Lebensdaten
1839 bis 1896
Geburtsort
Liegnitz (Legnica, Schlesien)
Sterbeort
Nowawes (Babelsberg) bei Potsdam
Beruf/Funktion
Krankenschwester
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139208143 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rittberg, Hedwig Gräfin von

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Zitierweise

Rittberg, Hedwig Gräfin von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139208143.html [31.03.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus 1405 zuerst in Lippstadt urkundl. nachweisbarer Fam.; Gobel Redberg erwarb 1651 d. Bürgerrecht in Soest; Johann Remberg Rettberg, Bgm. v. Soest, dän. Hptm., erhielt 1717 d. preuß. Adelsanerkennung; dessen S Anton Günther Albrecht, Oberst d. poln. Garde, Johann Dietrich Arnold, Oberstlt. im Dragoner-Rgt. v. Alemann u. Johann Wilhelm Florens, anhält.-dessau. Lt., wurden 1751 als „v. R.“ in d. preuß. Grafenstand erhoben;
    V August (1790–1866), preuß. Major, S d. Wilhelm (1752–1831), auf Sydow u. Schoenfeld (Mittelmark), preuß. Hptm., u. d. Charlotte v. Beeren (1760–1832);
    M Henriette (1796–1876), T d. Ernst Heinrich v. Netz, auf Kosemitz, Pristram usw., Landesältester, u. d. Charlotte Freiin v. Stosch;
    9 Geschw u. a. Benno (1834–68), preuß. Premierlt.; – ledig;
    N Benno (1860–1931), lipp. Oberkammerherr, Oberhofmarschall u. Kabinettschef.

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Privat-, dann der Höheren Töchterschule in Liegnitz konnte R. ihren Wunsch nach einer – damals neuartigen – Ausbildung zur Diakonisse gegen den Widerstand ihres Vaters nicht verwirklichen. 1866 begann sie eine krankenpflegerische Ausbildung in einer Kaserne in Breslau und kümmerte sich bei den Kämpfen in Böhmen (Horitz, Hořiće) um Verwundete. Aus konfessionellen Gründen in ein Lazarett nach Gitschin (Jićin) versetzt, befreundete sie sich hier mit der Krankenpflegerin Eveline v. Bardeleben (1820–72). Nach dem Krieg kehrte R. in ihr Elternhaus zurück, pflegte Angehörige und trat auf Drängen der Familie als Stiftsdame in das Stift Tschirnau ein. Auf Wunsch von Kgn. Augusta von Preußen (1811–90) im April 1870 zur Oberin des neuen Augusta-Hospitals in Berlin bestellt, war R. hier während des Dt.-Franz. Kriegs 1870/71 für die Versorgung preuß. und franz. Verwundeter verantwortlich. Während sie sich 1873 auf einer Informationsreise zu dt. Diakonissen- und Ordensanstalten nach Hannover, Kaiserswerth, Würzburg, Aschaffenburg und Kiel befand, bestellte Ksn. Augusta eine andere Oberin, worauf R. ihre Entlassung erbat. Sie lehnte die Übernahme des Johanniterkrankenhauses in Stettin ab, absolvierte in Liegnitz das pharmazeut. Examen bei der Medizinalbehörde und leitete 1874/75 das Kreiskrankenhaus in Köthen (Prov. Sachsen). 1876 reiste sie als Begleiterin einer erkrankten Amerikanerin durch die USA.

    Weiterreichende Bedeutung erlangte R. 1875 als Gründerin des „Hilfsschwestern-Vereins“ in Berlin, der gut ausgebildete Schwestern für die häusliche Pflege von Kranken ohne Standes- und Konfessionsrücksichten vermittelte und 1883 von Ks. Wilhelm I. als öffentliche Wohlfahrtsanstalt anerkannt wurde.

    Nach R.s Tod benannte sich der nun von Amalie v. Graevenitz (* 1847) geleitete Berliner „Hilfsschwestern-Verein“ um in „Gfn. Rittberg Schwestern-Verein vom Roten Kreuz“. 1906 an das kommunale Augusta-Viktoria-Krankenhaus in Schöneberg angeschlossen, erwarb er 1919/20 das sog. „Rittberg-Krankenhaus“ in Berlin-Lichterfelde (1995 geschlossen) als Mutterhaus. 1975 ging die „Schwesternschaft Rittberghaus vom Dt. Roten Kreuz“ in dem Verein „DRK-Schwestemschaft Berlin“ auf. Die Idee des Roten Kreuzes als freiwillig organisierte übernationale Kranken- und Verwundetenpflege setzte sich erst während des 1. Weltkriegs durch. R. zählt zu den frühen Protagonistinnen dieses Gedankens.|

  • Auszeichnungen

    Luisenorden I. Kl. (1866);
    Kriegsdenkmünze f. Nichtkombattanten (1871);
    franz. Verdienstkreuz (1871);
    bayer. Verdienstkreuz f. d. Jahre 1870/71 (1871).

  • Quellen

    Qu Erster Rechenschaftsber. d. Verw.-Ausschusses f. d. Mutterhaus z. Ausbildung v. Krankenpflegerinnen in Kiel, erstattet im Febr. 1874; K. Wittneben, Aufstellung d. 1975 in d. DRK-Schwesternschaft Berlin e. V. vereinigten sechs Berliner Rotkreuz-Schwosternschaften, 1987 (Ms. in d. Slg. Prof. Karin Wittneben, Hamburg); – Archiv d. Gen.sekretariats d. DRK.

  • Literatur

    C. Heimann, Specielle Krankenpflege, Die Stiftung Hilfsschwestern-Ver., in: Fortschritte d. Krankenpflege 13, 1891, S. 1-71;
    35. J.ber. d. Gfn. Rittberg Schwestern-Ver. v. Roten Kreuz, v. 1. Okt. 1909 bis 30. Sept. 1910, 1910;
    Elsbeth v. Keudell, Der Gfn. Rittberg Schwestern-Ver. v. Roten Kreuz in Berlin, in: Das Dt. Rote Kreuz, 1910;
    Aus d. Schwesternschaften, Ende e. langen Tradition, in: Die Rotkreuz-Schwester 1996, S. 3-25;
    R. Bunge, Dt. Samariterinnen, Frauenbilder, 1883;
    [K. Wittneben, in:] Biogr. Lex. z. Pflegegesch., hg. v. H.-P. Wolff, 1997 (P); – zur Fam.: GHdA Gräfl. Häuser XII, 1988, S. 383 ff. (P).

  • Autor/in

    Bernhard Ebneth
  • Empfohlene Zitierweise

    Ebneth, Bernhard, "Rittberg, Hedwig Gräfin von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 654 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139208143.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA