Lebensdaten
1906 bis 1985
Geburtsort
Leverkusen
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Techniker ; Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139265996 | OGND | VIAF: 305121633
Namensvarianten
  • Rohde, Lothar

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Zitierweise

Rohde, Lothar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139265996.html [18.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1873–1946), Chemiker b. d. Bayer AG in L., S d. Andreas Albert (* 1830) u. d. Magdalena Engelhardt (* 1841);
    M Sibille Helene (1873–1954, isr.), T d. Kaufm. Friedrich Cahn u. d. Friederike Kratz;
    1) Berlin 1939 ( 1952) Gisela (1917–96), T d. Franz Fischer (1877–1947), Chemiker, Entdecker d. Benzinsynthese (s. NDB V), u. d. Erna Weuste (1893–1944, T d. Christian Weuste, 1856–1914, Bes. e. elektrotechn. Fabr. in Mülheim/Ruhr, u. d. Olga Dilthey, 1871–1945), 2) München 1954 Sigrid (* 1922), T d. Wolfgang Wehrmann (1877–1951), Dr. iur., GR, Min.dirigent im Reichsverkehrsmin., u. d. Elsbeth Schilling (1889–1977);
    1 S aus 1) Ulrich (* 1942), Elektroingenieur, Verfasser von mehr als 200 technischen Fachartikeln und sechs Fachbüchern, Inhaber zahlreicher Patente auf dem Gebiet der Mikrowellentechnik, seit 1973 Mitinhaber der Rohde & Schwarz GmbH & Co., KG, München, 1974-82 Geschäftsführer von Rohde & Schwarz USA, Fairfield (New Jersey), 1977 Professor für Elektrotechnik an der University of Florida, Gainesville, 1982 an der George Washington University (Washington D. C.), Gastprofessor 1990-92 am New Jersey Institute of Technology, Newark (New Jersey), 1997 an der Universitatea din Oradea (Rumänien), 1998 an der University of Bradford (England), 2001 an der Brandenburgischen TU Cottbus, 2002 Honorarprofessor ebenda, 1985-97 Geschäftsführer der Compact Software, Inc., Paterson (New Jersey), seit 1985 Aufsichtsratsvorsitzender und Mitinhaber der Synergy Microwave Corp., Paterson (New Jersey), Sc. D. h. c. (Clayton University, USA, 1979), Dr.-Ing. h. c. (Universitatea din Oradea, 1997, und Universitatea Tehnică din Cluj-Napoca), Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), der Eta Kappa Nu Honor Society, DeForest Audion Goldmedaille der Veteran Wireless Operators Association (2003), Goldene Ehrennadel der TU München (2006), Ehrensenator (Universität der Bundeswehr München (2008), und Brandenburgische TU Cottbus, (2011), Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2013), 1 T aus 1) Eugénie (* 1948, 1) Kai Beringer, * 1942, Bes. d. Möbelhauses „Die Einrichtung“ in M., 2] RA Dr. iur. Bardia Khadjavi-Gontard, * 1945, führt mit RA Max Strauß, * 1959, eine Anwaltskanzlei in M.).

  • Leben

    Nach dem Abitur 1924 am Realgymnasium in Leverkusen studierte R., zeitlebens begeisterter Pianist, zunächst Musik, seit 1926 Physik in Köln und Jena. 1931 wurde er bei Abraham Esau (1884–1955) mit der Dissertation „Gasentladungen bei sehr hohen Frequenzen“ zum Dr. phil. nat. promoviert. Anschließend arbeitete er bei den Firmen Siemens & Halske, AEG und NDF. Am 26.3.1931 führte er die erste Rundfunkreportage über ultrakurze Welle am Sender Leipzig durch. R. und sein Studienfreund Hermann Schwarz (1908–95), mit dem er einen „Interferenzwellenmesser mit großem Wellenbereich für das Laboratorium“ entwickelt hatte, erkannten in der Hochfrequenz-Meßtechnik eine Marktnische. 1933 gründeten sie in München (Thierschstr. 36) das „Physikalisch-Technische Entwicklungslabor Dr. Rohde & Dr. Schwarz“ (PTE), das anfangs vornehmlich Messungen im Frequenzbereich 1-100 MHz für die Hermsdorf-Schomborg-Isolatoren-Gescllschaft (Hescho) durchführte. Mit dem Bau des 1 kW-Kurzwellensenders 1934 faßte das PTE auch in der Funknachrichtentechnik Fuß. 1937 wurde ein neues Firmengebäude bezogen, 1938 eine Vertriebskontaktstelle zu Behörden und Industrie in Berlin eröffnet (seit 1946 Rohde & Schwarz Vertriebs GmbH). Die Produktpalette reichte von Frequenzmessern, den Verlust-, L- und G-Messern sowie Meßsendern bis zu Meßempfängern, Zeitmeß-/Normalfrequenzanlagen und Feldstärkemessern sowie vielen Hilfsmitteln, vom HF-Stecker bis zum Netzgerät. 1938 gab R. den Impuls zur ersten tragbaren Quarzuhr. Während des Kriegs war die Firma, wegen Kriegsschäden teilweise nach Memmingen und Wolnzach ausgelagert, Zulieferer von Meßgeräten der Funk- und Nachrichtentechnik. Im Sept. 1944 wurden R. und seine Frau inhaftiert und in das KZ Dachau gebracht, da R. mit dem brit. Geheimdienst in Kontakt stand; am 26.4.1945 gelang ihnen die Flucht.

    Nach dem Krieg wandte sich „Rohde & Schwarz“ endgültig der Funknachrichtentechnik zu, und R. entwickelte Nachrichtenanlagen, UKW- und Fernsehsender. Am 28.2.1949 konnte der erste UKW-Sender Europas, im Auftrag des Bayer. Rundfunks gebaut, in Betrieb genommen werden. Auch die Sender der westlichen Besatzungsmächte wurden von „Rohde & Schwarz“ installiert bzw. betreut und Sendeantennen sowie Ballempfänger ESB für die drahtlose Übertragung zu|hochgelegenen Tochtersendern entwickelt. Seit 1952 entstand eine Typenreihe von Sendern mit 100 W bis 20 kW Leistung für die Telegraphie und den Telefonbetrieb, seit 1953 der Kurzwellenempfänger EK 07, der für viele Jahre zum Standardgerät wurde. Im April 1957 ging auf dem Münchener Flughafen Riem die erste automatische VHF-Sichtpeilanlage NAP 1 in Betrieb. Neben der Bundespost, dem Rundfunk und der Flugsicherung kam mit der Bundeswehr ein vierter öffentlicher Auftraggeber hinzu. 1964/65 entwickelte R. eine der ersten vollautomatischen Wettersatelliten-Empfangsanlagen und 1979 die erste Zweiträger-Zweiton-TV-Senderausstattung. |

  • Auszeichnungen

    Mitbegr. d. ZVEI (Zentralverband d. Elektrotechn. Ind.) (1949), d. dt. Sektion d. IEEE (Inst. of Electrical and Electronics Engineers) (1964, 1964-68 Vors.) u. d. Freunde d. DFVLR (Dt. Forsch.- u. Versuchsanstalt f. Luft- u. Raumfahrt) (1972);
    Präs. (1951–78), danach Ehrenpräs. d. Export-Clubs Bayern;
    Beiratsmitgl. d. Dt. Bank (1954, seit 1972 Vors., seit 1977 Stellv. Vors.);
    Vorstand d. Ges. f. Ortung u. Navigation (seit 1959);
    Mitgl. d. IHK f. München u. Oberbayern (1963), d. Landeskuratoriums d. Stifterverbands f. d. dt. Wiss. (1964) u. zahlr. Aufsichtsräte. – Dr.-Ing. E. h. (TH München 1954);
    Fellow d. IEEE (1956);
    Morris E. Leeds Award d. IEEE (1982);
    Ehrenmitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1984);
    Bayer. Verdienstorden (1963);
    Gr. BVK (1967), mit Stern (1977);
    Oskar-v.-Miller-Medaille d. Dt. Mus. München (1968);
    Medaille „München leuchtet“ in Gold (1971);
    Gr. Goldenes Ehrenzeichen f. Verdienste um d. Rep. Österr. (1976);
    Staatsmedaille f. bes. Verdienste um d. bayer. Wirtsch. (1982);
    Bayer. Maximiliansorden f. Wiss. u. Kunst (1984).

  • Werke

    Vita pro electronica, in: R&S Zeitzeichen 7, 1983 (Autobiogr.);
    zahlr. Art. u. Patente.

  • Literatur

    SZ v. 6.10.1976 (P);
    M. Rehm, ebd. 7.8.1985;
    W. Ludsteck, Vom Zwei-Mann-Labor z. High-Tech-Schmiede, ebd. 4.12.1993;
    Neues v. Rohde & Schwarz, H. 103, 1983 (hierin: H. Schwarz, Die Gesch. d. Fa. Rohde & Schwarz;
    L. R. u. R. Leonhardt. Erste Entwicklungen – u. was daraus wurde;
    R. U. Soewer, We're international;
    A. Habermann, Auf- u. Ausbau d. R&S-Werke);
    R&S Zeitzeichen 9, Nr. 6, Aug. 1985 (P);
    A. Habermann, Gesch. d. Hauses Rohde & Schwarz, ebd. 20, Nr. 1, 1996, S. 10-13, Nr. 2, S. 11-13, Nr. 4 (P);
    H. Autrum, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1986, S. 240-43 (P);
    Wi. 1973;
    Lex. Elektrotechniker;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Friedrich Schwarz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarz, Friedrich, "Rohde, Lothar" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 762-763 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139265996.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA