Lebensdaten
erwähnt 1097, gestorben 1122
Beruf/Funktion
Bischof von Basel
Konfession
-
Normdaten
GND: 139310681 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rudolf
  • Basel, Rudolf von

Orte

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Zitierweise

Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139310681.html [22.07.2018].

CC0

  • Leben

    R., der nach jüngerer ungeprüfter Überlieferung dem Geschlecht der dem Bistum Basel traditionell eng verbundenen Grafen von Homburg (Alt-Homburg im Fricktal b. Tierstein, Diözese Basel) entstammte, ist erstmals 1097 als Propst des Basler Domkapitels bezeugt; zudem war er Propst des Kapitels am Zürcher Großmünster. Schon bald nach dem Tod seines Vorgängers Burchard (12. April) erhoben, muß R. bald die Anerkennung Heinrichs V. gefunden haben, an dessen Hof in Mainz er am 2.5.1107 erstmals nachweisbar ist. Noch im selben Jahr leistete er Ebf. Guido von Vienne, dem späteren Papst Calixt II., der damals der Erzdiözese Besançon als Administrator vorstand, zusammen mit dem auch später noch an seiner Seite begegnenden Bischof Gerhard von Lausanne den Obödienzeid. R. gilt wegen seiner Förderung der Augustiner in Marbach (Elsaß), wo er 1115 eine Altarweihe vornahm, und wegen seiner Beteiligung bei der Gründung der Leonhardskirche in Basel (1118 oder 1119), wo unter R.s Nachfolger Adalbero (1135–37) um 1135 Augustiner aus Marbach einzogen, als reformorientiert und päpstlich gesinnt; er arbeitete jedoch mit Heinrich V., in dessen Umgebung er zwischen Aug. 1111 und Sept./Okt. 1119 mehr als zehnmal begegnet, auch dann noch zusammen, als dieser nach dem im April 1111 von Papst Paschalis II. erpreßten Investiturprivileg mit der Reformpartei in Konflikt geraten war. Ein direkter Einfluß des Bischofs in der Reichspolitik ist allerdings nicht nachzuweisen. Heinrich V. hat Basel im Sept. 1110 auf seinem Weg nach Italien und im März 1114 ein zweites Mal aufgesucht. Die damals bestätigten Rechte der Basler Kirche über die an der Straße über die Bündner Pässe gelegene Abtei Pfäfers wurden zwei Jahre später von Papst Paschalis II., an den sich das Kloster gewandt hatte, nicht anerkannt. Im Streit mit St. Blasien über die Basler Vogteirechte gelang es R., im April 1120 eine die Basler Rechtsauffassung stützende Urkunde durch die Legaten Calixts II. zu erwirken. Vor seinem Tod trat R. als Mönch ins Kloster Cluny ein, mit dem er zuvor schon in Kontakt stand.

  • Literatur

    Helvetia Sacra I/1, 1972, S. 170 f.;
    J. Siegwart, Die Chorherren- u. Chorfrauengemeinschaften in d. dt.sprachigen Schweiz, 1962, S. 303-06;
    P. Rück, Zur Basler Bildungsgesch. im 12. Jh., in: Freiburger Gesch.bll. 52, 1963/64, S. 52-54;
    ders., Urkk. d. Bischöfe v. Basel, 1966, S. 54-61;
    ders., Die Urkk. d. Basler Bf. R. f. d. Chorherrenstift Saint-Dié v. 27. Febr. 1122. in: Basler Zs. f. Gesch. u. Altertumskunde 74, 1974, S. 81-98;
    G. Boner, Das Bm. Basel, in: Freiburger Diözesan-Archiv 88, 1968, S. 25-27;
    H. Büttner, St. Blasien u. d. Bm. Basel, in: Schwaben u. Schweiz im frühen u. hohen MA, 1972, S. 136-141;
    B. M. v. Scarpatetti, Die Kirche u. d. Augustiner-Chorherrenstift St. Leonhard in Basel, 1974, bes. S. 44-48 (hierzu vgl. P. Rück, in: Schweizer Zs. f. Gesch. 25, 1975, S. 148-54).

  • Autor/in

    Herbert Zielinski
  • Empfohlene Zitierweise

    Zielinski, Herbert, "Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 172-173 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139310681.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA