Lebensdaten
1728 – nach 1795
Beruf/Funktion
Kunstsammler ; Domkapitular
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116384476 | OGND | VIAF: 57365413
Namensvarianten
  • Brabeck, Friedrich Moritz Graf von
  • Brabeck, Friedrich Moritz von
  • Brabeck, Friedrich M.
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Brabeck, Friedrich Moritz Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116384476.html [13.08.2022].

CC0

  • Biographie

    Brabeck: Friedrich Moritz, Freiherr (später Graf) v. B., namhafter Kenner und Sammler auf dem Gebiete der bildenden Kunst, Gründer der Chalkographischen Gesellschaft zu Dessau, geb. 4. Aug. 1728 zu Brabeck in Westfalen, zum Priesterstande bestimmt, besuchte die Theresianische Akademie in Wien, ward später Domherr in Hildesheim und Paderborn. Nach 1785 verließ er mit päpstlicher Dispensation den geistlichen Stand, heirathete und zog sich auf sein Familiengut Söder bei Hildesheim zurück. Hier lebte er fast ausschließlich der von ihm gegründeten, umfangreichen Gemäldesammlung, die jedoch nach Mitte unseres Jahrhunderts durch den Grafen Andreas von Stolberg-Söder (an den nach Erlöschen der Familie B. das ganze Brabeck’sche Besitzthum durch Heirath gekommen war), schon wieder veräußert wurde. B. war ein Mann von umfassender Bildung und feinem Geschmack, daneben in praktischen Dingen leicht zu seinem Nachtheile phantastisch. An das von ihm in Dessau 1795 gegründete und 1796 vom Fürst L. Fr. Franz von Anhalt-Dessau übernommene Institut der chalkographischen Gesellschaft knüpfte er die größten Hoffnungen. Es sollte durch Vervielfältigung vorzüglicher Kunstwerke den Kunstsinn in Deutschland und auch über Deutschland hinaus (man knüpfte sogar mit Amerika geschäftliche Verbindungen an) pflegen und womöglich ein Sammelpunkt aller Kunstbestrebungen der Zeit werden. Zu Mitarbeitern an diesem Institute zählten die Kupferstecher J. G. Huck, J. J. Freidhoft, J. P. Pichler, L. Buchhorn, Chr. Haldenwang, J. J. Langenhöffel u. a. Einer der begabtesten Zeichner war H. Wehle (s. Nachlaß in Görlitz). Doch schon im J. 1806, nachdem die Gesellschaft im Ganzen 136 Bl. (in Schwarzkunst, Aquatinta, Linien- und Punctirmanier) veröffentlicht hatte, ging das Institut durch ungeschickte Verwaltung und Ungunst der Zeit wieder ein.

    • Literatur

      Vgl. A. H. Valentini (von Heideck)), Die Chalkogr. Gesellschaft zu Dessau. Dessau 1847 und besonders die auf amtlichen Quellen beruhende Darstellung von O. West, Die chalkogr. Gesellschaft in Dessau 1796—1806 (in Weigel's Archiv f. bild. K.).

  • Autor/in

    Hosäus.
  • Zitierweise

    Hosäus, Wilhelm, "Brabeck, Friedrich Moritz Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 231 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116384476.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA