Lebensdaten
1804 – 1836
Geburtsort
Königsberg
Sterbeort
Königsberg
Beruf/Funktion
Arzt ; Medizinhistoriker
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 116116412 | OGND | VIAF: 5674234
Namensvarianten
  • Dietze, Friedrich Reinhold
  • Dietz, Friedrich Reinhold
  • Dietze, Friedrich Reinhold
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Dietz, Friedrich Reinhold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116116412.html [21.05.2024].

CC0

  • Biographie

    Dietz: Friedrich Reinhold D., Arzt, 1804 in Königsberg in Pr. geb., hatte hier, nachdem er sich eine vorzügliche philologische Ausbildung zu eigen gemacht, Medecin studirt und 1826 die Doctorwürde erlangt; auf Grund der von ihm veröffentlichten (später in Leipzig 1827 erschienenen) Inaugural-Dissertation „Ἱπποϰϱάτους πεϱὶἱϱῆς νούσου βίβλιον“, einer griechisch-lateinischen, mit Varianten und Commentaren versehenen Ausgabe der in der hippokratischen Sammlung enthaltenen Schrift über die Fallsucht, wurden D. von der preußischen Regierung die Mittel gewährt, eine wissenschaftliche Reise durch Frankreich, Italien, England und Spanien zu dem Zwecke anzustellen, Forschungen über die in den großen Bibliotheken befindlichen Manuscripte der griechischen und arabischen Aerzte und vorzugsweise vergleichende Untersuchungen über den Text der Handschriften anzustellen. Nach seiner 1833 erfolgten Rückkehr in die Heimath wurde er zum Prof. extraord. und Secundärarzt am Krankenhause ernannt, starb aber schon am 5. Juni 1836, nachdem er kurz zuvor Prof. ord. und Director des Krankenhauses geworden war. — Die aus seinen Collectaneen bearbeiteten Schriften Dietz' gehören mit zu den bedeutendsten Leistungen der neuesten Zeit auf dem vom Verfasser cultivirten Gebiete der Geschichte der|Medicin; schon 1830 veröffentlichte er in „Analecta med. ex libris mss. primum edita. Fasc. I.“ einen Auszug aus der Materia medica des Ibn Beithar. mit Anmerkungen zu Dioskorides und Mittheilungen über mehrere in englischen Bibliotheken befindliche medicinische Sanskritschriften, ferner „Galeni de dissectione musculorum et de consuetudine libri“, 1832, griechische Ausgabe der genannten Schriften, von welchen die letztgenannte (πεϱὶ ἐϑῶν) hier zum ersten Male im Urtext veröffentlicht ist, mit einer Anzeige der Resultate, zu welchen Verfasser auf seiner fünfjährigen Reise bezüglich der Kritik des Textes in der hippokratischen Sammlung gelangt ist, sodann „Apollonii Citiensis, Stephani, Palladii, Theophili .. et aliorum scholia in Hippocratem et Galenum“, 2 Tom. 1834, eine sehr werthvolle, mit der gründlichsten Kritik und Umsicht bearbeitete Sammlung (erste Ausgabe im Urtexte), endlich „Sorani Ephesii de arte obstetricia morbisque mulierum quae supersunt“, 1838, erste Ausgabe dieser classischen Schrift, nach dem Tode des Verfassers mit einem Vorworte und Zusätzen versehen, von Lobeck edirt. — Von seinen sehr umfangreichen Collectaneen, die zu verwerthen der frühe Tod den Verfasser hinderte, soll sich noch ein Theil auf der königl. Bibliothek in Königsberg befinden.

  • Autor/in

    A. Hirsch.
  • Zitierweise

    Hirsch, August, "Dietz, Friedrich Reinhold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 210-211 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116116412.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA