• Leben

    Hofmann: Johann Christian H., Geistlicher und Reisebeschreiber, geb. 1650 zu Bischhausen bei Waldkappel (Hessen), faßte früh den Entschluß, fremde Länder und Völker zu sehen, widmete sich zu diesem Zwecke der Gottesgelehrsamkeit und ward 1671 auf sein Ersuchen als Prediger von der Ostindischen Compagnie zu Amsterdam nach Mauritius gesandt. Hier blieb er bis 1675, ging dann nach Batavia und kehrte von dort als Schiffsprediger 1676 nach Europa zurück. Er verehelichte sich nun in seiner Heimath, und Landgraf Karl, dem er|ausführlichen Bericht seiner Reifen gegeben, verlieh ihm 1678 die Predigerstelle zu Heckershausen bei Cassel, wo er 1682 starb. — H. schrieb: „Ost-Indianische Voyage, oder eigentliches Verzeichnüs, worin nicht nur einige merkwürdige Vorfälle, die sich Theils auf einer Indischen See-Reise, Theils in India selbst begeben und zugetragen; Sondern auch unterschiedliche Länder, frembde Völcker, seltsame Thiere und arthige Gewächse etc. der Oerter kurz und deutlich angewiesen werden.“ Cassel 1680. Das Büchlein ist die Arbeit eines Mannes, der mit naiver Neugier und Freude alles Neue beobachtet, das sich ihm bietet, und der das Gesehene in ungezierter thatsächlicher Darstellung wahrheitsgetreu mittheilt.

    • Literatur

      Strieder, Hess. Gelehrtengesch., Bd. II.

  • Autor/in

    Ratzel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ratzel, Friedrich, "Hofmann, Johann Christian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 630-631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd103156623.html#adbcontent

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