Lebensdaten
1823 – 1904
Geburtsort
Dautphe (Kreis Biedenkopf)
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Eisenhüttentechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139268669 | OGND | VIAF: 100556432
Namensvarianten
  • Römheld, Julius
  • Römheld, Julius

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Römheld, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139268669.html [27.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    Aus seit d. 17. Jh. in Nordhessen nachweisbarer Pfarrer- u. Beamtenfam.;
    V Friedrich Carl (1787–1854), Pfarrer in D., S d. Konrad Daniel (1755–1818), Pfarrer in Meiches b. Lauterbach, u. d. Wilhelmine Gerland, aus Hohensolms;
    M Amalie (1802–79), T d. Johann Konrad Theis (Theiß ?), Dr., Amtmann in Marburg, u. d. Dorothea Friederike Haage (1770–1808);
    Ur-Gvv Johann Dietrich ( 1761), Pfarrer in Kirchberg b. Gießen;
    Ov Ludwig ( 1866), Pfarrer in Königstädten;
    13 Geschw;
    1852 Wilhelmine (1825–75), T d. Wilhelm Jungeblodt (1792–1829), Justizkommissar in Mülheim/Ruhr, u. d. Margarete Rosorius (1785–1853);
    3 S, u. a. Wilhelm (1855–1909), Fabr., techn. Leiter d. Eisengießerei Julius Römheld in M., Mitgl.d. Stadtverordnetenverslg. ebd., KR, Hugo (1856–1907), kaufm. Leiter d. Eisengießerei Julius Römheld in M., beide Inh. u. Geschäftsführer d. väterl. Fa., 6 T (2 früh †);
    E Wilhelm (* 1885), aus Mainz, Dipl.-Ing., Eisengießer, Vorstandsmitgl. u. Leiter d. Julius Römheld AG (s. Rhdb.; Wenzel);
    Vt Ludwig (1824–71), hess. Kreisrat; Verwandte Gustav v. R. (1861-1933, ghzgl. hess. Adel 1918), aus Dieburg (Hessen), Pol., Chef d. ghzgl. hess. Kab., 1904-21 Dir. d. Hess. Landesmus., WGR (s. Rhdb.; NDB VIII*), Frieda-Ludwiga v. R. (* 1901, Karl Wolff, 1900–84, Chef d. persönl. Stabes d. Reichsführers d. SS, s. Biogr. Lex. z. Dritten Reich, ²1998).

  • Biographie

    R. wurde durch Hauslehrer erzogen und trat 1838 eine Lehre bei dem Hofmechanikus und Münzmeister Friedrich Wilhelm Breithaupt (1780–1855) in Kassel an, wo er die Fertigung mathematischer, physikalischer und optischer Instrumente erlernte. 1843 wechselte er zur Buchdruckerei und Schriftgießerei von Benjamin Krebs in Frankfurt/M., um dort eine von seinem Onkel August Theiß entwickelte Schriftsetzmaschine zu bauen. Zur Vervollständigung seiner Ausbildung ging R. 1845 als Volontär zur Lokomotivfabrik von Emil Kessler in Karlsruhe und ergänzte daneben seine theoretischen Kenntnisse als Hospitant auf dem dortigen Polytechnikum. 1846 begann er als Mechaniker in der Maschinenwerkstatt der Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim/Ruhr, 1847 übertrug man ihm die technische Leitung des Hochofenbetriebs, 1849 konnte er den von ihm konstruierten ersten Kokshochofen des Ruhrgebiets in Betrieb nehmen (nahezu zeitgleich wurde auf d. Hüttenwerk Eintracht b. Hochdahl e. Kokshochofen angeblasen). 1852 folgte der Wechsel als technischer Direktor zur ein Jahr zuvor gegründeten Niederrhein. Hütte in Duisburg, wo unter seiner Leitung ebenfalls eine Anlage mit Kokshochöfen in Betrieb ging. 1855 berief man R. zur „Vulkan AG für Hüttenbetrieb und Bergbau“, ebenfalls in|Duisburg, wo er den Bau und Betrieb des gesamten Hüttenwerks leitete. Nach Meinungsverschiedenheiten mit den Aktionären verließ R. 1858 das Ruhrgebiet und machte sich selbständig. 1859 eröffnete er in Weisenau bei Mainz eine Eisengießerei, die er in den folgenden Jahren durch Bearbeitungswerkstätten und eine Eisenbauabteilung erweiterte. Das Unternehmen entwickelte sich zu einem bedeutenden Gießerei- und Stahlbauuntemehmen. Nachdem Anfang der 1890er Jahre seine Söhne Wilhelm und Hugo in verantwortlicher Position in das Unternehmen eingetreten waren, wandte sich R. verstärkt wirtschafts- und sozialpolitischen Fragen zu. Er wirkte entscheidend bei der Gründung der „Süddt. Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft“ 1884 und dem Aufbau der Reichsunfallversicherung mit. Als Vorsitzender einer Kommission war er 1882 maßgeblich an der Aufstellung gerichtlicher Honorarnormen für technische Sachverständige beteiligt.

    R.s besondere Verdienste lagen bei der Einführung des Kokshochofens im Ruhrgebiet, d. h. der Verwendung von Steinkohlenkoks bei der Roheisenherstellung anstelle der bisher üblichen Holzkohle, deren Verfügbarkeit die industrielle Entwicklung vorher eingeschränkt hatte. Damit wurde nicht nur die Substitution belg. und engl. Import-Roheisens möglich, sondern auch die Entwicklung des Ruhrgebiets zum montanindustriellen Zentrum Deutschlands. Die Inbetriebnahme der Kokshochöfen in Mülheim und Duisburg war ein entscheidender Anstoß zur Gründung von Eisenhütten im Ruhrgebiet, die wiederum weitere industrielle Unternehmensgründungen initiierten.|

  • Auszeichnungen

    KR (1887);
    GKR (1896).

  • Werke

    u. a. Über Verwendung d. beim Hochofen- u. Kupolofenbetrieb erzeugten Gase, in: Berg- u. Hüttenmann. Ztg. 6, 1847, S. 665 f.

  • Literatur

    Dt.GB 98, 1937, S. 351-62 (P);
    H. Mertens, J. R., d. Erbauer d. ersten Kokshochofens im rhein.-westfäl. Ind.bez., in: Stahl u. Eisen 43, 1942, S. 903-05 (P);
    I. Lange-Kothe, Die ersten Kokshochöfen in Dtld., bes. in Rheinland u. in Westfalen, ebd. 85, 1965, S. 1053-61;
    H. Behrens, Der erste Kokshochofen d. rhein.-westfäl. Ind.gebietes auf d. Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim a. d. Ruhr, in: Rhein. Vj.bll. 25, 1960, S. 121-25;
    J. Schwab, Eine eiserne Tradition 1859-1959, FS anläßl. d. 100j. Bestehens d. Fa. Julius Römheld, 1959;
    J. R., Erbauer d. ersten Kokshochöfen an Rhein u. Ruhr, in: W. Burkhard, Niederrhein. Unternehmer, 1990, S. 48 f. (P); – zur Fam.:
    Gotha. Geneal. Tb., Adelige Häuser, Alter Adel u. Briefadel 17, 1923, S. 520, ebd. 32, 1940, S. 508. |

  • Quellen

    Qu Archiv d. ThyssenKrupp AG, Duisburg-Ruhrort.

  • Autor/in

    Andreas Zilt
  • Zitierweise

    Zilt, Andreas, "Römheld, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 727-728 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139268669.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA