Lebensdaten
1806 bis 1890
Geburtsort
Pegau (Sachsen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118749382 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Raesky, Ferdinand von
  • Reißky, Ferdinand von
  • Rayski, Ferdinand von
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Zitierweise

Rayski, Ferdinand von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749382.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus sächs. Adelsfam. v. R. (Raysky, Raesky, Reißky);
    V Johann Carl (1763–1813), sächs. Oberst u. Gen.adjudant, starb in russ. Kriegsgefangenschaft während d. napoleon. Feldzugs, S d. Johann Heinrich Adolph (1726–78), sächs. Oberstlt., erwarb 1737 d. Rittergut Kleinstruppen b. Pirna, u. d. Christiane Sophie v. Leyser (1735–1806);
    M Eleonore Henriette Sophie (1776–1859), T d. Friedrich Jacob Sichart v. Sichartshoff (1743–1822) u. d. Amalie Louise Schmidt (1737–1820);
    Ur-Gvv Johann Gottlieb Leyser (1699–1780), Dr. jur., sächs. Oberkonsistorialrat, Geh. Kriegsrat (s. NDB 14, Fam.art.);
    1 B, 2 Schw u. a. Minna Pompilia (1809–79, s. P); – ledig.

  • Leben

    R. kam nach dem frühen Tod des Vaters zu Verwandten, erst in das Haus von Carl Friedrich v. Broizem, dann zu Friedrich Gf. v. Beust, danach 1816-21 an das Freimaurerinstitut in Dresden, wo er ersten Zeichenunterricht durch Traugott Faber (1786–1863) erhielt. Anschließend studierte er bis 1825 an der Dresdener Kunstakademie. Seit 1821 an der Dresdener Kadettenanstalt, diente er 1825-29 als Sekondeleutenant in Anhalt-Bernburg. Nachdem Spielschulden ihn genötigt hatten, den Dienst zu quittieren, begann er ein Wanderleben als Porträtist der adeligen Verwandtschaft in Hannover und Schlesien. Seit 1831 wieder in Dresden, besuchte er nochmals die Akademie und bildete sich autodidaktisch weiter. Es entstanden erste bedeutende Porträts (Bildnis August W. F. v. Leyßer, 1834, ehem. Dresden, Gem.gal. Neue Meister, Kriegs Verlust). 1834/35 unternahm er eine Reise nach Paris, wo er unter dem Einfluß von Vernet und Delaroche sowie von Géricault und Delacroix monochrome hochdramatische historische Szenen schuf (Ermordung des Thomas Becket, 1835, Dresden, Gem.gal. Neue Meister). Nach der Rückkehr mit längeren Stationen u. a. in Trier, Frankfurt/M., Würzburg, München, Westpreußen und Düsseldorf lebte R. seit 1840 wieder hauptsächlich in Dresden, unterbrochen von monatelangen Aufenthalten auf den Gütern der adeligen Verwandten.

    In der Nachfolge von Anton Graff (1736–1813) griff R. die Tradition des barocken Herrscherporträts wieder auf und entwickelte daraus in immer freierem malerischen Zugriff psychologisch schlüssige Studien der Dargestellten. Im Gegensatz zur akademischglatten, akribisch auf Detailtreue setzenden klassizistischen Malerei einerseits und den romantisierenden Nazarenern andererseits bleiben R.s Bildnisse mit ihrem Vorgriff auf Realismus und Impressionismus singulär und ohne Nachfolge in der dt. Malerei des 19. Jh. Weitgehend abseits von akademischem Betrieb und Kunsthandel, vielfach in Privatbesitz, geriet seine Kunst mit dem Tod seiner Auftraggeber in Vergessenheit und wurde erst 1906 anläßlich der großen Jahrhundertausstellung in Berlin wiederentdeckt.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. sächs. Kunstver. (1831–34).

  • Werke

    Weitere W Der Gardereiter, 1835/40 (München, Neue Pinakothek);
    Franz Friedrich Karl Gf. v. Giech u. Franziska (Fanny) Gfn. v. Giech, 1837 (Nürnberg, German. Nat.mus.);
    Clémence Kaempf, ca. 1838 (Kiel, Stiftung Pommern);
    Julius Gf. Zech-Burkersroda, 1841;
    Minna Pompilia v. Rayski, 1843;
    Ida v. Schönberg, 1850 (alle Dresden, Gem.-gal. Neue Meister);
    Gf. Haubold v. Einsiedel, 1855 (Berlin, Staatl. Mus. Preuß. Kulturbes.);
    ders., um 1857 (Privatbes.);
    Louis v. Schönberg, um 1858;
    Wermsdorfer Wald, 1859 (beide Dresden, Gem.gal. Neue Meister);
    Der Treiber, 1861 (Wroclaw, Nat.mus.);
    Wildschweine, 1863 (ehem. Dresden, Gem.gal. Neue Meister, Kriegsverlust). |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Dresden, Gem.gal. Neue Meister.

  • Literatur

    E. Sigismund, F. v. R., Ein biogr. Versuch, in: Mitt. d. Ver. f. d. Gesch. Dresdens, H. 20, 1907, S. 1-86;
    O. Grautoff, F. v. R., 1923;
    F. Knapp, in: Ll. aus Franken III, 1927, S. 399-404;
    M. Goeritz, F. v. R. u. die Kunst d. 19. Jh., 1942;
    M. Walter, F. v. R., 1943 (W);
    Meisterwerke d. 18. u. 19. Jh., Aus d. Gem.gal.|Dresden, 1958;
    G. v. Wilcke, F. v. R. (1806-1890), d. Maler d. sächs. Adels, in: Archiv f. Sippenforsch., 40. Jg., H. 56, Nov. 1974, S. 569-83;
    E. Frommhold, F. v. R., 1976;
    B. Eschenburg, Spätromantik u. Realismus, Gem.kat. München, Neue Pinakothek V, 1985;
    J. Glaesemer, Traum u. Wahrheit, Dt. Romantik aus Museen d. DDR, 1985;
    G. Schurr, Les petits maitres de la peinture 1820-1920, VI, 1985 u. VII, 1989;
    F. v. R. 1806-1890, hg. v. H. J. Neidhardt, Ausst.kat. Dresden 1990 (W);
    KML;
    ThB;
    dtv-Lex. d. Kunst VI;
    Dict. of Art.

  • Portraits

    Selbstbildnisse v. 1834 (Verbleib unbek.);
    Vor d. Staffelei, Bleistift, um 1835 (Dresden, Kupf.kab.);
    zwei Ölgem., um 1839 (Privatbes.), 1849 (Weimar, Kunstslgg., Schloßmus.).

  • Autor/in

    Eva Chrambach
  • Empfohlene Zitierweise

    Chrambach, Eva, "Rayski, Ferdinand von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 222-223 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118749382.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA