Lebensdaten
1896 bis 1982
Geburtsort
Hameln/Weser
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Zahnarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138371865 | OGND | VIAF: 84828656
Namensvarianten
  • Meyer, Wilhelm

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Zitierweise

Meyer, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138371865.html [21.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1868–1935), Kaufm., S d. Heinrich Ernst Wilhelm u. d. Luise Anna Amalie Hake;
    M Elise (1875–1908), T d. Mühlenbes. August Menge u. d. Auguste Theune;
    Hameln 1922 Elisabeth Lohmann (1900–84);
    2 S, 1 T, u. a. Johannes M.-Lohmann (* 1928), Dr. med., Justus M.-Lohmann (* 1935), Prof. d. Physiol. in G.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums trat M. 1914 freiwillig in den Heeresdienst ein. 1915 wurde er zum Leutnant befördert und 1918 entlassen. Das im Folgejahr in Marburg aufgenommene Studium der Zahnheilkunde schloß M. 1921 in Göttingen mit dem Staatsexamen ab. Im selben Jahr erfolgte seine Promotion zum Dr. med. dent. mit einer Arbeit zur Pathohistologie der Zahnpulpa, die bereits einen Teil des späteren Hauptarbeitsgebiets erkennen ließ. 1924 folgte er seinem Lehrer Hermann Euler nach Breslau und übernahm dort als Oberarzt die Leitung der chirurgischen Abteilung am Zahnärztlichen Institut. 1925 habilitierte sich M. mit der Arbeit „Strittige Fragen in der Histologie des Zahnschmelzes“, 1930 erfolgte seine Ernennung zum ao. Professor. Im Rahmen eines zunächst auf zwei Jahre begrenzten Austauschprogramms ging M. 1931 in Vertretung Eulers als Gastprofessor an die Kaiserl. Universität Tokio. Er kehrte jedoch erst 1934 zurück, nachdem 1932 sein Hauptwerk, das „Lehrbuch der normalen Histologie und Entwicklungsgeschichte der Zähne des Menschen“, erschienen war. 1935 wurde er zum o. Professor und Leiter des Zahnärztlichen Instituts der Univ. Königsberg ernannt. Dort nahm er das bereits in Göttingen begonnene Medizinstudium wieder auf und promovierte 1941 zum Dr. med. Aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft in der NSDAP kam 1946 eine Berufung M.s nach Freiburg nicht zustande. Trotz anfänglichen Widerstands auch des niedersächs. Kabinetts wurde M. 1948 auf besonderen Wunsch der Fakultät zum Direktor des Zahnärztlichen Instituts an der Univ.|Göttingen berufen. Seine Emeritierung erfolgte dort 1968.

    M.s akademischer Lebensweg lag am Ende einer Zeit des Übergewichts der zahnärztlichen Chirurgie in der Zahnheilkunde. Als Institutsleiter hatte M. vornehmlich diesen Bereich zu vertreten, sein wissenschaftliches Hauptinteresse galt jedoch der normalen und Pathohistologie sowie der Entwicklungsgeschichte der Zähne und Kiefer. Dabei kam ihm zugute, daß er während der Göttinger und Breslauer Zeit die mikrophotographische Technik zu besonderer Perfektion entwickeln konnte. Weitere, vornehmlich der Zahnerhaltung zugeordnete Arbeitsbereiche erschlossen sich M. häufig über ihre Histologie. So gelang ihm die aufsehenerregende dreidimensional-vergrößerte Darstellung intradentaler Kanalsysteme, die den Wunsch nach vollständiger Versiegelung im Rahmen endodontischer Behandlungen zur Utopie machte. Das besondere Interesse M.s galt auch den Erkrankungen des Parodontiums. Dabei war er nach dem 2. Weltkrieg insbesondere bemüht, durch Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien dem Fachgebiet Parodontologie zu größerer Bedeutung zu verhelfen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1958).

  • Werke

    u. a. Stereoskop. Röntgenaufnahmen, in: Dt. Zahnärztl. Wschr. 32, 1929, S. 599-603;
    Lehrb. d. normalen Histol. u. Entwicklungsgesch. d. Zähne d. Menschen, 1932, 21951;
    Nahrung u. Zähne, in: Dt. Zahnärztl. Zs. 3, 1948, S. 381-84;
    Die Pathohistol. d. Zahnpulpa, in: Dt. Zahnheilkde. in Vorträgen, 1951;
    Eliminatio dentis, in: Dt. Zahn-, Mund- u. Kieferheilkde. 19, 1953, S. 180-193;
    Die Darst. d. Wurzelkanäle, in: Zahnärztl. Rdsch. 64, 1955, S. 532-34;
    Die Zahnextraktion u. ihre Schmerzverhütung, 1956;
    Zahnärztl. Operationslehre, 1961, 21963.

  • Literatur

    H. Euler, Prof. W. M. z. 60. Geb.tag, in: Dt. Zahnärztl. Zs. 11, 1956, S. 361-67 (W-Verz.);
    E. Sonnabend, Prof. Dr. Dr. W. 70 J., ebd. 21, 1966, S. 613;
    Ch. Benz, Die Gesch. d. zahnärztl. Unterrichts an d. Univ. Göttingen, Diss. Göltingen 1986.

  • Portraits

    Dt. Zahn-, Mund- u. Kieferheilkde. 24, 1956, S. 1;
    ebd. 46, 1966, S. 1.

  • Autor/in

    Christoph Benz
  • Empfohlene Zitierweise

    Benz, Christoph, "Meyer, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 377 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138371865.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA