Lebensdaten
1841 – 1892
Geburtsort
Döllach (Kärnten)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Theaterunternehmer ; Theaterintendant ; Theaterdirektor
Konfession
-
Normdaten
GND: 13923022X | OGND | VIAF: 100522135
Namensvarianten
  • Ronacher, Anton

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Zitierweise

Ronacher, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13923022X.html [28.11.2022].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Forstmann;
    M N. N.

  • Biographie

    R. erwarb nach abgebrochener Sattlergehilfenlehre zunächst eine Gastwirtschaft, später das Hotel „Kaiserin Elisabeth“ in Klagenfurt und kurz darauf in Graz das „Café Stadtpark“, ferner zwei Hotels in Marburg und Ödenburg. Vermutlich 1872 richtete er in Wien nach Pariser Vorbildern zunächst das Konzertcafe „Alhambra“ ein und übernahm das renommierte „Dritte Kaffeehaus“ im Prater, das er durch ein Sommertheater erweiterte, in dem kleinere Operetten, Schwänke und Possen sowie Varietéprogramme zur Aufführung gelangten. Schließlich kaufte er noch das Odeon, das als „Ronachers Grand Etablissement“ firmierte und einen Restaurantbetrieb mit Konzerten, Bällen und kleinen Theateraufführungen verband. R. engagierte auch den Seiltänzer Jean François Blondin, der die Wasserfälle des Niagara auf einem Seil überquert hatte und der nun in der Rotunde, dem anläßlich der Weltausstellung von 1873 errichteten großen Ausstellungsgebäude, auftrat. 1887 kaufte er die Ruine des 1884 abgebrannten Wiener Stadttheaters und ließ sie von Ferdinand Fellner (1847–1916) zu einem Varietétheater großen Stils umbauen. Die Eröffnungsvorstellung am 21.4.1888 war ein gesellschaftliches Ereignis. Das Programm umfaßte Darbietungen von Equilibristen, Musikalclowns, Radfahrartisten, Parterreakrobaten, Wiener Volkssängern und Gesangskomikern. R. geriet zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten, da die aus den Baukosten stammenden Verbindlichkeiten nicht abgedeckt werden konnten. Er fand 1889 in England Teilhaber einer Ronacher-Gesellschaft und war ein Jahr Direktor des Hauses. 1890 ging er nach Berlin und gründete das „Theater unter den Linden“, starb jedoch bald an schwerer Krankheit.

    R. hat den Stil des Hauses, das seit 1888 bis heute seinen Namen trägt, allerdings nach dem 2. Weltkrieg mehrfach zu anderen Zwecken wie der vorübergehenden Unterbringung des Burgtheaters oder als Studiobühne für das österr. Fernsehen diente, als großbürgerliches internationales Varietétheater entscheidend geprägt. Das nach einer Sanierung 1993 wiedereröffnete Theater gehört heute zum Verband der Vereinigten Bühnen Wiens und dient v. a. Operetten-, Musical- und Showproduktionen.

  • Literatur

    T. Ottawa, R., Der Roman e. weltberühmten Wiener Varietés, in: Die gr. Österr.-Illustrierte, Wien, 1959/60;
    G. Eberstaller, Zirkus u. Varieté in Wien, 1974 (P);
    ders., Ronacher, Ein Theater in seiner Zeit, 1993;
    H. Ihla, Das Ronacher als Varietétheater, Diss. Wien, 1978;
    L. E. Seelig, Ronacher, Die Gesch. e. Hauses, 1986;
    B. Lang, Ronacher Reminiszenzen, in: Circus gestern – heute, Mitt.bl. d. Ges. d. Freunde d. Österr. Circusmus., H. 30 ff., 1996 ff.;
    ÖBL;
    Hist. Lex. Wien.

  • Autor/in

    Gerhard Eberstaller
  • Zitierweise

    Eberstaller, Gerhard, "Ronacher, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 27 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13923022X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA