Lebensdaten
1900 bis 1969
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin-Karlshorst
Beruf/Funktion
Schachmeister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 124146570 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Richter, Kurt
  • Richter, Curt
  • richther, kurt

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Zitierweise

Richter, Kurt, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124146570.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N. (⚔);
    M N. N.;
    B Gerhard; – ledig.

  • Leben

    Nachdem sein Vater im 1. Weltkrieg gefallen war, mußte R. die Schule verlassen und wurde Versicherungskaufmann. Er erlernte das Schachspielen von seinem Großvater. 1922 siegte er zum ersten Mal bei der Berliner Stadtmeisterschaft (mehrere weitere Siege bis 1948). Nach Teilnahmen an den Schacholympiaden 1930 in Hamburg und 1931 in Prag gelang ihm mit dem Sieg bei der Dt. Meisterschaft in Aachen 1935 einer seiner wichtigsten Erfolge, der ihm zugleich die Teilnahme am Spitzenbrett bei der Münchner Olympiade 1936 sicherte (Schach-Olympiade München 1936, 2 T., 1936). Im Laufe seiner Sportkarriere nahm R. an rund 30 Schachturnieren teil. Durch seine an Adolf Anderssen (1818–79) erinnernde offensive Taktik erwarb er sich den Beinamen „Scharfrichter von Berlin“. R. selbst bezeichnete seine Spielweise als „romantisches Angriffspiel im Schach“ und erinnerte damit an die romantische Schachschule des 19. Jh., in der sich das positionelle Spiel noch nicht durchgesetzt hatte. Eine Reihe seiner Partien wurden mit Schönheitspreisen ausgezeichnet. 1950 erhielt R. von der Fédération Internationale des Echecs, dem Weltschachbund, den Titel eines Internationalen Meisters auf Lebenszeit. 1958 fungierte er als stellvertretender Turnierleiter der Olympiade.

    Nachdem R. 1929 infolge der Weltwirtschaftskrise seine Anstellung verloren hatte, suchte er sein Auskommen als Fachautor. Erste Veröffentlichungen erschienen in den „Dt. Schachblättern“, deren Schriftleiter er später wurde. Er verfaßte Schachbücher, die in Fachkreisen breite Zustimmung fanden und bis heute als Lehrwerke hohe Auflagenzahlen erreicht haben (Kombinationen, 1936, 82002; Hohe Schule d. Schachtaktik, 1952; 666 Kurzpartien, 31972. Nach dem Krieg verband R. seine literarischen und sportlichen Interesse mit der Sammlung „Kurzgeschichten um Schachfiguren“ (1955, 31991) und übersetzte Werke des niederl. Schachlehrers Max Euwe (* 1901).

  • Werke

    Weitere W Das Matt, 1942;
    Schönheit d. Kombinationen, 51983;
    Der Schachpraktiker, 61998;
    Schachmatt, 41993;
    Einfälle u. Reinfälle, 31983;
    Mein erstes Schachbuch, 112002;
    Schacheröffnungen, 82000. – Hg.: Max Euwe, E. Auswahl s. besten Partien mit Originalbtrr. führender Meister, 21986. – Übers. u. Hg.: Max Euwe, Urteil u. Plan im Schach, 21961;
    Max Euwe, Feldherrnkunst im Schach, 1970.

  • Literatur

    P. P. Keres, Schönheit d. Kombinationen, Das Schaffen K. R.s, 31977;
    A. Brinckmann, K. R.s beste Partien, 1961 (P). – Archivmaterial: Slg. Helmut Wieteck.

  • Autor/in

    Helmut Wieteck
  • Empfohlene Zitierweise

    Wieteck, Helmut, "Richter, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 535 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124146570.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA