Dates of Life
1690 - 1763
Occupation
evangelischer Theologe ; Prediger ; Historiker ; Generalsuperintendent ; Professor der Theologie in Greifswald
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 116046481 | OGND | VIAF: 62290224
Alternate Names
  • Balthasar, Jakob Heinrich von
  • Balthasar, Jacob Heinrich von
  • Balthasar, Jakob Heinrich von
  • more

Relations

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Balthasar, Jacob Heinrich von, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116046481.html [10.05.2021].

CC0

  • Life

    Balthasar: Jakob Heinrich von B., Professor der Theologie, Prediger und Förderer pommerscher Geschichte, geb. 19. Oct. 1690 zu Greifswald, 2. Jan. 1763. Sein Vater war Dr. iur. u. Jakob B., seit 1682 außerordentlicher Professor der Rechte und ordentlicher Professor der Moral und Geschichte an der Landesuniversität, später seit 1689 auch Syndicus derselben, zuletzt seit 1704 herzoglich mecklenburgischer Regierungsrath und Vicedirector der Justizkanzellei in Rostock, gest. 1706, seine Mutter Anna Katharina Gerdes. Von den Eltern für ein gelehrtes Studium bestimmt, besuchte er das Gymnasium zu Greifswald, auf welchem er bis 1704 den Unterricht der an demselben wirkenden Lehrer: Poland, Lange, Westphal, Tetzloff, Langemack und Battus genoß, während er von 1704—6 in Rostock seine weitere Leitung von dem stud. theol. Kraut und dem Rector Sprengel erhielt. Einer schon früh erwachten und mehr und mehr befestigten Neigung für die Theologie folgend, studirte er zuerst in|Rostock, widmete sich dann in Greifswald der classischen und orientalischen Philologie, sowie der Methaphysik, Exegese und Homiletik unter Köppen, der Patristik unter Saalbach, der Symbolik unter Rumpäus; den bedeutendsten Einfluß auf eine Bildung jedoch übten die schon mit dem Vater befreundeten Theologen Heinrich Brandanus, Gebhardi und der Generalsuperintendent Dr. Joh. Friedrich Mayer. Im J. 1710 Magister geworden, begab er sich 1713 nach Jena, wo er Budde, Danz, Syrbius und Teichmeyer hörte, und bei einem Ausfluge von dort nach Weimar, Erfurt und Halle auch die Bekanntschaft von Thomasius, Franke, Lange und Anton machte; ebenso lernte er später in Leipzig und Wittenberg Cyprian, Rechenberg, Olearius und Wernsdorf kennen. Von wesentlichem Einfluß auf seine Entwickelung war endlich ein zweijähriger Aufenthalt in Berlin, wo er die ihm übertragene Aufzeichnung und Veräußerung der Büchersammlung des obengenannten Generalsuperintendenten Mayer besorgte, zugleich auch die königl. Bibliothek fleißig benutzte und seine schriftstellerische Thätigkeit begann. In dieser Weise vielseitig und gründlich vorbereitet, kehrte B. 1716 nach Greifswald zurück, wo er als Privatdocent Vorlesungen hielt, häufig predigte und das Reformationsjubiläum der evangelischen Kirche durch eine Rede de meritis Lutheri in Pomeraniam feierte. Darauf erhielt er 1719 die ordentliche Professur der Theologie und das Pastorat zu St. Jacobi in Greifswald, ward am 8. Oct. 1722 Doctor der Theologie, nach Gebhard's Tode 1729 Consistorialassessor und 1746 Generalsuperintendent des damaligen schwedischen Pommerns und Fürsten thums Rügen. In seiner theologischen Richtung gehörte er zur Schule des älteren Pietismus, welcher im Gegensatz zu der starren Orthodoxie ein lebendiges, gemüthstiefes und werkthätiges Christenthum verlangte. Da aber neben dieser wohlthätigen Wirkung des Pietismus sich auch manche schwärmerische und schädliche Einflüsse desselben bemerkbar machten, so wurde er in Folge dessen, mit seinen Amtsgenossen Gebhardi, Rusmeyer und Krakeritz, sowie dem Hofgerichts director Gerdes, von dem Professor der Mathematik, Jer. Papke, einem Anhänger der Wolff'schen Philosophie und Vertreter einer mehr nüchternen Theologie, auf das heftigste angegriffen. Obwol die Professoren Nettelbladt und Engelbrecht Papke unterstützten, so erhielt letzterer dennoch von der schwedischen Regierung Unrecht, und mußte seine Entlassung nehmen, während B. in seiner Wirksamkeit geschützt blieb. (Vgl. Pyl, Aug. v. Balthasar's Leben und Schriften. S. 34—57.) Seine Vorlesungen betrafen namentlich Kirchengeschichte, sowie Erläuterung der pommerschen Kirchenordnung und der pommerschen Bekenntnißschriften, auf welchem Gebiete auch sein gründliches Werk „Sammlungen zur Pommerschen Kirchenhistorie“, 2 Bde. 1723—25, sich ein großes Verdienst erwarb. Band I. berichtet über die pommerschen Synoden von 1541—93, Bd. II. über die lutherischen Bekenntnißschriften und das Leben der pom. Generalsuperintendenten von Joh. Knipstrow (1535—56) bis Alb. Joach. v. Krakeritz (1721—32). Von ebenso hohem Werthe für die pommersche Geschichte sind seine Ausgaben von Bugenhagen's „Pomerania“ und Valentins v. Eickstet „Pommerschen Annalen“ und dessen „Leben Philipp's I.", 1728, sowie die unter seiner Redaction erschienene „Historische Zeitschrift“, des sogenannten Greifswalder Wochenblatts oder „Sammlung von gelehrten und nützlichen Sachen“, 1744, endlich eine im Manuscript auf der Greifswalder Universitäts-Bibliothek erhaltene Geschichte der Jakobikirche zu Greifswald. Vermählt war er zweimal, zuerst mit Anna Rosina Gebhardi, den 4. Juli 1720, sodann am 18. Juni 1722 mit Katharina Margaretha Zeidler, Tochter des Rostocker Pastors Dr. Zeidler. Aus dieser letzteren Ehe stammen die beiden Söhne: Philipp Jakob, geb. 27. Febr. 1726, seit 1768 Pastor und Präpositus zu Grimmen, Verfasser einer handschriftlichen Geschichte der Grimmer Synode seit der Reformation (s. Ersch und Gruber, Th. VII.), gest. 29. Juli|1807 und Georg Friedrich, geb. 17. März 1729 zu Greifswald und als Magister und Doctor der Philosophie ebendaselbst verstorben 13. Nov. 1761.

    • Literature

      Handschr. Biographie Jak. Heinr. Balthasar's von dessen Bruder Augustin in den Vitae Pom. II. Progr. funebr. rect. J. B. Engelbrecht de J. H. Balthasar, 1763, mit vollst. Verz. seiner Schriften. — J. Papke's Briefe in Abschrift in den Vit. Pom. Bd. II.

  • Author

    Hckm.
  • Citation

    Häckermann, Adolf, "Balthasar, Jacob Heinrich von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 30-32 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116046481.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA