerei weiter;
    B Rudolf (1857–1915), nach Abitur am Realgymnasium in Bielefeld 1873-76 Lehre b. Brökelmann, Jäger & Co. in Neheim b. Arnsberg, führte mit R. d. väterl. Unternehmen in S. weiter;
    1890 Luise Upmeyer (1868–1958);
    2 S Werner (1896–1976), Herbert (1900–70), Dr. rer. pol., 1949-60 Vors. d. Verbands d. Markenspirituosen-Ind., beide nach S.s. Tod Mitinh. d. väterl. Unternehmens (beide s. Wi. 1970), 1 T.

  • Leben

    Nach Besuch der Volksschule in Steinhagen und des Gymnasiums in Bielefeld, das er ohne Reifeprüfung 1875 verließ, absolvierte S. eine praktisch-technische Ausbildung in der Brennerei des verstorbenen Vaters, die von dessen Bruder Eduard geführt wurde. Nach dessen Tod übernahm S. gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf die Leitung der Firma „H. W. Schlichte“, die damals den von ihr produzierten „Steinhäger“, einen Trinkbranntwein aus Wacholderbeeren, lediglich im engeren Umkreis des Ortes absetzte. Nachdem S. 1880-83 einen dreijährig-freiwilligen Militärdienst abgeleistet hatte, arbeitete er ausschließlich im Unternehmen, das er 1884 gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf von der Mutter kaufte, vergrößerte und modernisierte. Er beteiligte sich an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, wo sich das Unternehmen seit 1902 mit einem „Westfäl. Bauernhaus“ und eigenem Restaurationsbetrieb präsentierte. Das ursprünglich mit der Brennerei verbundene Ladengeschäft wurde aufgegeben, stattdessen gründete S. eine Cognac- und eine Korn-Dickmaisch-Brennerei. Bereits vor dem 1. Weltkrieg wurde der Schlichte-Steinhäger auch nach Übersee exportiert, 1921/22 gingen Lieferungen u. a. nach Südwestafrika, Südamerika, China und Thailand. 1906 eröffnete S. eine Zweigniederlassung in Brüssel (bis 1918). Im Inland unterhielt er Probierstuben in Köln und Berlin. Der industrielle Brennereibetrieb blieb mit ausgedehnter Landwirtschaft verbunden. 1923 baute S. eine herrschaftliche Villa außerhalb Steinhagens („Haus Hoberge“). Die Firma H. W. Schlichte blieb größter „Steinhäger“-Produzent Deutschlands. Nach S.s Tod ging sie auf seine Söhne über.

  • Literatur

    Industrielle, Vertreter Dt. Arbeit in Wort u. Bild, Berlin o. J.;
    S. Kreutz, Schlichte, Eine Fam.- u. Firmengesch. (ungedr. Studienarb., 1996); |

  • Quellen

    Qu Westfäl. Wirtsch.archiv, Dortmund.

  • Autor/in

    Ralf Stremmel
  • Empfohlene Zitierweise

    Stremmel, Ralf, "Schlichte, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 72 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139554777.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA