Lebensdaten
1759 - 1840
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Linz
Beruf/Funktion
General ; Offizier ; Soldat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137132077 | OGND | VIAF: 81365804
Namensvarianten
  • Richter von Binnenthal, Franz Xaver
  • Binnenthal, Franz Xaver Richter von
  • Richter von Binnenthal, Franz X.
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Zitierweise

Richter von Binnenthal, Franz Xaver, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137132077.html [24.07.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob R. ( ca. 1773), öff. bzw. Wechselnotar in W., dann Landesadvokat in Temeswar (Banat);
    M Catharina N. N. ( 1764);
    Padua 1802 Maria (1784–1855), T d. Anton Frhr. v. Zach (1747–1826), österr. GFZM u. Mil.geograph (s. ADB 55; Wurzbach), u. d. Anna Therese Freiin v. Molcke;
    Gvv d. Ehefrau Joseph v. Zach ( 1792, ungar. Adel 1765), Arzt am Mil.-Invalidenhaus in Pest;
    Ov d. Ehefrau Franz Frhr. v. Zach (1754–1832), Astronom u. Organisator d. Sternwarte in Gotha (s. ADB 44; Wurzbach);
    2 S Franz Xaver (1804–84), österr. Major, Anton Ernst (1808–85), österr. Oberstlt., 7 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Lateinschule und math. Studien an der Univ. Wien wurde R. 1781 Kameralmappeur in der Region Temeswar. 1784 trat er als Mappeurkadett in die österr. Armee ein, wo er eine steile Offizierskarriere durchlief (1793 Hptm., 1797 Major, 1805 Oberst, 1809 Gen.major, 1813 FML, 1836 als FZM pensioniert) und sich im letzten Türkenkrieg Österreichs 1788/89 sowie seit 1794 in den Feldzügen gegen Frankreich bewährte. Seit 1789 im Generalquartiermeisterstab, fungierte er 1813/14 als dessen interimistischer Chef, 1814/15 als Generalquartiermeister bei der Armee in Italien, seit 1815 als Militärkommandant – seit 1818 auch als Truppendivisionär – im Küstenland, seit 1829 als Festungskommandant in Venedig und 1829 interimistisch auch als Leiter des Generalkommandos in Italien.

    In Friedenszeiten erwarb R. sich bei der Militärmappierung den Ruf eines vorzüglichen Fachmannes. 1798-1805 Vizedirektor bei der Landesaufnahme von Venetien und Istrien, übernahm er 1806 die Leitung des astronom.-trigonometr. Departements im Triangulierungsbüro und damit die Verantwortung für die erste Gesamttriangulierung des Habsburgerreichs. Für diese schuf er selbst die Instruktionen, die dann als Lehrbehelf an der Ingenieurakademie dienten, und leitete seit 1811 auch das neu aufgestellte Mappierungskorps. 1814 inspizierte er das durch Napoleon begründete Kriegsdepot in Mailand und das militärische Topographenkorps, befürwortete entschieden dessen Weiterführung durch das österr. Militär (Topographisches Büro) sowie die Übernahme des Leiters, Generalmajor Anton Campana v. Splügenberg (1776–1841), und legte auch den Modus für die Fortsetzung der Arbeiten fest. Damit ermöglichte er die 1839 erfolgte Verlegung dieser Anstalt nach Wien und deren Vereinigung mit den dort schon bestehenden Einrichtungen zum „Militärgeographischen Institut“,|dem bis zum Ende der Habsburgermonarchie die staatliche Landesaufnahme oblag und das im zivil geführten „Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen“ aufging.|

  • Auszeichnungen

    Inh. d. Inf.-Rgt. 14/Hessen (2. Inh. 1815, 1. Inh. 1832);
    WGR (1829).

  • Werke

    Instruction f. d. bei d. k. k. österr. Landes-Vermessung angest. Herren Offiziere, 1810;
    Instruction f. d. im Calculs-Bureau d. k. k. österr. Landes-Vermessung angest. Herren Offiziere, 1810;
    Journal über d. Rekognoszierung d. Gegend v. Asti, 1795 (Ms.);
    Ber. über d. Vertheidigung d. Pässe bei Taufers, Nauders u. Finstermünz, 1798 (Ms.);
    Aufnahms-Karte v. Ober- u. Unter-Engadin i. Graubünden, 13 Bll., 1:36 000, 1798/99;
    Aufnahme d. Gegend v. Novi, Gavi, Seravalle, […] u. Borgo Fornari im Piemontesischen, 32 Bll. 1:32 000, 1799 (alle handgezeichnet;
    alle in: Österr. StA. bzw. Kriegsarchiv, Wien).

  • Literatur

    Monatl. Corr. z. Beförderung d. Erd- u. Himmelskunde 7, 1803, S. 145, 16, 1807, S. 479;
    E. Nischer, Österr. Kartographen, 1925, S. 122 ff., 134, 149-51;
    O. Regele, Btrr. z. Gesch. d. Staatl. Landesaufnahme u. Kartogr. i. Österr. bis z. J. 1918, 1955, S. 35, 67, 73;
    ders., Gen.stabschefs aus vier Jhh., 1966, S. 31, 75;
    R. Messner (Hg.), 150 J. österr. Grundkataster, 1967, S. 186;
    ders. (Hg.), Die österr. Landesaufnahme, in: 75 J. Kartogr. am Hamerlingplatz 1905–80, 1980, S. 38 f., 45;
    R. W. Litschel, Lanze, Schwert u. Helm, 1968, S. 120, 127;
    Pogg. VI;
    Tooleys Dict. of Mapmakers, Suppl. 1982;
    eigene Archivstudien. |

  • Quellen

    Qu Wien, Österr. StA (Nachlaß, Autobiogr. bis 1836, 497 S.), Österr. StA/Kriegsarchiv, Allg. Verw.archiv, Finanz- u. Hofkammerarchiv, Stadt- u. Landesarchiv, Pfarrarchive; Stadtarchive Linz u. Graz; Mil.hist. Archiv Budapest.

  • Portraits

    Lith. v. B. Bordigo, Mailand ca. 1814 (Wien, Österr. StA/Kriegsarchiv), v. J. Hafner, 1839, nach e. Ölgem. (ebd., Stadtmus.;
    Linz, Oberösterr. Landesmus., Graph. Slg. d. Oberösterr. Landesbibl.), danach Ölgem. v. Th. J. Ethofer, 1897 (Linz, Oberösterr. Landesmus./Heeresmus.).

  • Autor/in

    Erich Hillbrand
  • Empfohlene Zitierweise

    Hillbrand, Erich, "Richter von Binnenthal, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 541-542 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137132077.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA