Lebensdaten
1797 bis 1870
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer General
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116323477 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Radziwill, Wilhelm Fürst von
  • Radziwill, Wilhelm
  • Radziwill, Wilhelm von

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Radziwill, Wilhelm Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116323477.html [18.08.2019].

CC0

  • Leben

    Radziwill: Fürst Friedrich Wilhelm Paul R., preußischer General der Infanterie, der älteste Sohn des Fürsten Anton R. (s. d.), wurde am 19. März 1797 zu Berlin geboren, wohnte seit Anfang September 1813, als Officier von der Armee und dem Hauptquartier des General v. Bülow zugetheilt, den Befreiungskriegen bei, wurde mit dem Eisernen Kreuze geschmückt und trat nach Friedensschluß als Stabscapitän beim 2. Garderegiment zu Fuß in den ausübenden Dienst, dessen er sich mit Eifer annahm. Sinn für wissenschaftliches Streben führte ihn als Hörer der Allgemeinen Kriegsschule zu; 20 Jahre später nahm er an der Wiederbelebung der von Scharnhorst gegründeten Militärischen Gesellschaft lebhaften Antheil. Im J. 1823 wurde er als Major zu dem in Posen garnisonirenden 19. Infanterieregiment versetzt; sein dortiges Haus bildete, namentlich nach seiner Verheirathung mit einer Prinzessin R., welcher 1832 eine zweite Ehe mit einer Prinzessin Clary folgte, den Mittelpunkt einer glänzenden und edelen Geselligkeit. 1833 wurde er als Commandeur des 11. Infanterieregiments nach Breslau versetzt, trat aber, nachdem er 1833 seinem Vater im Besitz großer Familiengüter gefolgt war, zu den Officieren von der Armee über und schied damit vorläufig aus einer unmittelbaren dienstlichen Verwendung. 1839 übernahm er, zum Generalmajor aufgerückt, von neuem einen militärischen Wirkungskreis, indem er zum Commandeur einer Landwehrbrigade mit dem Stabsquartier Berlin ernannt wurde, und im März 1848 war er soeben zum Divisionscommandeur aufgerückt, als ihm das Commando der zur Theilnahme am Kriege gegen Dänemark nach Schleswig-Holstein marschirenden preußischen Truppen, unter dem Oberbefehl des General v. Wrangel, übertragen wurde. Nach Beendigung des Feldzuges, dessen Hauptereignisse die Schlacht bei Schleswig am 23. April und ein Treffen bei Düppel am 5. Juni waren, bekleidete er verschiedene Stellungen, bis er 1852 commandirender General des 4. Armeecorps in Magdeburg wurde, ein Posten, aus welchem er 1858 in das nämliche Verhältniß beim 3. Armeecorps in Berlin übertrat. Aber schon am 1. Juli|1860 vertauschte er denselben mit der Stellung als Generalinspecteur des Ingenieurcorps und der Festungen. Es war gelegentlich der Neubildung des Heeres. Bei diesem Anlaß sollte auch die technische Waffe, welcher R. vorgesetzt wurde, eine bedeutende Vermehrung erfahren und zugleich sollte sie in anderen Beziehungen Umwandlungen unterzogen werden, deren Ausführung mehr einen allgemein gebildeten höheren Officier, als einen Fachmann im engeren Sinne für ihre Oberleitung verlangte. Zugleich sollte sie in ihrer äußeren Stellung und in den Augen der Welt dadurch gehoben werden, daß ein möglichst vornehmer Mann an ihre Spitze trat. Fürst R. hat die ihm gestellte Aufgabe, welche mancherlei Schwierigkeiten bot, mit Geschick gelöst. Indem er sich für die technische Seite derselben bewährten Rathes bediente, richtete er sein Hauptaugenmerk auf die bisher zu sehr in den Hintergrund gedrängte soldatische Ausbildung und Thätigkeit der Truppe, wurde aber seit dem Jahre 1864 durch Schlaganfälle, welche nach und nach eine Lähmung der einen Körperseite veranlaßten, in seiner Wirksamkeit immer mehr gehindert und endlich gezwungen, bei Ausbruch des Krieges von 1866 gegen Oesterreich den Dienst ganz zu verlassen. Er starb am 5. August 1870 zu Berlin.

  • Autor/in

    B. Poten.
  • Empfohlene Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "Radziwill, Wilhelm Fürst von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 27 (1888), S. 156 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116323477.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA