• Leben

    Chotek: ein altes böhmisches Geschlecht, Freiherren seit 1702, Grafen seit 1723. Graf Rudolf Ch. (1707—1771) diente unter Maria Theresia als Statthalter in Böhmen, als Präsident der Hofkammer und von 1765—1771 als oberster Kanzler der vereinigten Hofkanzlei in Wien. — Sein Neffe Graf Rudolf Ch. (1748—1824) wurde unter Joseph II. Hofkanzler, schied 1789 wegen der Steuerreform aus dem Dienst, übernahm unter Leopold II. die Leitung der Finanzen und unter K. Franz 1802 als Oberstburggraf die politische Verwaltung in Böhmen. Von 1805—1809 nahm er als Staats- und Conferenzminister an der obersten Regierung Antheil, lebte dann als Privatmann und starb 1824. — Karl Graf Ch., der jüngste Sohn des Conferenzministers (1783—1868), trat 1803 in den öffentlichen Dienst bei dem böhmischen Gubernium, wurde 1805 Kreishauptmann in Mähren, 1811 Gubernialrath, begleitete 1815 als Generalintendant die österreichische Armee nach Italien. Nach dem Frieden berief ihn K. Franz I. als Gouverneur nach Triest, 1818 nach Tirol, 1825 als Hofkanzler und Präsident der Studienhofcommission nach Wien und 1826 als Oberstburggraf nach Böhmen, in welcher Stellung er eine Reihe von Schöpfungen für die geistige und materielle Cultur des Landes ins Leben rief. In Folge eines Streites mit den Ständen verließ er 1843 den Staatsdienst, lebte auf seinen Gütern und am 28. December 1868 in Wien. K. Ch. ist der Stifter eines jüngeren Zweiges dieses Geschlechts, welches im deutschen Theile Böhmens zu Großpriesen an der Elbe ansässig ist.

    • Literatur

      Adam Wolf, Sitzungsberichte der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, 1852 Bd. IX, 434; Graf Karl Chotek, ein Lebensbild, Prag 1869.

  • Autor/in

    Wolf.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolf, Adam, "Chotek" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 138 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137651066.html#adbcontent

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