Lebensdaten
1896 bis 1994
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Los Angeles
Beruf/Funktion
Komponist ; Dirigent
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 13508086X | OGND | VIAF: 32196991
Namensvarianten
  • Salter, Hans Julius
  • Salter, Hans
  • Salter, Hans Julius
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Zitierweise

Salter, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13508086X.html [20.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Bürovorsteher e. Brauerei;
    M N. N.; 4 Geschw.

  • Leben

    S., über dessen Schulbildung nichts bekannt ist, nahm mit 17 Jahren erstmals Klavierunterricht. Später erteilte er selbst Klavierstunden und trat als Gelegenheitsdirigent in kleinen Wiener Theatern auf. Er nahm Unterricht bei dem Dirigenten Felix v. Weingartner (1863–1942) und war für ein halbes Jahr Kompositionsschüler Alban Bergs (1885–1935). Höheren Stellenwert maß S. allerdings den Kompositionsstudien bei Franz Schreker (1893–1990) bei, wo er auch seine Fertigkeiten auf dem Gebiet der Orchestrierung erwarb. In den 20er Jahren arbeitete S. zunächst mit großem Geschick als Wiener Operetten- und Filmdirigent, übersiedelte dann aber nach Berlin, wo es ihm nach Anfangsschwierigkeiten gelang, von der UORG als Dirigent und Arrangeur verpflichtet zu werden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kehrte er 1933 für vier Jahre nach Wien zurück, ehe er sich zum Exil in den USA entschloß. Dank seiner guten Kontakte zu Wiener und Berliner Emigranten erhielt S. bald erste Aufträge im Filmgeschäft, und seit 1938 wurde das Studio „Universal Pictures“ für fast 30 Jahre sein Hauptarbeitgeber.

    S. komponierte, arrangierte und dirigierte die Musik zu mehr als 200 Filmen, darunter vielen, die seinen Namen nicht im Vorspann führten, weil nur der Musikalische Direktor genannt wurde. Vielfach teilte sich S. die Arbeit an einem Film mit seinem Kollegen Frank Skinner, bisweilen auch mit drei oder vier weiteren Komponisten, darunter Paul Dessau, Henry Mancini und Herman Stein. Gemeinsam betreuten sie alle gängigen Filmgenres vom Abenteuerfilm bis zum Western. S. komponierte die Musik u. a. zu „Scarlet Street“ (1945), „Bend of the River“ und „Against All Flags“ (jeweils 1952, dt. Fernsehfassung „Gegen alle Flaggen“) mit Errol Flynn. In den 50er Jahren übernahm er neben seiner Tätigkeit bei Universal auch Kompositionsaufträge kleinerer Hollywoodstudios, z. B. „Allied Artists“. Im letzten Jahrzehnt seiner Karriere wechselten Filmkompositionen mit Fernsehproduktionen, darunter für die Serie „The Virginian“ und den TV-Mehrteiler „Maya“. 1967 beendete S. seine Kompositionstätigkeit. Kurz vor Ende seines Lebens erlebte er noch ein erneuertes Interesse von Filmmusikforschern und -sammlern an seinen auf etlichen LPs und CDs veröffentlichten Filmpartituren.

  • Werke

    Auswahlfilmogr. (z. T. Co-Komponist): Miracle on Main Street, 1938;
    Tower of London, 1939;
    Seven Sinners, 1940;
    The Wolf Man, 1941;
    The Ghost of Frankenstein, 1942;
    The Spoilers, 1942;
    Sherlock Holmes Faces Death, 1943;
    The Magnificent Doll, 1946;
    The Reckless Moment, 1949;
    Borderline, 1950;
    Apache Drums, 1951;
    The Far Country, 1954;
    This Island Earth, 1955;
    Wichita, 1955;
    Autumn Leaves, 1956;
    Red Sundown, 1956;
    The Man in the Shadow, 1957;
    Follow That Dream, 1962;
    Gunpoint, 1966;
    Return of the Gunfighter, 1967;
    Maya, TV, 1967;
    Teilnachlaß:
    Univ. of California, Los Angoles, Music Library: Special Collection (Dok. aus d. J. 1935–78).

  • Literatur

    P. N. Jones, The Ghost of H. J. S., in: Cinefantastique Vol. 7, No. 2, 1978, S. 10-25 (P);
    H. Martin, Unter allen Flaggen, H. J. S., Porträt u. Interview, in: Filmharmon. Bll. 5, 1987, S. 38-13 (P);
    J. Marcello, The Music of The Wolf Man, in: The Wolf Man, MagicImage Filmbooks 12, hg. v. Ph. Riley, 1993, S. 67-90 (P);
    D. Kothenschulte, Meister d. Schrekkens, Zum Tode d. Filmkomp. H. J. S., in: Film-Dienst 17, 1994, S. 16;
    G. Kester, H. J. S., An obituary, in: Legend 16, 1994, S. 31;
    M. Omasta, in: epd Film 9, 1994, S. 11 f.;
    T. Thomas, Filmmusik, 1995, S. 94-114 (P);
    H. G. Asper, Musik, H. J. S., Ein filmmusikal. Schaffen über fünf J.zehnte, in: Film-Dienst 12, 1998, S. 32-35.

  • Autor/in

    Matthias Wiegandt
  • Empfohlene Zitierweise

    Wiegandt, Matthias, "Salter, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 398-399 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13508086X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA