• Leben

    Obladen: Peter O., Doctor beider Rechte, Domchorvicar zu Augsburg, soll daselbst 1717 geboren und am 18. August 1801 gestorben sein. Er war früher Mitglied des regulirten Chorherrnstiftes St. Michael zu den Wengen in Ulm, wo er um 1762 das Amt des Bibliothekars und um 1766 die Würde des Subdecans bekleidete. Bald darauf scheint er — unbekannt aus welchen Ursachen — säcularisirt worden zu sein; denn in der vom 13. Juli 1772 datirten Approbation seiner Uebersetzung von Liguori's „Vollkommener Weltpriester“ wird er ausdrücklich „sacerdos modo saecularis“ genannt und auf dem Titelblatt dieses Werkes stellt er sich selbst ohne Erwähnung des Wengenklosters als „päpstlicher Protonotar und Benefiziat an der Augsburger Kathedrale“ vor. Er war ein fruchtbarer, aber wenig origineller Schriftsteller; denn außer einigen Predigten und Erbauungsschriften sind seine Bücher nur Uebersetzungen ausländischer Autoren, wie Muratori, Carraccioli, Seniscalchi, Liguori u. a., doch insofern nicht ohne Verdienst, als er damit der damaligen theologischen Oberflächlichkeit und seichten oder ungläubigen Aufklärung einige der besseren Widerlegungen des Auslandes entgegenstellte und überhaupt einige bedeutendere theologische Autoren dem katholischen Deutschland zugänglich machte.

    • Literatur

      Ein vollständiges Verzeichniß seiner Schriften mit wenigen biographischen Notizen bei Clem. Al. Baader, Lexikon verstorbener baierischer Schriftsteller des 18. und 19. Jahrb., I. 2. S. 95, hauptsächlich nach Rotermund V, S. 897. Neuere Literarhistoriker nennen ihn irrthümlich Beda Obladen.

  • Autor/in

    Ant. Weis.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weis, P. Anton, "Obladen, Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 113 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13009708X.html#adbcontent

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