Lebensdaten
um 1300 bis 1365
Beruf/Funktion
Erzbischof von Salzburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137983689 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ortolf von Salzburg
  • Ortolf von Weißeneck
  • Ortolf von Salzburg
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Zitierweise

Ortolf von Weißeneck, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137983689.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Kärntner Ministerialengeschl., das im Dienst d. Hochstifts Bamberg, später auch d. Erzstifts Salzburg stand; 1596 erloschen;
    B Gottfried ( 1362), Bf. v. Passau (1342–62, s. L), Ulrich III. ( 1372, s. L), 1351-55 Gegenbf. v. Gurk, 1355-72 Bf. v. Seckau.

  • Leben

    O. erhielt seine Ausbildung an der Univ. Bologna, wo er 1318 auch zum Prokurator der deutschen Nation gewählt wurde. Zugleich war er bereits Domherr in Salzburg. In den folgenden Jahren bekleidete er verschiedene Funktionen im Salzburger Domkapitel, das ihn 1343 auch zum Dompropst und nur wenige Monate später zum Erzbischof wählte. Als Salzburger Erzbischof setzte er die habsburgfreundliche Politik seiner Vorgänger fort, blieb mit Hzg. Albrecht II. in den Auseinandersetzungen zwischen Wittelsbachern und Luxemburgern neutral und erlangte daher erst nach dem Tod Kaiser Ludwigs von Karl IV. die Regalien (1348). Seine Regierungszeit war gekennzeichnet von häufigen Auseinandersetzungen mit dem niederbayer. Nachbarn Hzg. Stephan II., der sowohl die alten Grenzstreitigkeiten (um d. Gerichte Wildeneck u. Wald u. um d. Vogteien Mondsee u. im Chiemgau) wieder aufleben ließ (1352), als auch die gegen den Erzbischof fehdeführenden Salzburger Ministerialen von Tann unterstützte (1357). O.s entschiedene Parteinahme für die Habsburger – er bemühte sich an der Kurie um die Legalisierung der Ehe Ludwigs V. von Tirol mit Margarethe Maultasch – war mitverantwortlich, daß diese mit der Erwerbung Tirols einen entscheidenden Vorteil gegenüber den konkurrierenden Wittelsbachern erlangten, und daß die Salzburger Erzbischöfe – eingekreist durch habsburg. Länder – zu keiner weiteren eigenständigen Politik mehr imstande waren. O. wandte auch den ökonomischen Verhältnissen im Erzstift Salzburg verstärkte Aufmerksamkeit zu (u. a. ließ er neue Urbare zur besseren grundherrschaftl. Verw. anlegen) und schuf die Grundlagen für die effiziente Verwaltung des Landes Salzburg im Spätmittelalter.

  • Literatur

    W. Fischer, Personal- u. Amtsdaten d. Erzbischöfe v. Salzburg (798–1519), 1916, S. 75-77;
    C. Fräss-Ehrfeld, Gesch. Kärntens, I. 1984, bes. S. 394-96 u. 513-17;
    J. Siebmacher's Gr. Wappenbuch 28, 1979 (Nachdr), Tafel 29, S. 73;
    H. Wagner, Salzburg im SpätMA, in: Gesch. Salzburgs, I/1, hg. v. H. Dopsch, 1981, S. 474-79;
    H. Wagner u. H. Klein, Salzburgs Domherren v. 1300 bis 1514, in: Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskde. 92, 1952, S. 77;
    Lex. MA. – Zu Gottfried: L. H. Krick, 212 Stammtafeln adeliger Fam., denen geistl. Würdenträger Bischöfe, Domherren, Äbte etc.) d. Bistums Passau entsprossen sind, 1924, S. 454;
    M. Roscher, Btrr. z. Gesch. d. Herkunft d. Bischöfe v. Passau, Hausarb. am Inst. f. Österr. Gesch.forsch., 1956, S. 88-90, 94-97 (ungedr.);
    A. Leidl, Die Bischöfe v. Passau 739-1968 in Kurzbiogrr., 21978. – Zu Ulrich III.: K. Amon, Die Bischöfe v. Graz-Seckau 1218-1968, 1969, S. 85-87.

  • Autor/in

    Hubert Schopf
  • Empfohlene Zitierweise

    Schopf, Hubert, "Ortolf von Weißeneck" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 604-605 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137983689.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ortolf v. Weisseneck, Erzbischof von Salzburg, (seit 1344, am 12. Aug. 1365). Nachdem er die Dompropstei angetreten, trat bald der Tod seines Vorgängers Heinrich (von Pyrnbrunn, 1338—1343) im August 1343 ein, und der Wahl Ortolfs folgte ohne Schwierigkeit die Bestätigung durch Papst Clemens V. in Avignon (Januar 1344). Seine politische Thätigkeit begann der neue Erzbischof in der Erneuerung der Bündnisse mit dem Hause Habsburg (Herbst 1344). Diese Beziehungen mußten sich kräftigen, als O. mit dem niederbairischen Herzoge Stefan (1357) in eine verwüstende Fehde gerieth, und Herzog Albrecht II. von Oesterreich mit seinem bekannten Geschicke in diplomatischen Dingen den Passauer Frieden zwischen den beiden Streitenden vermittelte. Doch blieb die Kriegsgefahr entfesselt, da der Vasall des Erzbischofs, Eberhard von Thann, als Anhänger Baierns, von seinem geistlichen Lehnsherrn geächtet, demselben, im Vertrauen auf Baiern, Trotz bot. Da trat Herzog Rudolf IV. von Oesterreich, bemüht, eine Liga Wider seinen kaiserlichen Schwiegervater Karl IV. zu Stande zu bringen, und zu diesem Zwecke im Winter des J. 1362 (E. Jänner bis Februar) Gast des Erzbischofs, seit (29. Jänner) 1362 ihm eng verbündet, als Schiedsmann ein und bewirkte einen leidlichen Ausgleich zwischen O. und seinem unbotmäßigen Vasallen. Bald trug aber auch der Erzbischof als Bundesgenosse Rudolfs IV. die ganze Last des Krieges mit den bairischen Wittelsbachern, seit Tirols Erwerbung durch die Habsburger (1363) geschworenen Feinden des letzteren. Sie wuchs ihm bald über den Kopf, als die Baiern Mühldorf belagerten, und wiederholt erging sein Hilferuf an den Habsburger, der endlich erschien, und durch seinen Angriff auf Ried (Aug. 1364) den Entsatz Mühldorfs bewirkte. Aber auch der|Papst legte sich ins Mittel, und bedrohte den Erzbischof mit dem Banne, wenn er nicht die Waffen niederlege. So mußte sich O. zum Frieden bequemen. — Aus der inneren Geschichte Salzburgs verdient: die erneute Bergwerksordnung von 1344, die Aufnahme von zwei Judenfamilien in die Stadt „unter allen Rechten und Freiheiten“, die sie in Salzburg und an andern Orten im Lande genößen (1346), die das Land (1348) verheerende Seuche, der „schwarze Tod“, welche vom Volkswahne zur Judenverfolgung ausgebeutet wurde und die Verbesserung des Münzwesens (1353) durch Bestallung eines Florentiner Münzmeisters — Erwähnung.

    • Literatur

      (Kleinmayern), Unparteyische Abhandlung von dem Staate des f. E. Salzburg und dessen Grundverfassung (1770). — Th. Zauner, Chronik von Salzburg III. — A. G. Pichler, Salzburgs Landesgeschichte (1865). —
      Zillner, Salzb. Kulturgeschichte in Umrissen (1871). — Huber, Verein. Tirols mit Oesterreich (1863) und Gesch. Rudolfs IV. von Oesterreich (1865).

  • Autor/in

    Krones.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, "Ortolf von Weißeneck" in: Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 453-454 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137983689.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA