Lebensdaten
1826 bis 1906
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Sankt Ruprecht (Kärnten)
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139211160 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pino v. Friedenthal, Felix Maria Freiherr
  • Pino von Friedenthal, Felix Freiherr
  • Pino v. Friedenthal, Felix Maria Freiherr
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Zitierweise

Pino von Friedenthal, Felix Freiherr, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139211160.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus lombard. Fam., d. Ende d. 17. Jh. nach Schlesien kam (1727 geadelt, 1728 böhm. Rr. mit Prädikat „v. Friedenthal“, 1776 Frhr);
    V Joseph (1794–1866), Oberfinanzrat, Begr. d. mähr. Linie, S d. Felix (1762–1826) u. d. Josepha Freiin v. Jungwörth (* 1772);
    M Bertha Brassier de St. Simon-Vallade (1804–73);
    Ur-Gvv Joseph (1729–85), k. k. Gubernialrat zu Brünn;
    Ov Ludwig (1799–1879), Oberlandesger.rat;
    1862 Johanna (* 1840), T d. Ignaz Frhr. Schrenck v. Notzing (1800–76), Hofsekr. d. Allg. Hofkammer, u. d. Josephine Gfn. Khevenhüller-Frankenburg (1805–82); kinderlos.

  • Leben

    P. trat nach dem Jurastudium an der Univ. Wien (1845–48) in den Staatsdienst und fand während der 50er Jahre vornehmlich in Italien Verwendung (1852 Zentralseebehörde in Triest, 1854 Mailand). Während seiner Dienstleistung im Innenministerium wurde er mit Eduard Gf. Taaffe (1833–95) bekannt. 1867 Bezirkshauptmann in Baden, 1868 in Görz, war er 1870-74 Landespräsident der Bukowina, wo er mit den Vorarbeiten zur Gründung der Univ. Czemowitz betraut war. 1874-79 amtierte er als Statthalter in Triest. Bis 1878 Landtagsabgeordneter der Bukowina, war P. seit 1871 wiederholt auch Reichsratsabgeordneter, hier ursprünglich Mitglied des verfassungstreuen Zentrums, des rechten Flügels der Deutsch-Liberalen. Vom Ministerium Taaffe wurde P. im August 1879 als Statthalter nach Oberösterreich entsandt, wo er Kontakte zu den Konservativen herstellte. 1881 zum Handelsminister ernannt, zählte er zusammen mit Siegmund Frhr. Conrad v. Eybesfeld (1821–98) u. Julius Frhr. v. Horst (1829–1904) zur Gruppe der politisch neutralen, josephinischen Minister im Kabinett Taaffe, wurde von den Liberalen aber als Renegat betrachtet und mit außerordentlicher Feindseligkeit behandelt. 1885 kandidierte er gegen die liberale Opposition und entriß ihr einen Südkärntner Wahlkreis. Sein unbürokratisches Vorgehen bei der Verstaatlichung wesentlicher Eisenbahnlinien (Elisabeth- u. Franz Joseph-Bahn) und bei der Gründung der Postsparkasse 1883 forderte Kritik an seiner Amtsführung heraus, auch wenn nie der Vorwurf persönlicher Bereicherung erhoben wurde. In P.s Amtszeit fielen auch die Anfänge der österr. Sozialgesetzgebung, der er jedoch eher skeptisch gegenüberstand. P. stürzte im März 1886 über seine Verbindung mit einem übel beleumdeten Geschäftemacher („Causa Klier“) bei der Verstaatlichung der Prag-Duxer Bahn. Er kehrte auf den Posten des Landespräsidenten der Bukowina zurück und ließ sich 1890 wegen seiner fortschreitenden Erblindung pensionieren. P. war Exponent der politisch flexiblen, gegen den Herrschaftsanspruch der Deutsch-liberalen Partei auftretenden, jedoch in wesentlichen Fragen mit ihr übereinstimmenden, ethnisch heterogenen, aber deutsch akkulturierten Kochbürokratie der Habsburgermonarchie.

  • Literatur

    A. v. Czedik, Zur Gesch. d. k. k. österr. Ministerien 1861-1914, I, 1916, S. 365-72;
    Neue Freie Presse v. 17.4.1906, S. 4;
    S. Hahn, Reichsratsalm. f. d. Session 1885/86, 1885;
    K. Ebert, Anfänge d. modernen Soz.pol. in Österr., 1975, S. 143, 166;
    BJ XI, Tl.;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Lothar Höbelt
  • Empfohlene Zitierweise

    Höbelt, Lothar, "Pino von Friedenthal, Felix Freiherr" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 456 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139211160.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA