• Leben

    Kirchberg: Ernst v. K., Reimchronist des 14. Jahrhunderts, war von Geburt kein Mecklenburger, sondern Thüringer. Höchst wahrscheinlich kam er erst im J. 1378, da sich Herzog Albrecht II., der Große von Mecklenburg, mit Adelheid, der Tochter des Grafen Ulrich von Honstein, vermählte, mit anderen Thüringern an den Schweriner Huf. Hier begann er auf Bitten des Herzogs die wendischen Geschichten Helmold's in Reime zu bringen und zwar in hochdeutscher Sprache. Noch bei Lebzeiten Albrechts, der am 18. Februar 1379 starb, hat er in etwa 110 Kapiteln diese Versificirung zum Abschluß gebracht,|darnach aber in weiteren 85 Kapiteln die Geschichte Mecklenburgs, theils auf Grund verschiedener Chroniken, theils nach mündlichen Ueberlieferungen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts fortgeführt. So weit wenigstens geht die einzige, im Schweriner Archiv befindliche, mit Miniaturbildern reich geschmückte, leider aber verstümmelte Pergamenthandschrift, welche von Westphalen in seinen Mon. ined. IV., Lipsiae 1745 in sehr incorrecter Weise veröffentlichte. Daß K. sein Vorhaben, ein „Herzog-Albrechts-Buch“ folgen zu lassen, wirklich ausführte, ist kaum anzunehmen.

    • Literatur

      Lisch, Jahrb., Bd. XII. — Schirrmacher, Beiträge zur Gesch. Mecklenb., Bd. II. — Lorenz. Deutschlands Geschichtsquellen, Bd. II, S. 178 flg.

  • Autor/in

    Schirrmacher.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schirrmacher, Friedrich, "Kirchberg, Ernst von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 788-789 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102571317.html#adbcontent

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