Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Unternehmerfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139101705 | OGND | VIAF: 100410001
Namensvarianten
  • Rethmann

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Zitierweise

Rethmann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139101705.html [19.10.2020].

CC0

  • Leben

    Gründer des Unternehmens war der aus bäuerlicher Familie in Bockern b. Lohne (Niedersachsen) stammende Josef (1904–86), der 1934 ein kleines Fuhrunternehmen in Selm (NRW) erwarb. Die Spedition transportierte u. a. Brennstoffe, Bier und Post. Nach einem ersten kleineren Auftrag zur Müllabfuhr 1940 übernahm die Firma 1959 im Auftrag der Stadt Selm die Müllabfuhr im gesamten Gemeindegebiet. 1963 wurde der Betrieb in die Zweige Spedition und Müllabfuhr unterteilt. 1969 übergab Josef die florierende Firma an seinen Sohn Norbert (* 1939). Dieser war 1961 nach Abschluß einer Schlosserlehre (1958) in die väterliche Firma eingetreten und hatte 1963 den Bereich Müllabfuhr übernommen. Seit 1969 erweiterte er die Geschäftstätigkeit, anfänglich um die Sparten Schlammabfuhr und Kanalreinigung, später folgten Dienstleistungen aus dem gesamten Städtereinigungs-, Entsorgungs- und Recyclingbereich (seit 1998 Rethmann Entsorgungs AG & Co.), seit 1977 wurde zusätzlich das Geschäftsfeld Tierkörper- und Schlachtabfallverwertung (seit 1998 Saria Bio-Industries AG & Co.) aufgebaut. Die Firma expandierte seit 1969 weiter durch Beteiligungen und Gründung von Niederlassungen im In- und Ausland. Mit dem Erwerb der „Rhenus AG“ wurde 1998 den beiden Stammgeschäftsbereichen die Sparte Logistik (Rhenus AG & Co.) hinzugefügt; seitdem gehört die Rethmann-Gruppe zu den 100 größten Unternehmen Deutschlands. 1989 strukturierte Norbert das bislang in Form einer Personengesellschaft geführte Unternehmen um und gründete die Familien-Holding „Rethmann AG & Co.“, wobei alle Aktien im Besitz Norberts und seiner vier Söhne blieben. Norbert engagierte sich auch für die Entwicklung der privaten Entsorgungswirtschaft und ihrer Organisationen, u. a. als Präsident des Bundesverbandes der Dt. Entsorgungswirtschaft (1984–90) und der Europ. Föderation der Abfallwirtschaft (1984–90), als Aufsichtsratvorsitzender der INTERSEROH AG (seit 1991), als Verbandsvorsitzender des Abfallentsorgungs- und Altlastensanierungsverbandes NRW (seit 1996) und als Aufsichtsratsmitglied des Dualen Systems Deutschland (1993–97). 1993 trat Norbert den Vorstandsvorsitz ab und wechselte als Vorsitzender in den Aufsichtsrat der Rethmann AG. Nach seinem Umzug auf das Gut Wamckow ist er seit 1999 Bürgermeister von Kobrow (Landkreis Parchim, Mecklenburg-Vorpommern). Von seinen Söhnen ist Ludger (* 1966) Vorstandssprecher der „Rethmann Entsorgungs AG“, Klemens (* 1965) Vorstandssprecher der „Saria Bio-Industries AG“ und Georg Geschäftsführer der „Rethmann Photorecycling“. Martin verwaltet das Gut Wamckow (Mecklenburg-Vorpommern).

  • Literatur

    Vorstand d. Rethmann AG (Hg.), Norbert Rethmann 60 J., 1999;
    Bundesverband d. Dt. Entsorgungswirtsch. (Hg.), 1961–2001, 40 J. BDE, 2001, S. 62, 171;
    Unternehmenspublikationen 2000/1, 2000/2, 1998/1, 1994/1. |

  • Quellen

    Qu SASE-Archiv, Bestand Rethmann; Mitt. Rethmann-AG.

  • Autor/in

    Stephan Mlodoch
  • Empfohlene Zitierweise

    Mlodoch, Stephan, "Rethmann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 447-448 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139101705.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA