Lebensdaten
erwähnt 1127, gestorben 1130
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137112114 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meginerus
  • Meinherus
  • Meginher von Trier
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Zitierweise

Meginher, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137112114.html [25.02.2020].

CC0

  • Leben

    M. entstammte wie sein Vorgänger Gottfried (1124–27), zu dessen Sturz er offenbar wesentlich beigetragen hatte, einer vornehmen Familie aus der Diözese Lüttich, war aber von Kindheit auf in der Trierer Kirche erzogen worden. Der als sein Oheim bezeugte Propst Rambert ist wohl identisch mit dem 1106-19 nachweisbaren Trierer Dompropst dieses Namens. Im Juni 1127 wurde M. zum Erzbischof gewählt. Binnen kurzem stellte er den Frieden im Erzstift wieder her; Gf. Wilhelm von Luxemburg (1096–1129), den territorialpolitischen Gegenspieler der Erzbischöfe, zwang er nach Eroberung der Burg Bombogen im Herbst des Jahres zum Einlenken. Freilich bedeutete der seit der 2. Hälfte des 11. Jh. wachsende Einfluß der Ministerialität in seiner Bischofsstadt eine ständige Bedrohung für ihn, zumal sich der aus dem Dienstmannengeschlecht „von der Brücke“ (de Ponte) stammende Burggraf Ludwig schon unter seinem Vorgänger eine überragende Machtstellung verschafft hatte. In den Beginn der Regierungszeit M.s fällt als ein wichtiges Ereignis der Trierer Kirchengeschichte die Wiederauffindung der Reliquien des hl. Apostels Matthias am 1.9.1127 beim Neubau der Klosterkirche von St. Eucharius (später St. Matthias). Im März 1128 begab sich M. nach Rom, wo ihm Papst Honorius II. die Bischofsweihe spendete und am 9. April ein Privileg über die Trierer Metropolitanstellung, den Gebrauch des Palliums, der purpurnen Reitdecke und des Vortragekreuzes sowie die Bestätigung des Bistums ausstellte. Gleichzeitig beauftragte ihn der Papst, in seiner Diözese die Exkommunikation über den Gegenkönig Konrad von Staufen zu verhängen. Mehrfach erscheint der Erzbischof in der Umgebung Lothars von Supplinburg. Am 1.8.1129 weihte er die Kirche des mit seiner Unterstützung gegründeten und von ihm auch dotierten Nonnenklosters St. Marien/Andernach, das er dem Abt Richard von Springiersbach unterstellte; Richard hatte den Nonnenkonvent aus seinem Kloster in die Neugründung verlegt. Wegen seiner Strenge angefeindet, trat M. im November 1129 erneut eine Romreise an, um die Hilfe des Papstes zu erlangen, wurde aber in Oberitalien von den Anhängern Konrads von Staufen gefangengenommen. Der Gegenkönig überstellte ihn für eine Summe von 600 Pfund, die wohl von seiner Kirche als Lösegeld hätte aufgebracht werden müssen, den Parmesen. Im Kerker von Parma ist M. – durch Mißhandlungen erblindet – gestorben. Er wurde zunächst hier im Dom beigesetzt, bis sein Nachfolger Albero ( 1152) seinen Leichnam nach Trier überführte und in seiner Bischofskirche bestatten ließ. Der neue Erzbischof hatte sich erst nach längerer Sedisvakanz gegen den erbitterten Widerstand der vom Burggrafen Ludwig de Ponte geführten Opposition durchsetzen können.

  • Literatur

    ADB 21;
    Gesta Treverorum c. 32;
    Gesta Treverorum additamentum et continuatio prima c. 27. 28, in: MGH SS VIII, S. 174, 199;
    Ex inventione et miraculis s. Matthiae c. 3, ebd., S. 229;
    Gesta Alberonis archiepiscopi auctore Balderico c. 15, ebd., S. 252;
    Gesta Alberonis metrica Vers 66 ff., ebd. S. 238;
    Fundatio monasterii s. Mariae Andernacensis, in: MGH SS XV, 2, S. 968-70. –
    Gallia Christiana XIII col. 420 f.;
    A. Goerz. Regg. d. Erzbischöfe v. Trier, 1861, Neudr. 1984, S. 16;
    ders., Mittelrhein. Regg. I, 1876, S. 489-98;
    K. Löhnert, Personal- u. Amtsdaten d. Trierer Erzbischöfe d. 10.-15. Jh., Diss. Greifswald 1908, S. 27 f.: R. Martini, Die Trierer Bischofswahlen vom Beginn d. 10. b. z. Ausgang d. 12. Jh., 1909, S. 48 ff.;
    F. Pauly, Aus d. Gesch. d. Bistums Trier II, 1969, S. 77.

  • Autor/in

    Egon Boshof
  • Empfohlene Zitierweise

    Boshof, Egon, "Meginher" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 617 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137112114.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Meginher, Erzbischof von Trier (1127—1130). Nach der erzwungenen Abdankung des heiligen Gottfried (17. Mai 1127) ward der von Jugend auf in der Trierischen Kirche erzogene M., aus dem Grafengeschlecht von Vianden und also wol ein Anverwandter jenes, gewählt. Schon gleich nach seiner Erhebung nahm er die Neuerburg bei Bombagen im Sturm und zwang ihren Eigenthümer, den Grafen Wilhelm von Luxemburg, zum Frieden und zur Ruhe. In der Fasten des folgenden Jahres ging er nach Rom, wo ihn Papst Honorius II. am 9. April bestätigte und mit dem Pallium schmückte. Nach seiner Rückkehr machte er sich durch rücksichtsloses Einschreiten gegen den vielfach entarteten Klerus verhaßt und erschütterte seine Stellung noch mehr, indem er im Auftrag des Papstes den gegen Lothar den Sachsen gewählten Gegenkönig Konrad bannte. Im November 1129 kehrte er nach Rom zurück, ward aber auf Veranlassung König Konrads aufgegriffen und nach Parma gebracht, wo er nach zehnmonatlicher Gefangenschaft, durch Kummer (oder von seinen Feinden) geblendet, starb (1. October 1130).

    • Literatur

      Vgl. Gesta Trev. MG. SS. VIII, 199. Görz, Reg. d. Erzb., S. 16. Ders., Mittelrh. Reg. 1, 498. Brower, Annal. II, 27. Jaffé, Gesch. Lothars, S. 250. Leonhardy, Gesch. d. Tr. Landes u. Volkes, Tr. 1870, S. 444.

  • Autor/in

    F. X. Kraus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraus, Franz Xaver, "Meginher" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 183 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137112114.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA