Lebensdaten
1655 bis 1737
Sterbeort
Danzig
Beruf/Funktion
Herzog von Kurland und Semgallen
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 123619122 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ferdinand Kettler
  • Ferdinand Ketteler
  • Kettler, Ferdinand
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123619122.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Jakob v. K. u. S. (1610–82), S d. Hzg. Wilh. (1574–1640) u. d. Sophie Prn. in Preußen;
    M Luise|Charl. (1617–76), T d. Kf. Gg. Wilh. v. Brandenburg ( 1640);
    B Frdr. Kasimir ( 1698, s. NDB V);
    1730 Joh. Magdalene (1708–60), T d. Hzg. Georg v. Sachsen-Weißenfels (1677–1712); kinderlos;
    N Frdr. Wilh. (1692–1711).

  • Leben

    Dieser letzte Herzog aus dem Hause Kettler hat nur eine Scheinregierung ausgeübt. Als Generalleutnant in polnischen Diensten nahm F. an den ersten Gefechten des Nordischen Krieges teil und verließ 1700 das Land, als die Schweden es zu besetzen drohten. Von Danzig aus kämpfte er verbissen, aber mit wenig diplomatischem Geschick um seine Rechte mit der kurländischen Ritterschaft, der Vormundschaftsregierung für seinen Neffen Friedrich Wilhelm 1698–1709, der ehrgeizigen Mutter des Thronerben und dem Lehnsherrn Polen. Die Mündigkeitserklärung seines Neffen erkannte er nicht an, während das durch Krieg und Pest verheerte Land den jungen liebenswürdigen Prinzen, der viele Hoffnungen erweckte, mit Jubel empfing. Da F. sich auch nach dessen Tode weigerte, ins Land zurückzukehren, seine spät geschlossene Ehe kinderlos blieb, wurde bereits zu seinen Lebzeiten um die Nachfolge verhandelt, wobei zum letzten Male in der Geschichte des ehemaligen Ordenslandes auch der Hoch- und Deutschmeister seine Stimme erhob. Als Prätendenten traten unter anderem der Fürst Menschikow, Peters ehemaliger Günstling, und Moritz von Sachsen auf. Als Sieger ging schließlich nach F.s Tode der Kurländer Ernst Johann Biron hervor, den die mittlerweile auf den Zarenthron berufene Herzogin-Witwe Anna, aber auch August III. von Sachsen und Polen protegierten.

  • Literatur

    ADB XV (unter Kettler);
    K. W. Cruse, Kurland unter d. Herzögen I, Mitau 1833;
    Th. Schiemann, Hzg. Frdr. Wilh., in: Balt. Mschr. 22, 1873;
    A. Seraphin. Gesch. d. Hzgt. Kurland, Reval 1904;
    L. Arbusow, Grundriß d. Gesch. Liv-, Est- u. Kurlands, Riga 41918;
    W. Eckert, Kurland unter d. Einfluß d. Merkantilismus, ebd. 1927;
    R. Wittram, Balt. Gesch., 1954.

  • Autor/in

    Irene Neander
  • Empfohlene Zitierweise

    Neander, Irene, "Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 90 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123619122.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA