Lebensdaten
1816 bis 1900
Geburtsort
Naumburg/Saale
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116982039 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoppe, Reinhold
  • Hoppe, Ernst Reinhold Eduard

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Zitierweise

Hoppe, Reinhold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116982039.html [21.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Carl (s. 1), Felix H.-Seyler (s. 3); - ledig.

  • Leben

    H. studierte 1838-42 in Kiel, Greifswald und Berlin. Zunächst als Lehrer für Mathematik und Englisch tätig, promovierte er 1850 in Halle und habilitierte sich 1853 in Berlin bei Dirichlet für Mathematik. Die gleichzeitig gewünschte venia legendi für Philosophie wurde verweigert und erst 1871 nach erneuertem Antrag erteilt. Mangelnder Lehrerfolg ließ H. an der Universität nicht festen Fuß fassen, so daß er 1858/59 in den Schuldienst zurückzukehren suchte. Nach dem Fehlschlag dieser Absicht blieb er als Privatdozent, ab 1870 mit dem Titel Professor, an der Universität Berlin fast ohne Hörer, in dürftigster Lage lebend, auf Remunerationen angewiesen. Von 1872 bis zum Tode gab H. das von J. A. Grunert gegründete Archiv der Mathematik und Physik heraus, in dessen Titel „Rücksicht auf die Bedürfnisse der Lehrer an höheren Unterrichtsanstalten“ ausdrücklich hervorgehoben wurde. Er selbst hat darin 195 Abhandlungen und zahlreiche Rezensionen|veröffentlicht. Das Gesamtverzeichnis seiner Schriften umfaßt 259 Nummern. Er hat stets nach Klarheit in den Grundsätzen und im systematischen Aufbau gestrebt. Seine Arbeiten zur Kurven- und Flächentheorie gehören zu den ersten lehrbuchartigen zusammenfassenden Darstellungen der Differentialgeometrie. Er erkannte die Beziehung zwischen Krümmung und Windung als die kennzeichnende Gleichung einer Raumkurve. In der Flächentheorie führte er eine zweckmäßige Normierung der zweiten Fundamentalform ein, die seither allgemein angenommen wurde. Außerdem schrieb er zahlreiche Arbeiten aus den Gebieten der Analysis, Algebra, Zahlentheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung, der analytischen Mechanik, der Physik und aus der Philosophie, in der er alle Mathematik als empirisch erklärte und bestrebt war, Metaphysik in Psychologie aufzulösen. Seine Rezensionen wurden unerbittlich scharf, sobald er Unklarheiten in den Grundlagen zu bemerken glaubte. Wenn sich auch mit zunehmendem Alter nicht selten ein Unvermögen, in fremde Gedanken einzudringen, äußerte und er auf dem aus den Schriften C. G. J. Jacobis gewonnenen Standpunkt verharrte, so erfreute er sich dank seiner Unabhängigkeit und seiner unbeirrbaren wissenschaftlichen Bestrebungen doch allgemeiner Achtung.

  • Werke

    u. a. Theorie d. independenten Darst. d. höheren Differentialquotienten, 1845;
    Zulänglichkeit d. Empirismus in d. Philos., 1852;
    Lehrb. d. Differentialrechnung u. Reihentheorie, 1865;
    Cinemat. Grundlage d. Curventheorie, in: Archiv d. Math. u. Physik 55, 1873;
    Principien d. analyt. Curventheorie, ebd. 56, 1874;
    Principien d. Flächentheorie, ebd. 59, 1876;
    Tafel z. 30stelligen logarithm. Rechnung, 1876;
    Lehrb. d. analyt. Geometrie, 1880.

  • Literatur

    E. Lampe, in: Jber. d. Dt. Math.-Vereinigung 9, 1901 (ausführl. W-Verz., P), auch in: Verhh. d. Dt. physikal. Ges. 2, 1900, u. in: Archiv d. Math. u. Physik, R. 3, 1901;
    Pogg. I, III, IV. |

  • Quellen

    Qu.: Archiv d. Humboldt-Univ. zu Berlin, Phil. Fak.

  • Autor/in

    Kurt-R. Biermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Biermann, Kurt-R., "Hoppe, Reinhold" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 614 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116982039.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA