Lebensdaten
1661 bis 1730
Geburtsort
Halle
Sterbeort
Liegnitz
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Jurist ; Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11851296X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Talander
  • A. B.
  • Beständige T., Der
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Zitierweise

Bohse, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11851296X.html [26.05.2017].

CC0

Bohse, August (Pseudonym Talander)

Schriftsteller und Jurist, * 2.4.1661 Halle, 1730 Liegnitz. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Gottfried (1624–91), Beisitzer des Schöppenstuhls in Halle, S des Johann George (1578–1669), Syndikus der|Stadt Hohse, und der Elisabeth Kresse; M Anna Sophia (1634–1714), T des Pfänners Friedrich Kühne und der Blandina Sander; Susanna Helena (1670–1732), T des Kämmerers Paul Christian Reichhelm zu Halle und der Magd. Susanna Schäfer.

  • Leben

    B. studierte ab 1679 in Leipzig und Jena Jura. Als Rechtspraktikant lebte er in Leipzig und Hamburg (1685–88), wo er vornehmen jungen Leuten Vorträge über Redekunst und Rechtswissenschaft hielt, die er in Dresden und Leipzig wiederholte. Seit 1691 war er als Sekretär am Weißenfelser Hof beschäftigt und verfertigte Operntexte. Er promovierte 1700 in Jena zum Doktor der Rechte und war dann Professor an der Ritterakademie in Liegnitz. Um seinen Zöglingen Weltklugheit und „galante Conduite“ zu demonstrieren, schrieb er seit 1685 unter dem Namen Talander zahlreiche Romane, deren Briefe und Gespräche als vorbildlich für den „galanten“ Stil gemeint sind. Der Inhalt erscheint uns wegen mancher schlüpfriger Szenen mehr galant als erziehlich.

  • Werke

    Liebescabinet d. Damen, Leipzig 1685; Die Amazoninnen aus d. Kloster, Köln 1698; Talanders letztes Liebes- u. Heldengedicht, Leipzig 1706; Der Liebes-Irrgarten, Weißenburg 1724.

  • Literatur

    ADB III; Goedeke III, 1887, S. 259 (W); E. Schubert, A. B., gen. Talander, 1911; H. Tiemann, Die heroisch-galanten Romane A. B.s, Diss. Kiel 1932; O. Heinlein, B.-Talander als Romanschriftst. d. galanten Zeit, Diss. Greifswald 1939; Newald, S. 401 f.

  • Autor

    Willi Flemming
  • Empfohlene Zitierweise

    Flemming, Willi, "Bohse, August" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 422 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11851296X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Bohse, August

  • Leben

    Bohse: August B., geb. 2. April 1661 zu Halle, wo sein Vater Beisitzer des Schöppenstuhles war, besuchte das dortige Gymnasium, dann 1679 die Universität Leipzig, wo er erst die Beredsamkeit, später Jura studirte, ging dann nach Jena, ward Hofmeister, kehrte aber nach kurzer Zeit wieder nach Leipzig zurück um dort zu prakticiren; zog 1685 nach Hamburg, wo er drei Jahre lang jungen vornehmen Leuten Vorlesungen über Rechtswissenschaft und Redekunst ertheilte. Unruhig wie er war, zog er dann umher, bald in Dresden, bald in Leipzig, bald in Halle gleiche Vorlesungen haltend, ward dann 1691 Secretär bei dem Herzoge Johann Adolf von Sachsen-Weißenfels und verfertigte die Hofopern. Auch hielt er nochmals juristische Vorlesungen in Jena, ging dann nach Erfurt, um wieder nach alter Weise seine Vorlesungen zu halten, ward dann 1700 zu Jena Doctor der Rechte durch die "Disputatio de iure posthumorum" und ward endlich als Professor an die Ritterakademie zu Liegnitz berufen, wo er 1740 gestorben sein muß. Er war unter dem Namen Talander Verfasser einer Menge zum Theil etwas schlüpfriger Romane, deren vollständige Aufzählung in Goedeke's Grundr. II. S. 510 Nr. 317 zu finden.

    • Literatur

      Vgl. auch Schröder's Schriftstellerlex. Jördens VI. 579—582. O. L. B. Wolff's Encyklopädie I. 308.

  • Autor

    Merzdorf.
  • Empfohlene Zitierweise

    Merzdorf, "Bohse, August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 84 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11851296X.html#adbcontent

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