Dates of Life
vor 1299 – vor 1359
Occupation
Bischof von Worms ; Geistlicher
Religious Denomination
-
Authority Data
GND: 139647856 | OGND | VIAF: 102511371
Alternate Names
  • Salmann Cleman
  • Cleman, Salmann
  • Salmann, Cleman

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Salmann Cleman, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139647856.html [15.06.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Johann gen. zum Cleman ( vor 1316), Patrizier in Mainz, bis 1312 Schultheiß ebd.;
    M Elisabeth (?) (erw. 1316 u. 1318 als Wwe d. Johann).

  • Biographical Presentation

    Die einflußreiche Stellung seiner Familie ermöglichte S. schon in jungen Jahren eine beachtliche Karriere an den Mainzer Stiften St. Peter (ca. 1316 Kustos) und St. Stephan (vor 1324 zum Propst gewählt). Mit kurialer Hilfe erhobene Ansprüche auf Domkanonikate in Mainz und Worms stießen dagegen auf den erbitterten Widerstand der jeweiligen Domkapitel und ließen sich 1326 nur in Worms durchsetzen. 1329 providierte Papst Johannes XXII. den damaligen Subdiakon auf den Wormser Bischofsstuhl, S.s Bischofsweihe erfolgte vor dem Sommer 1330. Die Auseinandersetzung mit dem vom Domkapitel erhobenen Gegenkandidaten Gerlach Schenk v. Erbach ( 1332) mündete in ein Schisma, das über viele Jahre durch reichs- und kirchenpolitische Gegensätze genährt wurde. Erst unter dem Druck von Reichsacht und Interdikt war das Wormser Domkapitel 1341 dazu bereit, den von Papst Benedikt XII. 1338 mit dem Gehalt eines päpstl. Hauskaplans ausgestatteten S. als Bischof anzuerkennen und ihn für die entgangenen Einkünfte finanziell zu entschädigen.

    Der Kampf gegen S. scheint das geistliche Leben im Wormser Bistum fast völlig zum Erliegen gebracht zu haben und ruinierte die wirtschaftlichen Ressourcen des Hochstifts. Benachbarte Territorialherren nutzten die Wormser Notlage zur Abrundung und Festigung ihrer eigenen Machtbasis: 1349 ließ sich Pfalzgf. Ruprecht vom Domkapitel versprechen, künftig keinen Bischof mehr zu wählen, der sich nicht durch einen Eid verpflichtete, die Pfalz von seinen Festungen aus nicht zu schädigen. Als Gegenleistung nahm er das Stift in seinen Schutz. Die worms. Herrschaftskomplexe Ladenburg und Burg Stein wurden dem Hochstift immer mehr entfremdet. Die desolate Lage von Bistum und Hochstift dürfte auch den Nährboden für soziale Spannungen zwischen Zünften und Patriziat in der Bischofsstadt gebildet haben. Bei der Diskriminierung und Verfolgung der Wormser Juden vermischten sich wirtschaftliche und soziale Probleme mit religiösen Fragen. Sie erreichte 1349 bei einem Überfall der von Flagellanten aufgehetzten Bürgerschaft auf das Wormser Judenviertel ihren Höhepunkt. Mehr als 400 Juden fielen dem Pogrom zum Opfer.

    Der Mainzer Ebf. Gerlach v. Nassau (1322–71) erhielt am 23.10.1358 von Papst Innozenz VI. den Auftrag, S. einen Koadjutor zur Seite zu stellen, da dieser seine bfl. Pflichten aus Alters- und Krankheitsgründen nicht mehr erfüllen könne. Der zum Koadjutor ernannte Dietrich Beyer v. Boppard (um 1330–84) wurde am 16.4.1359 von Innozenz bestätigt. Daraufhin verzichtete S. auf das Wormser Bistum; wenige Tage später starb er.

  • Literature

    Karl Müller, Der Kampf Ludwigs d. Bayern gegen d. röm. Kurie, 2 Bde., 1879/80. I, S. 286-87, II, S. 109-15;
    H. Boos, Gesch. d. rhein. Städtekultur, 4 Bde., ²1897-1901. II, S. 109-20;
    A. Gerlich. Das Stift St. Stephan zu Mainz, 1954, S. 13 f., 20;
    M. Schaab, Die Diözese Worms im MA, in: Freiburger Diözesanarchiv 86, 1966, S. 94-219;
    ders., Ladenburg als worms. Bischofsresidenz, in: V. Press (Hg.), Südwestdt. Bischofsresidenzen außerhalb d. Kathedralstädte, 1992, S. 83-97;
    M. Hollmann, Das Mainzer Domkap. im späten MA (1306–1476), 1990, S. 395;
    B. Keilmann, Das Bm. v. HochMA bis z. Frühen Neuzeit, in: F. Jürgensmeier (Hg.), Das Bm. Worms v. d. Römerzeit bis z. Auflösung 1801, 1997, S. 44-193, hier S. 92-105;
    Gatz IV (Qu).

  • Author

    Burkard Keilmann
  • Citation

    Keilmann, Burkard, "Salmann Cleman" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 385-386 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139647856.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA