Lebensdaten
1838 bis 1897
Geburtsort
Lichtensee bei Riesa (Sachsen)
Sterbeort
Höckendorf bei Dippoldiswalde
Beruf/Funktion
Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11884167X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Richter, Albert
  • Richther, Albert

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Zitierweise

Richter, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11884167X.html [24.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gottlob, Lehrer.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Dresden-Friedrichstadt 1853-57 unterrichtete R. an Dorfschulen im Raum Dresden, seit 1860 in Leipzig. 1864 wurde er als konfirmierter Lehrer an die Vereinigte Rats- und Wendlersche Freischule, 1872 als Oberlehrer an die höhere Bürgerschule für Knaben berufen. Von 1874 bis zu seinem Tod war er Direktor der ersten Bürgerschule für Mädchen.

    R. trat durch seine Aktivitäten in verschiedenen bildungspolitischen Organisationen hervor. Bedeutung erlangte er v. a. durch sein thematisch breites publizistisches Werk mit Schwerpunkten in den Bereichen der Geschichte und des geschichtlichen Lernens, des Sprachunterrichts, der Schulpädagogik und der Schulgeschichte. R. verwies in seinen Schriften auf Defizite in Schulpädagogik und Bildungsorganisation und räumte der Fortbildungsschule für Mädchen in dem von ihm erarbeiteten Konzept für die Realisierung einer „höheren Volksbildung“ besonderen Platz ein. R. war auch Herausgeber verschiedener populärer und wissenschaftlicher Zeitschriften und Reihen (Die Fam., 1893–97; Bilder f. Schule u. Haus, 1880 ff.; Kinder-Gartenlaube, 1888–91; Jugend-Gartenlaube, 1892; Neudrr. päd. Schrr., 1890–97; Leipziger Bll. f. Päd., 1873 ff.; Der prakt. Schulmann, 1874–97). Als Bearbeiter und Herausgeber des seit 1845 bestehenden und zuvor von Carl Nacke, August Lüben und Friedrich Dittes geführten „Pädagogischen Jahresberichts“ leitete R. von 1886 bis zu seinem Tod dieses „hervorragendste Organ der fortschrittlichen Pädagogik“ (H. Scherer). Noch vor der in der Geschichtswissenschaft aufbrechenden wissenschaftstheoretischen Auseinandersetzung zwischen Vertretern der politischen Geschichte und der Kulturgeschichte forderte R. „die Benutzung von Quellenberichten zur Erwerbung kulturgeschichtlicher Vorstellungen“ (Die Kulturgesch. in d. Volksschule, in: Päd. Zeit- u. Streitfragen, hg. v. Johannes Meyer, I, 1887, S. 100) für den Geschichtsunterricht der Volksschule (Qu.buch, Für d. Unterr. in d. dt. Gesch., 1885, 91924). R.s geschichtspädagogischer Ansatz, in seiner Zeit trotz großer Wirkung nur eine Minderheitenposition, war wegweisend für die Entwicklung modernen geschichtsdidaktischen Denkens. Wesentliche Elemente seiner Konzeption sind heute unverzichtbarer Bestandteil eines demokratischen Geschichtsunterrichts: Wissenschaftsorientierung, Quelleneinsatz und sozial- und kulturgeschichtliche Perspektive.

  • Werke

    Weitere W Über d. Gesch.unterr. in d. Volksschule, in: Leipziger Bll. f. Päd. 6, 1872, S. 184-96, 225-33, 283-94, 7, 1873, S. 75-84. |

  • Quellen

    Qu: StA Dresden; StadtA Leipzig.

  • Literatur

    H. Scherer, in: Päd. Jber. 49, 1897, S. III (P);
    F. Brümmer, in: BJ II, S. 309 f.;
    Dt. Schulwelt d. neunzehnten Jh. in Wort u. Bild, hg. v. O. W. Beyer, 1903, S. 244 f.;
    H. Voit, Das „Qu.buch“ v. 1885, Zur Erinnerung an A. R. u. d. erste Qu.slg. f. d. Volksschule, in: GWU 37, 1986, S. 364-70;
    ders., Die Bedeutung d. „kulturhist. Methode“ f. d. Entwicklung d. Gesch.didaktik, Unterss. z. Werk A. R.s., 2 Bde., 1988 (W);
    ders., in: Das Ks.reich, Portrait e. Epoche in Biogrr., hg. v. M. Fröhlich, 2001, S. 142-51.

  • Autor/in

    Hartmut Voit
  • Empfohlene Zitierweise

    Voit, Hartmut, "Richter, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 522-523 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11884167X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA