Lebensdaten
unbekannt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118905112 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rieneck, Grafen von

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Zitierweise

Rieneck, Grafen von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118905112.html [17.10.2019].

CC0

  • Leben

    Als Stammvater gilt Gerhard, der wahrscheinlich zu den Ludowingern (s. NDB 15) zu zählen ist. Er wird erstmals 1085 in Mainz genannt und ist 1106 letztmals belegt. Der erste quellenmäßig gesicherte Vertreter der R. als Mainzer Burggrafen, Stadtgrafen und Erzstiftvögte, Arnold v. Looz (Loon), Mainz und Rieneck (reg. 1108-38, s. NDB 15 Fam.art.), war offensichtlich mit der einzigen Tochter seines Amts Vorgängers, des Gf. Gerhard, verheiratet. Als Gf. v. R. erscheint Arnold erstmals 1115 in einer Urkunde des Würzburger Bf. Erlung. Sein Nachfolger war Ludwig v. Looz (Loon), Mainz und Rieneck (reg. 1139-62, 1171 ?, s. NDB 15 Fam.art). Von seinen Kindern war Agnes ( 1191/92) mit Pfalzgf. bzw. Hzg. Otto I. v. Witteisbach (um 1120–83, s. NDB 19) und Imma mit Hzg. Gottfried III. von Lothringen verheiratet. Sein Sohn Gerhard folgte ihm 1159-92 im Amt in Mainz. Er war auch Vogt des Kollegiatstifts St. Peter und Alexander in Aschaffenburg und beteiligte sich an der Stiftung des Frauenklosters Schönau 1189. Wahrscheinlich war er auch der Erbauer der Burg Rieneck im Tal der Sinn (Spessart). Unter seinen Söhnen Ludwig, Gerhard, Arnold, Heinrich und Regenhard trennten sich die loon.-rieneck. Familie und ihre weiträumigen Herrschaftsgebiete. Ludwig erscheint seitdem nur noch als „comes de Loon“ und Gerhard nur mehr als Herr der Ämter in Mainz und von R. Ein Erbvertrag bei der 1193/94 erfolgten Trennung muß beide Linien als wechselseitig erbberechtigt eingesetzt haben. Seitdem gibt es eine direkte Nachfolge der Grafen von R. Gerhard war 1192-1216 Vogt des Klosters Fulda. Sein Sohn Ludwig II., der ihm 1216-43 folgte, wird letztmals als Mainzer Burg- und Stadtgraf genannt und gab wohl dieses Amt auf. Er baute fortan eine Herrschaft im Main-Spessart-Raum auf mit dem Hauptort Lohr. Er gründete 1232 die Frauen-Zisterze Himmelthal und förderte das Kloster Bronnbach im|Taubertal. Seine Frau Adelheid v. Henneberg und seine Söhne Ludwig ( 1289) und Gerhard verglichen sich mit Bf. Hermann I. vonWürzburg (1225–54) wegen einer Fehde. Ludwig heiratete 1243 Adelheid ( 1300), die Erbtochter der reichen Dynasten v. Grumbach (s. NDB VII), und gewann dabei das Würzburger Lehen Rothenfels am Main, nach dem sich seine Linie öfters benannte. Die gemeinsame Regierungszeit der vier Brüder Ludwig (seit 1258 Erbkämmerer v. Mainz), Gerhard, Sigboto und Heinrich war die wichtigste Epoche des Aufstiegs der R.

    1260 begann der zehnjährige Streit um den Spessart mit Ebf. Werner v. Eppenstein von Mainz (reg. 1259-84). Vertraglich mußten die R. 1260 auf Burgenbau und Neurodungen im Spessart verzichten. Der Erzbischof zwang die beiden älteren Brüder 1271 zum Friedensschluß und zu einer Bußzahlung von 1200 Mark Silber. Damit war der Familie jede Herrschaftsausweitung im Spessart verwehrt. Gerhard spielte auch eine wichtige Rolle bei der Königswahl nach dem Tode Rudolfs von Habsburg 1291. Zwist in der Familie und die zu geringe Machtbasis schmälerten im 14. und 15. Jh. Besitz und die Herrschaft der R., denen es nicht gelang, ein geschlossenes Territorium aufzubauen. Dabei genossen sie weiterhin hohes Ansehen, wie ihre Heiratsverbindungen u. a. mit den Grafen v. Wertheim, den Grafen v. Sponheim, den Grafen v. Henneberg, den Falkensteinern, den Herren v. Castell, den Grafen v. Hanau, den Pfalzgrafen bei Rhein, den Landgrafen v. Leuchtenberg, den Herren v. Eppstein und Königstein, den Grafen v. Gleichen, den Grafen v. Schwarzburg, den Herren v. Schönburg und v. Ysenburg belegen. Vor dem Mainzer Ebf. Berthold v. Henneberg (reg. 1484-1504) vereinbarten die Brüder Reinhard, Thomas (1472-1537) und Johann 1497, daß der älteste Sohn aus der ersten Ehe Reinhards die Gfsch. Rieneck erhalte; die beiden anderen sollten gegen ein jährl. Entgelt dem geistl. Stand beitreten. Reinhard und seine Frau Agnes hatten nur einen Sohn Philipp, mit dem das Geschlecht 1559 erlosch, denn dessen Ehe mit Margarete v. Erbach blieb kinderlos. Philipps Epitaph steht in der Chorhalle der Michaeliskirche in Lohr. Fast die gesamte Grafschaft wurde vom Erzstift Mainz eingezogen. Ein Teil gelangte später an die Grafen v. Nostitz, so daß es 1673 zu der Namensvereinigung v. Nostitz-R. kam (s. Fam.art. NDB 19).

  • Literatur

    O. Schecher, Die Grafen v. R., 1963;
    W. Weigand, Münzen u. Medaillen d. Gf. v. R., in: Jb. f. Numismatik u. Geldgesch, 14, 1964, S. 147-84 (P);
    Th. Ruf, Die Grafen v. R., 2 T., 1984;
    H. Körner, Die Grafen v. R., in: Unterfränk. Gesch., II, hg. v. P. Kolb u. E.-G. Krenig, 1992, S. 105-10;
    Lex. MA.

  • Autor/in

    Rudolf Endres
  • Empfohlene Zitierweise

    Endres, Rudolf, "Rieneck, Grafen von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 600-601 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118905112.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA