Lebensdaten
1717 bis 1779
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Erlau (Ungarn)
Beruf/Funktion
Bildhauer ; Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122638417 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kracker, Johann Lucas

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Zitierweise

Kracker, Johann Lucas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122638417.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1683–1733), Maler, in enger Verbindung zu L. v. Hildebrandt, S d. Tobias (s. Einl.) u. d. Margarete Klauser;
    M Anna Katharina Wilde;
    Ov Tobias ( n. 1745), Bildhauer;
    - N. N.;
    1 T Theresia ( Josef Zach 1692-1740, Maler, Schüler K.s, s. ThB).

  • Leben

    K. lernt in Wien bei dem Maler Anton Hertzog (1692–1740, siehe ThB). Seit 1738 ist er Schüler der Kunstakademie (Teilnahme am Preisausschreiben, Zeichnung nach dem Modell, 1739). Als erste selbständige Arbeit wird von einem Fresko in Graz (1742) berichtet, 1744 ist er in Krain (Slowenien) tätig. Nach 1749 ist K. in Mähren nachweisbar, wo er mit dem Brünner Maler Josef Thaddeus Rotter (1701–63, siehe ThB 29) gearbeitet haben soll. Signierte Werke 1750-52 bezeugen, daß er um diese Zeit in Südmähren (Znaim unter anderem) besonders als Maler von Altarbildern beschäftigt ist. Seit spätestens Anfang 1754 arbeitet K. in Oberungarn, malt 1754-57 bedeutende Fresken für die Pauliner in Vranov und Šaštin, für die Franziskaner in Nižna Šebaštova unter anderem. Da sich sein Ruhm in dieser Kunstgattung bereits gefestigt hat, wird er 1760 mit der Ausführung der großartigen Deckenfresken der Niklaskirche der Prager Kleinseite betraut. Obwohl die Prager Malerzunft gegen ihn Einwände erhebt, kann K. sich als akademisch gebildeter Künstler auf die Hofprivilegien berufen und die Arbeit im Auftrag der Jesuiten 1761 ungehindert vollenden. Seit 1762 ist er wieder in Ungarn tätig, wo 1762-64 sein Hauptwerk, die malerische Dekoration der Prämonstratenserkirche und des Stiftes in Jasov entsteht. Mit kürzeren Unterbrechungen in Neu Reisch in Mähren (1766) sowie Japons in Niederösterreich (1767) verläuft K.s künstlerische Karriere nunmehr vollends in Ungarn. Um 1766 läßt er sich in Erlau nieder und wird vor allem von Karl von Esterházy, Bischof von Erlau, beschäftigt, malt zahlreiche Fresken und Altarbilder der Stadt und im Bistum sowie auf den Besitzungen des Bischofs, darunter auch das späte Hauptwerk, das Deckenbild des Lyzeums von Erlau, „Das Konzil von Trient“ (1777). Von mehreren Schülern und Gehilfen waren die bedeutendsten sein Schwiegersohn Josef Zach und Josef Zirckler (1750–97, siehe ThB 36). – K. gehört zu den hervorragendsten Vertretern der spätbarocken Monumentalmalerei in Österreich-Ungarn. Er ist neben Paul Troger und Franz Anton Maulpertsch der bedeutendste Freskenmaler, der in den Ländern der Donau-Monarchie gewirkt hat. In Ungarn, wo die Mehrzahl seiner Werke entstanden ist, war er besonders geschätzt, vor allem wegen der plastischen Klarheit und besonnenen Übersichtlichkeit seiner Darstellungsweise. Da sich jedoch seine Arbeiten zum Teil an entlegenen Orten befinden und nur sehr wenige seiner Werke in die Museen und Galerien gelangten, konnte er für die allgemeine Kunstgeschichte erst in neuerer Zeit besser erschlossen und richtiger gewertet werden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Fresken: St. Martinskirche Graz, 1742 (nicht erhalten);
    Jesuitenkirche Erlau, 1769 f. (verbrannt);
    Altarbilder in: Okonina, 1744 (Verzückung d. hl. Ignaz);
    Kapuziner- u. Dominikanerkirche Znaim, 1752, 1756;
    Minoritenkirche Erlau, 1769;
    Tiszapüspöki, Szihalom, Egerbakta, Kerecsend u. a., 1770-77;
    Pfarrkirche Banska Bistrica, 1774. -
    Decken- u. Tafelbilder: Paulinerkirche u. Kloster Vranov, 1754-56. -
    Decken- u. Altarbilder: Franziskanerkirche Nižna Sebaštova, 1754;
    Paulinerkirche Saštin, 1756 f.;
    Prämonstratenserkloster Neu Reisch, 1766. -
    Deckenbilder: Kloster d. Elisabethinerinnen Prag, 1762;
    Hauskapelle im Bischöfl. Palast Erlau, 1765 (nicht erhalten);
    Pfarrkirche Japons, 1767;
    Kleinpropstpalast Erlau;
    Festsaal im Podmaniczky-Schloß Aszód, 1777 f. -
    Bildnis d. Pfarrers Saulzin, 1744 (Laibach, Nat.gal.);
    Hl. Sebastian, Die hl. Fam. (Brünn, Mähr. Mus.);
    Hl. Andreas (Wien, Österr. Gal.).

  • Literatur

    K. Garas, Kracker János Lukács, 1941 (L);
    dies., Magyarországi festészet a XVIII. században, 1955;
    P. Toman, Novy slovnik Československych vytvarnych umelci II, 1950, S. 599;
    J. Šip, M. Korecky u. A. Paul, Wandmalereien d. Spätbarock, Ein Werk J. L. K.s, 1958;
    Ch. Salm, Über e. Bildnis v. J. L. K., in: Pantheon, 1960, S. 204;
    A. Petrova Pleskotova, J. L. K. u. s. Kreis in d. Slowakei, in: Actes du XXIIe Congrès International d'Hist. de l'Art, Budapest, 1972, II, S. 209;
    ThB.

  • Autor/in

    Klára Garas
  • Empfohlene Zitierweise

    Garas, Klara, "Kracker, Johann Lucas" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 632 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122638417.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA