• Genealogie

    V Friedrich Karl Richard Beese, Architekt und Steinsetzmeister;
    M Alma Wilhelmine Hedwig Hartmann;
    Charles Boutard.

  • Leben

    Mit vielen Talenten begabt, entschloß sich B., von ihren Freunden „Melli“ genannt, mit 17 Jahren, Bildhauerin zu werden, und besuchte die Königliche Akademie der freien Künste in Stockholm. Ein eigenes Atelier hatte sie erst in München, dann in Dresden. Von Flugsehnsucht ergriffen, ließ sie ihre Kunst im Stich, entwarf noch ohne rechte technische Erfahrung ein Flugboot, kam im Herbst 1910 nach Johannisthal, wo sie erst bei R. Thelen, dann bei R. von Mossner und H. Hirth das Fliegen erlernte. 1911 erwarb sie in Johannisthal auf einer Etrich-Rumpler-Taube das Pilotenzeugnis Nr. 115. Sie nahm an Wettbewerben teil, gewann viele Preise, errang Höhen- und Dauerrekorde, darunter einen Weltrekord. Umschwärmt und verehrt, trug sie viel zur Entwicklung des jungen Flugsports in Johannisthal bei. Im Jahre 1912 gründete sie mit dem Franzosen Charles Boutard dort eine Flugschule, später auch eine Flugzeugfabrik. Wegen der Nationalität ihres Mannes wurde sie von der „Nationalflugspende“ ausgeschlossen und bei Kriegsausbruch mit ihm interniert. Nach dem Kriege versuchte sie noch einmal, den geliebten Fliegerberuf wiederaufzunehmen. Aber Enttäuschungen und Entbehrungen hatten ihre Kräfte verzehrt. Sie nahm sich das Leben.

  • Werke

    Unser Flugplatz - in memoriam, in: Motor. Jg. 1921.

  • Literatur

    R. Frhr. v. Ompteda, Einst in Johannisthal, in: Illustrierte Flugwoche, Jg. 1930;
    P. Supf, Das Buch d. dt. Fluggesch., 1935 (P); A. Norden, Flügel am Horizont, 1939 (P).

  • Autor/in

    Peter Supf
  • Empfohlene Zitierweise

    Supf, Peter, "Beese, Amelie" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 738 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123213177.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA