• Leben

    Dier: Rudolf D. de Muiden. Zu Muiden in Holland 1384 von unbekannten Eltern geboren, 1458. Vierzehn Jahre alt kam er in die Schule der Brüder vom gemeinen Leben zu Deventer und ward nach vierjährigem Aufenthalt für seinen Fleiß und Lebenswandel in das Noviciat und nach vollendeter Probezeit unter die Brüder aufgenommen; später empfing er auch die Priesterweihe. Einige Jahre darauf ward ihm das Procuratoramt im Fraterhause (Heer-Florenshuis) zu Deventer übertragen; eine Zeit lang war er Bewahrer der Bücher (librarius) und zuletzt Rector der devoten Schwestern in Meester-Geertshuis zu Deventer, beschloß aber sein Leben wieder im Fraterhause. Getrieben von der Ueberzeugung, daß Fromme, deren Wirken in Schriften aufbewahrt wird, auch nach ihrem Tode fortleben, um viele lebendig Todte zum neuen Leben zu erwecken, schrieb er ein Werk: „De magistro Gerardo Magno, domino Florencio et multis aliis fratribus“, welches von Dumbar in seinen Analecta (Tom. I.) herausgegeben ist. Ebenso unterwarf er die „Collacien“ des Johann Brinckerincks, welche die Schwestern in Meester-Geertshuis beim Anhören aufgezeichnet hatten, einer gewissen Redaction. Weiteres über ihn gibt Dumbar in seiner Dedicatio ad Analecta; Delprat, Broederschap van Groote p. 339; Moll, Kerkgesch. van Nederl. II. 2de st. p. 354 u. s. w.

  • Autor/in

    van Slee.
  • Empfohlene Zitierweise

    Slee, Jacob Cornelis van, "Dier de Muiden, Rudolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 139 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138784418.html#adbcontent

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