Lebensdaten
erwähnt 1407, gestorben 1427
Sterbeort
Meißen
Beruf/Funktion
Bischof von Meißen
Konfession
-
Normdaten
GND: 138070644 | OGND | VIAF: 88138250
Namensvarianten
  • Planitz, Rudolf von
  • Rudolf I.
  • Rudolf von Planitz
  • mehr

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Zitierweise

Rudolf von Planitz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138070644.html [20.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus in d. Mark Meißen u. im Vogtland ansässiger, ritterbürtiger Fam. mit Stammsitz in Planitz b. Zwickau.

  • Leben

    R., dessen Geburtsjahr unbekannt ist, gehörte den Domkapiteln von Meißen und Naumburg an, wo er seit 1407 Dompropst war. Am 9.1.1411 wurde er zum Bischof von Meißen gewählt, erlangte am 11. März von Papst Johannes XXIII, die Konfirmation, am 31. Mai die Bischofsweihe durch den Merseburger Bf. Walter v. Köckritz im Naumburger Dom und wurde am 8. Juni in Meißen feierlich eingeholt. Von seinem Vorgänger Thimo v. Colditz (reg. 1399-1410) übernahm er ein schwer verschuldetes und durch Verpfändungen belastetes Hochstift, weshalb mit Zustimmung des Domkapitels Hochstiftsbesitz verkauft und weitere Kredite aufgenommen werden mußten. Zur Bezahlung der päpstl. Bestätigung (2800 Gulden) schrieb R. zudem im Nov. 1411 eine Klerussteuer aus. Gleichzeitig wurden die Diözesangeistlichen durch Einhebung einer päpstl. Steuer für den Kampf gegen Kg. Ladislaus von Ungarn belastet.

    Da Weihe und Einsetzung Bischof R.s ohne Wissen des Magdeburger Ebf. Günther (1382–1445) erfolgt war, der Meißen trotz des päpstl. Exemtionsprivilegs von 1399 weiterhin als Suffraganbistum betrachtete, kam es seit 1412 zu Auseinandersetzungen, die in einem militärischen Konflikt eskalierten und am 16.7.1415 mit einem Waffenstillstand vorläufig beigelegt wurden.

    Obschon Meißen als Reichsbistum galt (Verleihung d. Regalien u. Bestätigung d. Privilegien durch Kg. Sigismund am 4.5.1415) konnten die Markgrafen von Meißen ihren Einfluß auf das Domkapitel weiter ausbauen, indem Friedrich d. Streitbare von Papst Martin V. 1422 die Präsentation auf insgesamt acht Domkanonikate zugestanden wurde.

    Die von R. überlieferten Urkunden belegen durchweg seine Bemühungen um die Entschuldung des Hochstifts und die Wiedereinlösung der verpfändeten Burgen und Güter. Ein weiteres drängendes Problem seiner Amtszeit waren die Hussitenkriege. Über R.s Beteiligung daran geben die Quellen keine Auskunft; ebenso ist über sein geistliches Wirken kaum etwas bekannt.

  • Quellen

    Qu Urk.b. d. Hochstifts Meißen, hg. v. E. G. Gersdorf, Bd. 2-3 (Codex diplomaticus Saxoniae regiae II/2-3), 1865-67.

  • Literatur

    Urk.b. d. Hochstifts Meißen II (s. Qu), S. XXVII-XXX;
    W. Rittenbach u. S. Seifert, Gesch. d. Bischöfe v. Meißen 968-1581, 1965, S. 282-94;
    J. Rogge, Zum Verhältnis v. Bf. u. Domkap. d. Hochstifts Meißen im 14. u. 15. Jh., in: Röm. Quartalschr. 91, 1996, S. 182-206;
    B. Schwarz, Die Exemtion d. Bm. Meißen, in: ZSRGK 88, 2002, S. 294-361;
    Gatz IV.

  • Autor/in

    Enno Bünz
  • Empfohlene Zitierweise

    Bünz, Enno, "Rudolf von Planitz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 177 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138070644.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA