• Leben

    Leo: Sibrand L., um 1525 zu Löwarden geboren, sing dort mit seinem Freunde Suffridus Petri unter Cornelius Colebertus seine lateinischen Studien an und lebte einige Jahre in der Abtei zu Lidlum, wo es damals an reformatorischen Sympathien nicht fehlte. Um 1557 war er Priester zu Menaldum und Berlicum, mußte aber, vielleicht 1566, als des Lutherthums verdächtig nach Groningerland flüchten, wo er 1588 starb. Seine Schriften zeigen ihn als einen sorgfältigen Kirchenhistoriker. In lateinischer Sprache verfaßte er zwei Klosterchroniken, beide von Matthäus in die Analecta aufgenommen. Die Erste, „Vitae et res gestae abbatum in Lidlum“. welche von 1182 bis 1575 reicht, enthält manche sehr wichtige Nachrichten. Die andere Chronik: „Vitae et res gestae abdatum Horti divae Virginis ten Mariengaards“, ist weit geringfügiger, obwol sie von der Klosterstiftung 1163 bis 1569 reicht. Sie ist auch von C. L. Hugo, Sacr. antiquit. monum. tom. I, herausgegeben. Vielleicht ist die kleine Schrift „Vita b. Friderici abd. Horti beatae Mariae auctare Sibr. Leonio“, welche sich in den Acta Sanctor. Bolland. ad 3 Martii vorfindet, nur ein Fragment der letztgenannten Chronik. L. ist auch als Verfasser einer geographischen Karte Frieslands zu betrachten, welche von Jacob Daventriensis|und 1579 aufs Neue von Hagenberg zu Antwerpen herausgegeben ist. Von anderen Schriften, deren er nach mehrfachen Zeugnissen noch verschiedene verfaßt hat, sind uns nicht einmal die Titel überliefert.

    • Literatur

      Suffr. Petri, De Scriptor. Frisiae p. 391 sqq. Van der All, Biogr. Woordenb. und die dort genannten Quellen.

  • Autor/in

    van , Slee.
  • Empfohlene Zitierweise

    Slee, Jacob Cornelis van, "Leo, Sibrand" in: Allgemeine Deutsche Biographie 18 (1883), S. 294-295 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136975186.html#adbcontent

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