Lebensdaten
1898 – 1998
Geburtsort
Sankt Magnus bei Bremen
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
-
Normdaten
GND: 139811214 | OGND | VIAF: 256076024
Namensvarianten
  • Rothfos, Johann Bernhard
  • Rothfos, Bernhard
  • Rothfos, Johann Bernhard

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Zitierweise

Rothfos, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139811214.html [28.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Dietrich, Gastwirt u. Lebensmittelhändler in St. M.;
    M N. N.;
    ⚭ Mika, T d. Cuno Benecke (1858–1936);
    3 S Dieter (1923–43), Cuno (* 1924), Jan-Beernd (* 1926), 1 T Antje Kettel (* 1928).

  • Biographie

    Nach seinen Schuljahren in St. Magnus trat R. 1914 eine kaufmännische Lehre bei der Bremer Kaffee-Importfirma „Resing & Co.“ an, leistete Kriegsdienst und war dann einige Jahre in der Berliner Zweigniederlassung einer weiteren Bremer Kaffee-Importfirma tätig. 1922 nach Bremen zurückgekehrt, gründete er hier im selben Jahr mit Hermann H. F. Gollücke die Rohkaffee-Importfirma „Gollücke und Rothfos“ als offene Handelsgesellschaft. Seit 1925 unterhielt das Unternehmen ein Einkaufsbüro in Hamburg. Nachdem Gollücke bereits 1926 das Hamburger Haus verlassen hatte, schied R. 1927 als Gesellschafter aus der Bremer Firma aus; beide arbeiteten fortan auf eigene Rechnung. R. ging nach Hamburg und bezog ein Büro am Sandtorkai. Trotz starker Konkurrenz wuchsen die Umsätze der Firma bis Ende der 20er Jahre rasch an. Bis zur Einschränkung des freien Außenhandels durch Devisenbewirtschaftung und Kontingentierung im Zuge der NS-Handelspolitik in den 30er Jahren bestritt das Importhaus Rothfos 5-6% der dt. Rohkaffee-Einfuhren. Nach dem Niedergang des Kaffeehandels im 2. Weltkrieg wurden die Kontore der Firma bei der Bombardierung Hamburgs 1943 zerstört.

    Nach Kriegsende widmete sich R. zunächst der Verarbeitung und dem Vertrieb von Heilkräutern und Wild fruchten für pharmazeutische Betriebe; 1948 entstand daraus in Wahlstedt als Filialunternehmen die „Arbeitsgemeinschaft für den Vertrieb von Konsumgütern GmbH“ (arko), die heute bundesweit mehr als 300 Filialen besitzt. Seit 1948 wieder im Kaffeehandel tätig, siedelte R. seine Firma 1949 erneut in der Hamburger Speicherstadt an, handelte aber vorübergehend auch mit anderen Gütern. Das Handelshaus „Bernhard Rothfos AG“ entwickelte sich nach der vollständigen Liberalisierung des Kaffeehandels 1955 zu einem der führenden Rohkaffee-Handelsunternehmen der Welt und kontrollierte mit Niederlassungen in Anbauländern, Handelszentren in Konsumländern, Anlagen zur Lagerung und Verarbeitung von Rohkaffee sowie Verarbeitungsbetrieben zeitweise mehr als 10% des Welthandels. Zu den Verarbeitungsbetrieben, die R. aufbaute, gehören die „Union Kaffee Rösterei“ und die 1955 gegründete „Dt. Extrakt Kaffee GmbH“ (DEK). Seit 1977 übergab R. Teile seiner Unternehmen schrittweise an seine Söhne Cuno und Jan Beernd. 1988 verkaufte die Familie ihre Aktienmehrheit an Michael R. Neumann, den Alleininhaber der „Hanns R. Neumann GmbH und Co KG“, die so zum weltgrößten Rohkaffee-Handelshaus avancierte.

    R. widmete sich lebenslang sozialen und wohltätigen Aufgaben, u. a. mit der 1962 gegründeten „Mika Rothfos-Stiftung“ zur Altersfürsorge bedürftiger Menschen.|

  • Auszeichnungen

    brasilian. u. kolumbian. Verdienstorden;
    Ehrebürger d. Stadt Wahlstedt (Kr. Seegeberg. Schleswig-Holstein);
    Vorstandsmitgl. u. Vors. d. „Vereins d. am Caffee betheiligten Firmen“.

  • Literatur

    H.-G. Müller-Henniges, B. R., Seit 75 J. in d. Welt d. Kaffees, 1997;
    U. Becker, Kaffee-Konzentration, 2002.

  • Autor/in

    Dirk Brietzke
  • Zitierweise

    Brietzke, Dirk, "Rothfos, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 125-126 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139811214.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA