Lebensdaten
1905 bis 1999
Geburtsort
Heilbronn/Neckar
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Archäologe ; Professor in Basel
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118754289 | OGND | VIAF: 49231394
Namensvarianten
  • Schefold, Karl
  • Schefold, K.
  • Schefold- von den Steinen, Karl
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Schefold, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118754289.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1877–1962), aus Ulm, Dr. iur., Richter am Reichsfinanzhof, Mitgl. d. DVP;
    M Emilie Nusser (1879–1966), aus Ulm;
    Schw Lotte Wetter (1909-n. 1999), Soz.arb., Leiterin e. dt. Kindergartens in Brissago/Lago Maggiore;
    Athen 1935 Marianne (1906–97), T d. Karl v. den Steinen (1855–1929), aus Mülheim/Ruhr, Dr. med. et phil., Ethnologe, 1900-06 Dir. d. südamerik. Abt. d. Völkerkundemus. in Berlin, Prof., Ehrenmitgl. d. Berliner Ges. f. Anthropol., Ethnol. u. Urgesch. (s. L), u. d. Eleonore Herzfeld, aus jüd. Fam.;
    3 S Dian (* 1936), Prof. f. Staats- u. Verw.recht an d. FU Berlin, seit 1980 an d. Univ. Bremen (s. L), Reimar (* 1938), Lektor an d. FU Amsterdam, Prof. f. Ethnol. an d. Univ. Leiden, Bertram (* 1943), o. Prof. f. Nat.ök. an d. Univ. Frankfurt/M. (alle drei s. Kürschner, Gel.-Kal. 2003); Schwager Wolfram v. den Steinen (1892–1967), aus Olsen/Wannsee, seit 1938 ao. Prof. f. mittellat. Qu.kunde u. allg. Gesch. d. MA an d. Univ. Basel (s. I. Metzger-Buddenberg, Inventarisierung u. Verz. d. wiss. Nachlasses v. W. v. d. S., 1976; Munzinger; Schweizer Lex.), Herlinde v. den Steinen (⚭ Erich Wolff, Arzt in Bamberg, Kunstsammler, Schriftst.);
    Vt Konrad Ernst (* 1903), Prof. an d. Univ. Tübingen, Dir. d. Psychiatr. Landeskrankenhauses in Weinsberg, Reg.med.dir. (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1996).

  • Leben

    Am Eberhard-Ludwig-Gymnasium in Heilbronn wurde S. durch das Werk Stefan Georges sowie durch die Wandervogelbewegung nachhaltig geprägt. Nach dem Abitur begann er 1923, in Tübingen klassische Philologie zu studieren. 1924 nahm er eine Stelle als Hauslehrer in St. Petersburg an. 1925 in Jena und 1926-28 in Heidelberg setzte er sein Studium der Philologie v. a. bei Otto Regenbogen (1891–1966) fort. Beeinflußt von Ludwig Curtius (1874–1954), wandte sich S. der Archäologie zu und wurde 1934 in Marburg bei Paul Jacobsthal (1880–1957) aufgrund seiner „Untersuchungen zu den Kertscher Vasen“ promoviert. Mit Stipendien des Dt. Archäologischen Instituts (DAI) hielt S. sich 1929/30 in Leningrad, 1930/31 in Rom, 1931 in Griechenland auf. Hier stand er in Austausch mit Georg Karo (1872–1963), Emil Kunze (1901–94), Armin v. Gerkan (1884–1969) und Walther Wrede (1893–1990). 1932 leitete S. die Grabung in Larisa am Hermos, lernte Ernst Buschor (1886–1961) kennen und begleitete Hermann Schmitz (1882–1946) nach Anatolien, Syrien und Palästina. 1933 wurde er Assistent am DAI in Athen.

    Da seine Heirat mit einer Frau aus jüd. Familie eine weitere Beschäftigung am DAI ausschloß, ging S. 1935 in die Schweiz. Mit Unterstützung durch Ernst Pfuhl (1876–1940) und Peter Von der Mühll (1885–1970) habilitierte er sich 1936 in Basel (Der skyth. Tierstil in Südrußland, gedr. 1938, auch in: Eurasia septentrionalis antiqua 12, 1938). 1939 erhielt er hier einen Lehrauftrag für Archäologie des alten Orients und der christl. Antike. 1942 erfolgte seine Ernennung zum Extraordinarius für Klassische Archäologie, 1952 erhielt er ein persönliches Ordinariat, 1960 den wiedererrichteten Lehrstuhl E. Pfuhls (em. 1975). 1962 war S. an den Ausgrabungen in Eretria (Euböa) beteiligt. Zahlreiche|Schweizer Archäologen wurden hier in die praktische Feldarbeit eingeführt.

    Schwerpunkt der Forschungen von S., dessen Interessen von der Bronzezeit bis zur Spätantike reichten, war primär die klassische griech. Kunst, außerdem die röm. Kunst, wobei v. a. seine Arbeiten zur pompejanischen Malerei weiterhin gültig sind. Als einer der ersten richtete er seinen Blick auch auf die Griechenland benachbarten Kulturen und erweiterte durch Untersuchungen zum kulturellen Austausch den Horizont der Altertumswissenschaft. Ein erster großer Wurf gelang ihm mit seinen bis heute wichtigen Arbeiten zur antiken Porträtkunst (Die Bildnisse d. antiken Dichter, Redner und Denker, 1943, neubearb. u. erw. 1997). In zusammenfassenden Arbeiten befaßte er sich mit der griech. Mythologie (Gesch. d. griech. Sagenbilder, 5 Bde., 1964–89, I 21993). Seine sensible Interpretation antiker Kunstwerke war geprägt durch religiöse Deutungsmuster. S. verstand es, durch seine Schriften, durch Ausstellungen, Kurse und Exkursionen auch eine größeres Publikum für die antike Kunst zu begeistern. Mit Otto Rubensohn (1867–1964) und seinem Freund Herbert A. Cahn (1915–2002) gründete er 1956 in Basel die „Vereinigung der Freunde antiker Kunst“ und gab deren Organ, die Zeitschrift „Antike Kunst“, heraus. Besonders engagierte sich S. für die Gründung des „Antikenmuseums“ in Basel (1966), wofür er zahlreiche Geschenke und Leihgaben privater Sammler erwarb. S. hatte durch eine große Zahl von Schülern, insbesondere auch in Griechenland, weiterreichenden fachlichen Einfluß, auch wenn seine zeitgebundenen ästhetischen Ideale mit Methoden und Interpretation einer stärker an exakten Verfahren und am sozialen Kontext interessierten Altertumswissenschaft nicht mehr übereinstimmen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. DAI (1953) u. d. Österr. Archäol. Inst.;
    Ehrenmitgl. d. Amerik. Archäol. Inst.;
    korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1975) u. d. Brit. Ac. (1976);
    Dr. h. c. (Thessaloniki).

  • Werke

    Weitere W ca. 700 Publl., u. a. Orient, Hellas u. Rom in d. archäol. Forsch, seit 1939, 1949;
    Pompejan. Malerei, 1952;
    Die Wände Pompejis, 1957;
    Meisterwerke griech. Kunst, 1960 (Ausst.kat.);
    Vergessenes Pompeji, 1962;
    Frühgriech. Sagenbilder, 1964, Neufassung u. d. T. Götter- u. Heldensagen d. Griechen in d. Früh- u. Hocharchaischen Kunst, 1993;
    Die Griechen u. ihre Nachbarn, 1967;
    Götter- u. Heldensagen in d. Spätarchaischen Kunst, 1978;
    Führer durch Eretria, 1972 (mit P. Auberson);
    Wort u. Bild. Studien z. Gegenwart d. Antike, hg. v. E. Berger, 1975 (W-Verz.);
    Der rel. Gehalt d. antiken Kunst u. d. Offenbarung, 1998 (mit M. T. Jenny);
    Hugo v. Hofmannsthals Bild v. Stefan George, 1998;
    W-Verz. in: K. S., Bibliogr. 1930-1990, 1990;
    ergänzend: Antike Kunst, 1999, H. 2;
    Hg.:
    E. Pfuhl, Tausend J. griech. Malerei, neu hg. v. K. S., 1940;
    Autobiogr.:
    Die Dichtung als Führerin z. klass. Kunst, Erinnerungen e. Archäologen, Aus d. Nachlaß hg. v. M. Rohde-Liegle in Verbindung mit Dian, Reimar u. Bertram Schefold, 2003.

  • Literatur

    Gestalt u. Gesch., FS K. S. zu seinem 60. Geb.tag, hg. v. M. Rohde-Liegle, 1967 (Antike Kunst, Beih. 4);
    A. Kemmann, in: FAZ v. 17.1.1998;
    L. Giuliani, ebd. v. 21.4.1999;
    R. A. Stucky, in: NZZ v. 20.4.1999;
    ders., in: Antike Kunst 42, 1999, S. 71 f. (W);
    P. Zanker, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1999, S. 276-82 (P);
    H. Metzger u. J. M. Moret, in: Revue Archéologique 1999, S. 387-90;
    U. Pappalardo, in: Rivista di Studi Pompeiani 11, 2000, S. 7-9;
    Margot Schmidt, in: Gnomon 72, 2000, S. 571-75 (P);
    K. S.-Von den Steinen, Zur Erinnerung an d. Vater, übersandt v. d. Söhnen, 1999;
    BHdE II;
    Schweizer Lex.;
    E. Fuchs, in: Heilbronner Köpfe III (P); – Mitt. v.
    Dr. Klaus Junker (Mainz);
    zu Karl v. den Steinen:
    DBJ XI, S. 291 f. u. Tl.;
    Geol. Rdsch. 12, 1921, S. 99-108;
    Journal de la Soc. des Américanistes de Paris|, N. S. 22, 1930, S. 223-27;
    G. Kutscher, Berlin como Centro de Estudios Americanistas, Indiana Beih. 7, 1976, S. 70;
    Fischer;
    E. Banse, Lex. d. Geogr., II, 1933;
    H. Pleticha u. H. Schreiber, Lex. d. Entdeckungsreisen, 1999;
    zu Dian:
    Demokratie u. Selbstverw. in Europa, FS f. D. S. z. 65. Geb.tag, hg. v. A. Bovenschulte u. a., 2001.

  • Autor/in

    Bernhard Ebneth
  • Empfohlene Zitierweise

    Ebneth, Bernhard, "Schefold, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 616-617 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118754289.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA