• Leben

    Sausen: Franz S., katholischer Litterat, geboren am 23. Januar 1810 zu Mainz, daselbst am 31. Mai 1866. Er studirte Theologie in Mainz und Gießen und trat dann in das Mainzer Priesterseminar ein, mußte aber wegen eines hartnäckigen Ohrenleidens bald wieder austreten und den Plan, Geistlicher zu werden, aufgeben. 1837 war er einige Zeit Lehrer am Gymnasium zu Dissentis in der Schweiz; sonst ist er nur als Schriftsteller thätig gewesen, seit 1839 ununterbrochen in Mainz. Früher schrieb er für die Aschaffenburger Kirchenzeitung, den Mainzer „Katholik“ und die Augsburger „Sion". Von 1842 an redigirte er einige Jahre das Mainzer „Sonntagsblatt“, von 1844—49 den „Katholik“, von 1848 an das von ihm begründete „Mainzer|Journal“ und von 1857 an das gleichfalls von ihm begründete „Katholische Volksblatt“, welches zeitweilig 25 000 Abonnenten hatte. Für seine Verdienste um die katholische Journalistik erhielt er von Pius IX. den Gregoriusorden. S. besorgte auch die Herausgabe der Predigten der Mainzer Bischöfe Humann (1836) und Colmar (1842) und die 3. Auflage der Dogmatik von H. Klee (1844) und schrieb die darin stehenden Biographien der Verfasser, ferner eine neue Ausgabe des Evangelien-Commentars von Maldonat (1840—44) und des Commentars zu den paulinischen Briefen von W. Estius (1841—45). Von einer von ihm begonnenen neuen Ausgabe von Bellarmin's „Disputationes“ sind (wahrscheinlich infolge der scharfen Recension von J. Kuhn in der Tübinger Quartalschrift 1844, 282) nur zwei Bände (1842) erschienen. S. hat auch das Register zum 19.—23. Bande von Stolberg's Religionsgeschichte gemacht und einige Schriftchen des Abbé Segur übersetzt.

    • Literatur

      Mainzer Abendblatt, Beilage zum Mainzer Journal, 1866, Nr. 126.

  • Autor/in

    Otto Schmid.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Otto, "Sausen, Franz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 30 (1890), S. 420-421 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115389601.html#adbcontent

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