• Genealogie

    V N. N., Primarschullehrer;
    M N. N.;
    1911 Helene Pestalozzi ( 1942); kinderlos.

  • Leben

    H. studierte am Eidgenöss. Polytechnikum in Zürich Naturwissenschaften, sein Diplom als Fachlehrer botanisch-zoologischer Richtung erwarb er 1900. Angeregt durch den Botaniker C. Schröter, befaßte er sich nun mit der Kleinlebewelt der Gewässer. Während einer Privatlehrerzeit in Bozen untersuchte er für seine Promotionsarbeit eingehend die Biologie der Montigglerseen. Der Mangel an Lehrstellen in der Schweiz bewog ihn aber, in Zürich noch Medizin zu studieren. Nach vertiefter Ausbildung in Chirurgie, Urologie und Venerologie in Wien, Paris und Berlin eröffnete er 1911 in Zürich eine Praxis als Urologe. Während dieser Tätigkeit verfaßte er außer einer weiteren biologischen Dissertation verschiedene medizinische Facharbeiten. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse galt aber nach wie vor der Gewässerbiologie. Neben Studien über Seen im In- und Ausland – er unternahm Reisen in zahlreiche europäische Länder und bis nach Südafrika – verfaßte er Spezialarbeiten über Planktonorganismen, zum Teil in Zusammenarbeit mit F. Nipkow. Für das groß angelegte|Werk „Die Binnengewässer“ (herausgegeben von A. Thienemann) betreute er in Band XVI das „Phytoplankton des Süsswassers“ (1.-5. Teil, 1938-61). Die fünf von ihm vollendeten Bände umfassen die Formenkreise der Cyanophyceen, Heterokonten, Flagellaten, Diatomeen, Cryptophyceen, Peridineen, Eugleninen und Volvocales. Für den letzten, den 6. der geplanten Bände reichte seine Kraft nicht mehr.

    H. hat für die Planktologie eine neue Grundlage geschaffen. Für die Gewässerreinhaltung haben seine Arbeiten eine besondere Aktualität erlangt. Jahrzehntelang blieb er Einzelgänger und Privatgelehrter; seine Mitarbeit als erfahrener Berater in verschiedenen Fachgesellschaften wurde zwar erst relativ spät gesucht, doch konnte er noch in der Hydrobiologischen Kommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft an die 20 Jahre als Berater wirken und in der Zürcher Volkshochschule sein reiches Wissen einer großen Zuhörerschaft vermitteln.|

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. nat. h. c. (ETH Zürich 1947); Vizepräs. d. Internat. Vereinigung f. theoret. u.angew. Limnologie (bis zum Tode), Landesvertreter d. Schweiz (bis 1962); Einar-Naumann-Medaille; Ehrenmitgl. d. Zürcher Botan. Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Monograph. Stud. im Gebiete d. Montigglerseen (Südtirol), mit bes. Berücksichtigung ihrer Biol., in: Archiv f. Hydrobiol. u. Planktonkde. I, 1905;
    Morphol. u. Entwicklungsgesch. v. Gloeotaenium Loitlesbergerianum Hansgirg, in: Zs. f. Botanik 11, H. 9, 1919;
    Experimentelle Unterss. üb. d. Entwicklung v. Ceratium hirundinella, 1. T., ebd. 14, 1922 (mit F. Nipkow);
    dass., 2. T., in: Flora, 1923 (mit dems.);
    Algolog. Mitt. I-VI, in: Archiv f. Hydrobiol. 16, 1925, 18, 1928, 20, 1929;
    Btrr. z. Kenntnis d. Süßwasseralgen v. Korsika, ebd. 19, 1928;
    Der Formenkreis v. Euastrum verrucosum, ebd. 22, 1931;
    Die Schwebeflora (das Phytoplankton) v. Seen u. Kleingewässern d. alpinen u. nivalen Stufe, in: C. Schröter, Das Pflanzenleben d. Alpen, 21926;
    Das Plankton natürl. u. künstl. Seebecken Südafrikas, in: Verhh. d. Internat. Ver. f. theoret. u. angew. Limnol., Kongreß in Italien 1927, Bd. IV, 1929;
    Der Walensee u. s. Plankton, in: Zs. f. Hydrol. 10, H. 2/3, 1946.

  • Literatur

    O. Jaag, in: Schweizer. Zs. f. Hydrol. 28, 1966 (W-Verz., P).

  • Autor/in

    Otto Jaag
  • Empfohlene Zitierweise

    Jaag, Otto, "Huber-Pestalozzi, Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 693 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102084106.html#ndbcontent

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