Lebensdaten
1450 - 1525
Geburtsort
Mecheln
Sterbeort
Mecheln (?)
Beruf/Funktion
Mediziner ; Arzt
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 102451737 | OGND | VIAF: 34845124
Namensvarianten
  • Roelans van Mechelen, Cornelius
  • Roelans Mechelingensis de Mechlinea, Cornelius
  • Mechelingensis, Cornelius de
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Zitierweise

Roelants van Mechelen, Cornelis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102451737.html [24.09.2021].

CC0

  • Genealogie

    Eltern unbek.;
    1494 Caecilie van Duffel;
    1 S Joachim (1496–1558), Arzt, befreundet mit Andreas Vesal, Vf. e. Traktats über d. „Engl. Schweiß“;
    1 T Anna.

  • Leben

    R. bezog 1466 die Univ. Löwen, wo er spätestens 1488 den med. Doktorgrad erwarb. Als Arzt in seiner Heimatstadt genoß er überregionale Anerkennung. Er war Leibarzt von Margarete, der Witwe Karls d. Kühnen, und ärztlicher Betreuer des 1478 geborenen Thronerben von Brabant und Flandern, Philipp (I., gen. d. Schöne), was ihn zur Abfassung seines „Kinderbüchleins“ für den siebenjährigen Knaben veranlaßte; der „Libellus aegritudinum infantium“, ein ebenso ungelenkes wie hochgelehrtes Werk, wurde zwischen 1483 und 1488 bei Jan Veldener in Löwen gedruckt. Als eine der frühesten kinderheilkundlichen Schriften fand der „Libellus“ in der Pädiatriegeschichte vielfach Beachtung. R. wählte die Traktatform und gliederte den Text in 52 Kapitel, die jeweils ein bestimmtes Krankheitsbild behandeln und nach dem Vorbild der Salemitan. „Practicae“ den Stoff in kraniokaudaler Folge „vom Scheitel bis zur Sohle“ ordnen. 31 Abschnitte befassen sich mit am Kopf lokalisierten Leiden. Die einheitliche Struktur (Nomenklatur, Definition, Ätiologie, Symptomatik, Prognose, Therapie) wird mit Versatzstücken aus der Fachliteratur aufgefüllt, deren Provenienz R. in der Regel initial bekanntgibt. Aufgrund dieses kompilativen Verfahrens nennt R. sich selber nicht auctor, sondern „aggregator“. Am ausgiebigsten exzerpierte er Avicennas „Kanon“ und das Schriftenkorpus von Rhases, neben die er das Corpus Galeni und das (pseudo)hippokratische Textkorpus stellte. Von den zahlreichen Kommentatoren bevorzugte R. seine niederfränk. Landsleute (Jacques Despars aus Doornik). Die hochmittelalterliche „Practica puerorum“ eines unbekannten Verfassers schrieb er aus handschriftlicher Vorlage vollständig aus. Beim „Liber signorum mortis“ handelt es sich um die pseudohippokratische Todesprognostik „Capsula eburnea“.

    R.s „Kinderbüchlein“ wurde durch den Kolmarer Arzt Sebastian Östericher ( 1550) textpragmatisch überarbeitet, stilistisch geglättet und unter dem Titel „De infantium […] morborum […] dignotione […] Liber“ 1540 bei Barthel Westheimer in Basel verlegt. Ein geringfügig überarbeiteter Nachdruck erschien 1549 in Lyon (v. Nicolaas Fonteyn ausgiebig kommentiert erneut 1642 in Amsterdam). In gleicher Technik kompilierte R. auch eine „Practica totius medicinae“, die – nach Salerner Vorbild gearbeitet – halb so umfangreich wie das „Kinderbüchlein“ war und anscheinend von Jan Veldener mit diesem zusammen gedruckt wurde (Text nicht erhalten).

  • Literatur

    K. Sudhoff, Die Schr. d. C. R. v. M. über Kinderkrankheiten u. e. ihrer hs. Qu., in: Janus 14, 1909, S. 467-85;
    ders., Eine niederländ. Übers. d. frühma. Leitfadens f. d. Kinderpraxis, ebd. 24, 1919, S. 218-21;
    ders. (Hg.), Erstlinge d. pädiatr. Lit., Drei Wiegendrucke über Heilung u. Pflege d. Kindes in Faks. etc., 1925, S. XXXIII-LII, Taf. XX-XXIV;
    A. Peiper, Chronik d. Kinderheilkunde, 31958, S. 91-93;
    E. Huizenga, „Eene nuttelike practijke van cirurgien“, Geneeskunde en astrologie in het Mnl. hs. Wenen, in: ÖNB 2818, 1997, S. 85 f.;
    BLÄ.

  • Autor/in

    Gundolf Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Gundolf, "Roelants van Mechelen, Cornelis" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 718-719 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102451737.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA