Lebensdaten
1802 bis 1894
Geburtsort
Blasewitz bei Dresden
Sterbeort
Wachwitz bei Dresden
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121207846 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hottenroth, Woldemar

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Zitierweise

Hottenroth, Woldemar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121207846.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1763–1853), Jurist, Aktuarius im Zisterzienserkloster Neuzelle b. Guben, erwarb 1798 Stadtgut Blasewitz, später verarmt u. Kammerdiener d. Königinwitwe Amalia v. Sachsen;
    M Maria Josepha (1780–1855), T d. Carolus Antonius Busetti (1728–91), Bes. e. Konditorei in Dresden, u. d. Catharina Hentschel;
    B Eduard (1799–1875), Hofkonditor in Dresden, Edmund (1804|-89), Maler, vor allem v. Landschaften aus d. Umgebung v. Rom u. Neapel im Vedutenstil d. Zeit (s. ThB);
    - Hamburg 1843 Agnes ( 1892), T d. Silvester Willert, Großkaufm. in Hamburg, u. d. Adelaide Riese; Om d. Ehefrau Wilhelm Riese (Ps. Wilhelm Friedrich, 1805–79), Schriftsteller, Autor u. a. d. Textbücher zu F. v. Flotows Opern „Martha“ und „Stradella“ (s. A. Kellner, in: Stradella, Oper v. F. v. Flotow, Text v. W. Friedrich [1910], = Reclam Universalbibl. Nr. 5184);
    2 S, 3 T, u. a. Joh. Edmund (1855–1937), besuchte d. Dresdner Kunstak., wurde dann Berufsoffizier, 1904 als Oberstleutnant Vorstand d. Sächs. Kriegsarchivs, 1919 Oberst, Militärschriftsteller, Vf. v. „Die Gesch. d. Sächs. Fahnen u. Standarten“, 1910, Hrsg. u. Bearb. d. Autobiogr. H.s (s. L).

  • Leben

    H. besuchte seit 1811 mit Ludwig Richter die Katholische Schule in Dresden und kolorierte mit ihm Kupferstiche von dessen Vater K. A. Richter. 1816 fand er Aufnahme in die Zeichenschule der Dresdner Kunstakademie und später in diese selbst. Seine Lehrer waren vor allem der Historien- und Bildnismaler Johann F. Matthaei und der Historienmaler Ferdinand Hartmann (1774–1842, s. Literatur). 1828 erhielt er ein Reisestipendium nach Paris, 1829 besuchte er Le Havre und Rouen. Mit seinem Bruder Edmund unternahm er von hier aus eine Reise durch die Schweiz. 1830 begaben sie sich nach Rom, wo sie Mitglieder des Deutschen Künstlervereins wurden und im deutsch-römischen Künstlerkreis verkehrten. H. kehrte 1843 nach Deutschland zurück, um in Hamburg zu heiraten. Von hier aus erfolgten Reisen nach England und Frankreich, 1851-53 erneuter Aufenthalt in Rom, dort Verkehr unter anderem mit den Malern August Grahl und Alfred Rethel. 1854 siedelte H. nach Dresden, später nach Wachwitz über, wo er bis zu seinem Tode mit Unterbrechungen durch Reisen als freier Künstler ansässig blieb.

    H. entwickelte die klassizistische romantische Schule seiner Dresdner Lehrer weiter. Ein Historienbild „Erminia kommt zu den Hirten“ nach Tassos „Befreitem Jerusalem“ verschaffte ihm 1827 das Stipendium nach Paris. Dort ließ er sich von Ary Scheffer und Horace Vernet anregen, es entstand unter anderem 1830 das Gemälde „Macbeth“ (Lausanne). Aber nicht auf Historienbildern und den Gemälden mit religiösen Themen wie „Mariae Verkündigung“ (1843, katholische Kirche Nyon bei Genf) beruht seine Bedeutung als Maler, sondern auf den Bildnissen und Genreszenen, vor allem aus der römischen Campagna, die in einer biedermeierlichen, frührealistischen Manier gemalt sind. Die Bildnisse „Camilla Jursch“ und „Franz Hottenroth“ sind nach 1827 in Dresden gemalt. Es folgten zahlreiche weitere Porträts und Genreszenen unter anderem: „Gräfin Eliza Moltke“ (1834 u. 1835), „Kardinal Mezzofanti“ (1843), „Napolitan. Fischerkinder“ (1838), „Dolce far niente“ (1840), „Hamburger Wäscherinnen“ (1846). Reizvolle Skizzenbücher entstanden vor allem in der römischen Zeit. In den letzten Jahrzehnten ließ die Qualität und die Quantität der Arbeiten H.s nach. Die meisten der frühen Bilder gingen in Privatbesitz über.

  • Werke

    Weitere W W. H. 1802-94, Das Leben e. Malers, zus.gest. u. bearb. v. J. E. Hottenroth (S), 1927 (33 Abb., P, auch f. d. Fam. H.s u. s. B Edmund) (Autobiogr.).

  • Literatur

    F. Noack, Dt. Leben in Rom 1700-1900, 1907;
    J. E. Hottenroth (S), Jugenderinnerungen e. alten Wachwitzers, 1925;
    H. Geller, Die Bildnisse d. dt. Künstler in Rom 1800–30, 1952, S. 66, Nr. 557-70;
    ThB (L). - Zu S Joh. Edmund: E. v. Koerner, in: NA f. Sächs. Gesch. 58, 1937, S. 223 f.;
    zu F. Hartmann: ADB X;
    ThB.

  • Portraits

    Wachsrelief v. R. Krüger, 1825, Abb. b. W. H. 1802-94, s. W;
    Selbstbildnisse, 1831, 1836, Abb. ebd.;
    Gipsrelief v. C. Schlüter, Abb. ebd.

  • Autor/in

    Fritz Löffler
  • Empfohlene Zitierweise

    Löffler, Fritz, "Hottenroth, Woldemar" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 655 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121207846.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA